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Ministerialdirektor Rousta besucht Institut für Mikro- und Informationstechnik (HSG-IMIT)

01.09.2011 - (idw) Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft e.V. (HSG IMIT)

Rousta: Ministerium für Finanzen und Wirtschaft fördert Forschung in den Instituten der Hahn-Schickard-Gesellschaft mit rund 4,3 Millionen Euro

Mit rund 4,3 Millionen Euro fördert das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft die Forschung im Jahr 2011 in den Instituten der Hahn-Schickard-Gesellschaft, erklärte Daniel Rousta, Ministerialdirektor im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, heute bei seinem Besuch des Instituts für Mikro- und Informationstechnik (HSG-IMIT) in Villingen-Schwenningen. Die Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. (HSG) ist Träger des Instituts für Mikro- und Informationstechnik (HSG-IMIT) in Villingen-Schwenningen und des Instituts für Mikroaufbautechnik (HSG-IMAT) in Stuttgart-Vaihingen.

Die Förderung der wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen ist für die neue Landesregierung eine der wesentlichen Säulen der Technologiepolitik des Lan-des, betonte Ministerialdirektor Rousta. Mit starken wirtschaftsnahen For-schungsinstituten verbessern wir die Rahmenbedingungen für Innovationen aus dem Mittelstand und bauen den Technologietransfer zwischen Forschung und Wirtschaft weiter aus, sagte Rousta.

Die Förderung des Landes bildet ein zentrales Standbein der anwendungsorientierten Forschung. Auf dieser Grundlage gelingt der HSG den Transfer zukunftsweisender Technologien in den industriellen Mittelstand" führte Professor Holger Reinecke, Sprecher der Institutsleitung, aus.

Das HSG-IMIT in Villingen-Schwenningen ist eine wichtige Säule im Cluster MicroTec Südwest, sagte Rousta während seines Antrittsbesuchs im Institut. Das Cluster gewann im Januar 2010 den Spitzenclusterwettbewerb des Bundesforschungsministeriums und erhält damit von Bund und Land eine Förderung von bis zu 45 Millionen Euro. Ein besonderes Highlight des Spitzenclusters ist die Produktionsplattform PRONTO. Sie wird gemeinsam von den HSG-Instituten und dem Institut für Mikroelektronik (IMS CHIPS) Stuttgart betrieben. Auf diese Weise soll der Industrie ein Instrument zur Verfügung gestellt werden, um branchenunabhängig die Anwendung verschiedenster Mikrosystem Technologien für eigene Produkt-Innovationen zu erproben, einzuführen und Unterstützung beim Aufbau einer Serienfertigung zu bekommen.

Das HSG-IMIT in Villingen-Schwenningen beschäftigt sich unter anderem mit Mikrosensoren auf Silizium-Basis, Lab-on-a-Chip-Systemen und Medikamentendosiersystemen. Eine aktuelle Entwicklung, die in Kooperation mit regionalen Partnern entstand, ist ein kostengünstiges System zur Erfassung von Kopfbewegungen, welches zusammen mit einer 3D-fähigen Videobrille zur Darstellung von Multimediainhalten und Spielen verwendet werden kann. Ein weiteres Entwicklungs-Highlight ist der thermische Strömungssensorchip, der zur Luftmengenregelung in Klimaanlagen eingesetzt wird. Im letzten Jahr wurde sowohl der Sensorchip als auch die Gehäusetechnik komplett überarbeitet. Das Ergebnis ist ein Sensorelement, dessen äußere Abmessungen deutlich reduziert wurden. Gleichzeitig konnte der Messbereich um den Faktor 5 erweitert werden. Diese Entwicklung hat die Forschungsvereinigung Räumliche Elektronische Baugruppen 3-D MID mit ihrem Innovationspreis 2011 ausgezeichnet.

Die Institute der Hahn-Schickard-Gesellschaft sind Mitglieder der Innovationsallianz Baden-Württemberg innBW. Im Jahr 2008 haben sich die Vertragsforschungseinrichtungen in Baden-Württemberg zur Innovationsallianz zusammengeschlossen. Die Institute der Innovationsallianz werden im Jahr 2011 durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft mit über 22,3 Millionen Euro gefördert. Sie sind ein wichtiger Partner der Wirtschaft im Technologietransfer und bilden eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und der Entwicklung in Unternehmen. Die Institute forschen erfolgreich in den Wachstumsfeldern der Zukunft, entlang derer die neue Landesregierung ihre Technologiepolitik ausrichten wird. Das fachliche Spektrum der Forschungsarbeit reicht von Mikroelektronik, Informatik, Biotechnologie und Medizintechnik bis hin zu Lasertechnik und erneuerbaren Energien. Mehr Informationen unter http://www.innbw.de

