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Wilhelm Ostwald machte Leipzig zum Mekka der Physikalischen Chemie

30.08.2003 - (idw) Universität Leipzig

Wilhelm Ostwald gehört wie Wilhelm Wundt oder Wilhelm Pfeffer zu den bedeutendsten Gelehrtenpersönlichkeiten der Universität Leipzig um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Sein Geburtstag jährt sich am 2. September zum 150 mal. Aus diesem Anlass findet eine Festveranstaltung statt.

Zeit: 5. September 2003, 14.00 Uhr
Ort: Arthur-Hantzsch-Hörsaal, Johannisallee 29


Wilhelm Ostwald am Labortisch in Großbothen (um 1925) "Mit der Festveranstaltung ehren wir den großen Gelehrten und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald, durch den Leipzig zum Mekka der Physikalischen Chemie avancierte", erläutert Prof. Dr. Rüdiger Szargan, Direktor des Wilhelm-Ostwald-Institutes für Physikalische und Theoretische Chemie. "Wir feiern den 150. Geburtstag dieses großen Gelehrten in dem Bewusstsein, dass seine Forschungen die Physikalische Chemie in entscheidenden Jahren vorangebracht und geprägt haben." Die Veranstaltung organisiert die Universität Leipzig gemeinsam mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie.

Wilhelm Ostwald wurde als 2. Sohn einer deutschstämmigen Handwerkerfamilie vor 150 Jahren in Riga geboren. Er studierte er an der Physiko-mathematischen Fakultät der Universität Dorpat (heute Tartu) neben Chemie auch die Fächer Mathematik und Physik. 28jährig war Wilhelm Ostwald im Jahre 1881 bereits als ordentlicher Professor für Chemie von der estnischen Universitätsstadt Dorpat in seine Heimatstadt Riga berufen worden. Während seiner sechsjährigen Tätigkeit im Rigaer Polytechnikum stieg die Studentenzahl von 121 auf ca. 300. Ca. 30 experimentelle Untersuchungen veröffentlichte Ostwald in jenen Jahren während der Tätigkeit in Riga Dadurch war Wilhelm Ostwald bereits über die Grenzen von Riga hinaus bekannt geworden.

Im Jahre 1887 wird Wilhelm Ostwald als Ordinarius für Physikalische Chemie nach Leipzig berufen. Mit seiner Berufung wurde Leipzig ein Zentrum der Physikalischen Chemie. Dieses Jahr gilt heute als Geburtsjahr des damals neuen Grenzgebietes zwischen Physik und Chemie. Beim Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig erschien das erste Heft der Zeitschrift für Physikalische Chemie - von ihm gemeinsam mit Svante August Arrhenius und Jacobus Henricus van't Hoff herausgegeben. Damit war ein wichtiges Sprachrohr zur Verbreitung der Physikalischen Chemie gegeben.

Fast zwanzig Jahre wirkte Wilhelm Ostwald an der Universität Leipzig. Eine Vielzahl von Gesetzmäßigkeiten in Teilgebieten der Physikalischen Chemie wie Kinetik und Elektrochemie wurden erkannt. Allein acht Lehrbücher entstanden von 1887 bis 1905. Diese Leipziger Zeit ist die schaffensreichste Zeit Wilhelm Ostwalds als Forscher, Hochschullehrer, Organisator und streitbarer Sachwalter der Verbreitung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Über 100 seiner ehemaligen Schüler erforschten als Professoren dieses Wissenschaftsgebiet. 1909 wurde Wilhelm Ostwald der Nobelpreis für seine grundlegenden Arbeiten über chemische Gleichgewichte und Reaktionsgeschwindigkeiten sowie über das Wesen der Katalyse verliehen.

Bereits als Direktor des 1897 neu erbauten Instituts für Physikalische Chemie in der Linnéstr. 2, das seit der 100. Wiederkehr der Gründung seinen Namen trägt, wendete sich Ostwald auch zunehmend philosophischen und wissenschaftstheoretischen Fragen zu, die ihn auch nach seinem Weggang von der Universität Leipzig im Jahre 1905 in seinem Domizil in Großbothen weiterhin beschäftigten.

weitere Informationen:

Prof. Dr. Rüdiger Szargan
Telefon: 0341 - 97 36 500
E-Mail: szargan@uni-leipzig.de
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