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Globale medizinische Forschung - ein "Testfall" der Forschungsethik

02.09.2003 - (idw) Nationaler Ethikrat

Vortrag und Kommentare mit anschließender Diskussion

Der Nationale Ethikrat lädt ein zu seinem nächsten Forum Bioethik

am Mittwoch, dem 24. September 2003, 18.00 Uhr
in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
- Leibniz-Saal -
Markgrafenstraße 38
10117 Berlin-Mitte

Vortrag
Prof. Yvon Englert · Mitglied der European Group on Ethics (EGE)

Kommentare
Prof. Dr. Dr. h. c. Günter Stock · Vorstandsmitglied der Schering AG
Dr. Doris Schopper · Ehrenpräsidentin von Médecins sans Frontières, Schweiz

Moderation
Prof. Dr. Regine Kollek · Mitglied des Nationalen Ethikrates

Zum Thema
So allgemein anerkannt grundlegende ethische Prinzipien der Forschung am Menschen sein mögen, so virulent wird die Frage ihrer adäquaten Anwendung und Operationalisierung insbesondere im Zuge multizentrischer internationaler Forschung, die in kulturell und ökonomisch sehr unterschiedlichen Kontexten durchgeführt wird.

* An welchen Standards muss sich die medizinische Versorgung von Teilnehmern an Medikamentenstudien orientieren, wenn diese gemäß der Deklaration von Helsinki in den Genuss einer "best proven diagnostic and therapeutic method" kommen sollen? Und wie lange nach Beendigung der Studie soll sie gewährleistet werden?

* In welcher Form muss die - in westlichen Kontexten schriftlich zu erfolgende - informierte Einwilligung vorliegen, wenn die Forschungssubjekte des Lesens und Schreibens nicht mächtig sind?

Eine strenge Eins-zu-eins-Übertragung unserer forschungsethischen Praxis in andere Länder könnte sich insbesondere bei Medikamentenstudien in Entwicklungsländern als impraktikabel erweisen und letztlich zu einer Verminderung der Forschungstätigkeit führen. Eine weniger strenge Anwendung hingegen setzt sich dem Vorwurf aus, mit zweierlei Maß zu messen - und hierdurch den Anspruch einer an verbindlichen ethischen Standards orientierten Forschung zu unterlaufen. Ethische Fragen klinischer Forschung in Entwicklungsländern stellen somit gewissermaßen einen "Testfall" der Anwendung forschungsethischer Prinzipien westlicher Prägung in anderen Kontexten dar und werfen darüber hinaus die Frage nach der Möglichkeit interkulturell verbindlicher Standards und der Funktion internationaler Richtlinien allgemein auf.

Herr Prof. Dr. Yvon Englert führt in zentrale forschungsethische Fragen grenzüberschreitender klinischer Forschung ein. Herr Prof. Dr. Dr. h. c. Günther Stock und Frau Dr. Doris Schopper beleuchten die Praxis klinischer Studien in Entwicklungsländern. Die Diskussion moderiert Frau Prof. Dr. Regine Kollek, Mitglied des Nationalen Ethikrates.

Anmeldung erbeten bis zum 19. September 2003.
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