Mehr Informationen zur Hahn-Schickard-Gesellschaft:

Partner für Miniaturisierung und Systemintegration
Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie Transfer von der Wissenschaft zur Industrie sind die Hauptaufgaben der Hahn-Schickard-Institute HSG-IMAT und HSG-IMIT. Sie verstehen sich als Partner der Wirtschaft für Miniaturisierung und Systemintegration. Mehr als die Hälfte der Umsätze mit Industrieunternehmen erfolgt im Auftrag von baden-württembergischen Firmen. Im vergangenen Jahr bearbeiteten die 128 (FTE) Forscherinnen und Forscher der HSG Aufträge von Industrieunternehmen und der öffentlichen Hand in Höhe von zusammen rund 8 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte der Aufträge aus der Wirtschaft kamen von kleinen und mittleren Unternehmen und rund 60 % von Unternehmen aus Baden-Württemberg. Die Symbiose mit den Universitäten Stuttgart und Freiburg bringt laufend neue Impulse für neue Produkte hervor. Die beiden HSG-Institute zusammen sind in der Lage, Innovationen aus einer Hand anzubieten: vom System bis zum umschließenden Gehäuse.

HSG-IMAT http://www.hsg-imat.de
In enger Verbindung mit der Universität Stuttgart und ihrem Institut für Zeitmesstechnik, Fein- und Mikro-technik (IZFM) arbeitet das HSG-IMAT unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz Kück auf dem Gebiet der Gehäuse- und Verbindungstechnik für Mikrosysteme. Ebenso entwickelt es Sensor- und Aktorsysteme in hybrider Aufbautechnik mit mikrostrukturierten MID (Molded Interconnect Devices). Das HSG-IMAT ist unmittelbar aus dem 1955 eröffneten Gründungsinstitut der Hahn-Schickard-Gesellschaft, dem Institut für Feinwerk- und Zeitmesstechnik, hervorgegangen.

Die Mikrosystemtechnik ist der Grundlagenforschung entwachsen und auf dem Weg in die breite kommerzielle Anwendung. Aber ohne Gehäuse, ohne Anschluss an die Elektronik und ohne kostengünstige Herstellungsverfahren kann die Industrie die miniaturisierten Sensoren und Aktoren kaum verwenden. An diesem Punkt setzt die Kompetenz des HSG-IMAT an. Künftige Mikrosysteme müssen sich vor allem durch kostengünstige Herstellungsverfahren auszeichnen, um breite Anwendung zu finden. Dies wird durch eine geschickte Kombination von Werkstoffen und Bauelementen erreicht. Das HSG-IMAT und das IZFM legen deshalb einen Schwerpunkt auf die Entwicklung mikrostrukturierter kostengünstiger Kunststoffbauteile zum Einsatz in der Mikrosystemtechnik.

Bei MID handelt es sich um dreidimensionale Leiterbilder auf Kunststoffbauteilen, die mittels Zwei-Komponenten-, Heißpräge- oder Lasertechnik hergestellt und mit Sensoren, Chips und Elektronik-Komponenten bestückt werden. So können Mikrosysteme mit Speichern, Schaltkreisen und Energieversorgung auf kleinstem Raum kombiniert werden. Das Verfahren eignet sich u.a. für die Herstellung langzeitstabiler elektromechanischer Baugruppen für Autos und Produktionsanlagen.

Für die Aufbau-, Gehäuse-, Verbindungs- und Montagetechniken verwendet das Institut Technologien wie Laserbearbeitung, Metallbeschichtung und Kunststoff-Mikrospritzguss sowie Heißpräge-, Löt- und Klebe-techniken. Die anwendungsorientierten Entwicklungen zielen stets auf die spätere Serienfertigung von Mikrosystemen für Fahrzeuge, Messgeräte, Automatisierungs-, Medizin- und Labortechnik durch die Industriepartner ab.


So können mit MID-Techniken in welcher das HSG-IMAT weltweit eine herausragende Stellung ein-nimmt ebenso Mikrokameras in elektronische Geräte integriert werden wie feinste Drehgeber in Stellantriebe der Automatisierungstechnik. Industriekunden lassen am Institut Prototypen innovativer Produkte mittels der MID-Technik herstellen. Aktuelle Beispiele für Entwicklungen des Instituts sind ein hochgenauer und dennoch sehr kostengünstiger Neigungssensor oder ein interaktives Pixelmodul für berührsensitive, grafikorientierte Braille-Flächendisplays für Blinde.

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