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BIBA: vor 30 Jahren mit Weitblick von Visionären gegründet

06.09.2011 - (idw) BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

1981 wurde das Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft (heute: Bremer Institut für Produktion und Logistik) gegründet als erstes An-Institut der Uni Bremen Die Universität Bremen war zehn Jahre alt, und über die Einrichtung eines ingenieurwissenschaftlichen Bereiches Produktionstechnik wurden an der politisch bewegten Reformuni noch heftige Grundsatzdebatten geführt. Genau in dieser Zeit wurde das Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft (BIBA) gegründet als erstes An-Institut der Universität Bremen. Heute zählt es zu den Großen im Land Bremen und feiert in diesen Tagen seinen 30. Geburtstag.

Seine Existenz verdankt das BIBA engagierten Visionären aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Sie hatten sich für den Aufbau des Fachbereiches Produktionstechnik und auch für die Gründung eines "angeschlossenen produktionstechnischen Institutes" eingesetzt. Über Jahre war kontrovers diskutiert worden, bis 1980 neuer Schwung in die Sache kam.

Mit Forschungsprojekt "Schiff der Zukunft" an den Start

Ende 1980 rief das Land den Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in der Freien Hansestadt Bremen e.V. (VFwF) ins Leben und schaffte damit die Voraussetzung zur Gründung von An-Instituten. Der Uni angegliedert, sollten sie Fördermöglichkeiten besser nutzen und leichter Forschungskooperationen mit der Wirtschaft eingehen können. Anfang 1981 signalisierte das Bundesministerium für Forschung und Technologie, das insgesamt gut acht Millionen Mark umfassende Forschungsprojekt "Schiff der Zukunft" fördern zu wollen, und Bremen schaffte die Rahmenbedingungen dafür.

Ende Juni 1981 beschloss der VFwF-Vorstand die Satzung des BIBA und unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Holger Luczak nahm das neue Institut am 1. Juli 1981 offiziell seine Arbeit auf mit dem Verbundprojekt "Schiff der Zukunft". Im Jahr darauf wurde auch der Fachbereich Produktionstechnik gegründet. Ab 1982 setzte an der Uni ein Umdenken ein. Nun wurden die Natur- und Ingenieurwissenschaften systematisch gefördert.

Nachdem Gründungsprofessor Luczak das BIBA verlassen hatte, übernahm Prof. Dr.-Ing. Bernd E. Hirsch, 1984 für das Fachgebiet Produktionssystematik des neuen Fachbereiches an die Uni berufen, die BIBA-Institutsleitung. Neue Projekte mussten akquiriert und Forschungsgelder eingeworben werden.

Rasantes Wachstum und Umzug in ein eigenes Gebäude

In seinen ersten Jahren war das BIBA über mehrere Gebäude verteilt: im Uni-Betriebshof und im Bremer Innovations- und Technologiezentrums (BITZ), später zudem im Gebäude "Ingenieurwissenschaften I" und ergänzend in Containern. Es wurde klar, dass das Institut ein eigenes Gebäude brauchte. 1988 wurde die Uni zu Bremens größter Baustelle. 350 Millionen Mark sollten investiert werden, darunter auch 24 Millionen Mark für einen BIBA-Bau.

Den Wettbewerb entschied der Stararchitekt Oswald Mathias Ungers für sich. "Ein Halbkreis aus Glas und drumherum die Büros", titelte der Weser-Kurier damals und schrieb vom "halbem Gebäude". Schnell wurde das neue BIBA-Gebäude am Hochschulring als "halbe Torte" ein Begriff. Im März 1991 war Richtfest und am 7. Oktober 1992 die Einweihung. 1998 wurde auch der Campus an das Straßenbahnnetz angeschlossen. Von der Haltestelle vor der BIBA-Tür kam man nun auf direktem Weg zum Bahnhof und zum Flughafen ein weiterer Gewinn für das international sehr aktive Forschungsinstitut.

Namhafte Produktionstechniker haben das Institut geprägt

Zu seinem 10. Geburtstag hatte das BIBA ein Gebäude bekommen und eine Schlagzeile in der die BILD-Zeitung. Das Blatt würdigte das Jubiläum im November 1991 im Meldungsblock zwischen den Nachrichten "Schwerer Unfall 2 Tote" und "Bombe gesprengt" mit dem Titel "Zehn Jahre BIBA". Das Institut zählte bereits rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und es zeichnete sich ein weiteres Wachstum ab. Namhafte Produktionstechniker prägten das Institut und trugen wesentlich zu seinem Erfolg bei.

1992 bekam BIBA-Leiter Prof. Dr.-Ing. Bernd E. Hirsch Unterstützung: Prof. Dr.-Ing. Franz J. Heeg, der nun die Professur für Arbeitswissenschaft am Fachbereich Produktionstechnik inne hatte, trat in die Institutsleitung ein. 1998 kam Prof. Dr.-Ing. Gert Goch dazu. Er hatte den Ruf an die Uni Bremen angenommen (Fachgebiet Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik). 1999 folgte Prof. Dieter H. Müller (Fachgebiet Konstruktionslehre CAD) und 2000 Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter (Fachgebiet Planung und Steuerung produktionstechnischer Systeme). Fünf Institutsleiter mit fünf sich ergänzenden BIBA-Forschungsbereichen bestimmten nun die Geschicke des Instituts. 2003 schied Prof. Dr.-Ing. Bernd E. Hirsch aus, und für ihn kam Prof. Dr.-Ing. Klaus-Dieter Thoben (Fachgebiet Integrierte Produktentwicklung).

Das BIBA war etabliert, managte inzwischen auch größte europäisch und national geförderte Verbund- und Leitprojekte, und es engagierte sich erfolgreich in der Lehre. Praxisorientiert sollte die Ausbildung sein und spannend. Die ungewöhnlichen Lehrveranstaltungen im BIBA erregten immer wieder großes Medieninteresse und wurden unter anderem von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) als beispielhaft hervorgehoben. Die Studierenden entwickelten zum Beispiel Eintassenspülmaschinen, Surfbretter mit Hilfsantrieben oder zweirädrige Service-Roboter und präsentierten ihre Arbeiten abschließend vor großem Publikum.

Das Konzept hat sich bewährt und wurde weiterentwickelt

Mit der Gründung des Institutes wollte das Land den Hightech-Standort voranbringen. Dieses Konzept ist aufgegangen. Mit einer Jahresgesamtleistung von 6,4 Millionen Euro (2011) zählt das BIBA heute zu den großen Bremer Forschungsinstituten. Im Fokus stehen nach wie vor die ganzheitliche Betrachtung, die gesamte Wertschöpfungskette, die disziplinen- und institutionenübergreifende Zusammenarbeit sowie der Transfer. Ein Beleg dafür sind die vielen, lange gewachsenen Kooperationen ob mit klein- und mittelständischen Unternehmen vor Ort oder mit Weltkonzernen. Das Institut ist in der Region verwurzelt und agiert global.

Die BIBA-Forscher haben auch stets einen guten Instinkt für neue Themen, Bedarfe und Trends bewiesen. Das begann mit dem Projekt "Schiff der Zukunft", setzte sich fort mit den Entwicklungen zum Computer Integrated Manufacturing (CIM) und unter anderem zu Kreislaufwirtschaft, umweltverträglichen Produkten und ressourcenschonenden Produktions- und Logistikprozessen, auch zur Elektromobilität und Nutzung der Windenergie bis hin zu den komplexen Produktsystemen, der Automatisierung in der Intralogistik und der Selbststeuerung in der Logistik.

Heute: als BIBA Institut für Produktion und Logistik GmbH weiter erfolgreich

Produktionssysteme und Logistiknetzwerke werden stetig komplexer. Die herkömmlichen Prozesse stoßen hier an Grenzen und ihre Gestaltung erfordert interdisziplinäre und ganzheitliche Betrachtungen. Hier liegen die Stärken des heutigen BIBA. Den Änderungen in den Forschungsschwerpunkten folgte 2007 eine Umfirmierung zum "BIBA Institut für Produktion und Logistik GmbH". Seitdem leitet Prof. Dr.-Ing. Scholz-Reiter die Geschäfte.


In den zwei Forschungsbereichen "Intelligente Produktions- und Logistiksysteme" (Scholz-Reiter) und "Informations- und kommunikationstechnische Anwendungen in der Produktion" (Thoben) sowie in den ihnen verbundenen Uni-Fachgebieten "Planung und Steuerung produktionstechnischer Systeme" und 2Integrierte Produktentwicklung" arbeiten heute insgesamt rund 200 Menschen. Sie engagieren sich in der Grundlagenforschung und in anwendungsorientierten Entwicklungsprojekten. So ist das BIBA an drei Sonderforschungsbereichen (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft beteiligt, darunter federführend am
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