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Die Schwergewichte unter den Ionen

20.04.2012 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Thomas Stöhlker ist neuer Lehrstuhlinhaber für Atomphysik hochgeladener Ionen der Universität Jena Wie man Schwergewichte auf Hochtouren bringt, damit befasst sich Prof. Dr. Thomas Stöhlker von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Genauer gesagt, interessieren den neuen Lehrstuhlinhaber für Atomphysik hochgeladener Ionen die Schwergewichte unter den elementaren Bausteinen der Natur: schwere Ionen, beispielsweise Blei oder Uran. Für sie baut Prof. Stöhlker, der zugleich Leiter des Jenaer Helmholtz-Instituts ist, derzeit mit Forschern aus aller Welt eine riesige Beschleunigeranlage auf. Die Facility for Antiproton and Ion Research kurz FAIR soll 2018 am Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt in Betrieb gehen.

Anders als in vielen bisher bestehenden Beschleunigeranlagen, wo vor allem leichte Teilchen beschleunigt werden, soll FAIR Schwerionen in Fahrt bringen. Solche Ionenstrahlen sind essenzielle Werkzeuge beispielsweise für die Kern­ und Atomphysik, Materialforschung und Biophysik, sagt Prof. Stöhlker. Außerdem sind damit Experimente möglich, die uns neue Erkenntnisse über die grundlegenden Eigenschaften von Atomen und Atomkernen liefern. In schweren Ionen, so erläutert der Physiker, herrschen enorm starke elektromagnetische Felder, da der Abstand der negativ geladenen Elektronen zu den positiv geladenen Kernbausteinen sehr viel geringer ist als in den leichten Atomen, wie z. B. Wasserstoff. Unter diesen extremen Bedingungen geraten die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, mit denen die Wissenschaft operiert, ins Wanken, sagt Thomas Stöhlker. Der ausgewiesene Experte auf diesem Gebiet leitet seit 2007 die Abteilung für Atomphysik der GSI, ein Amt, das er auch nach seinem Wechsel an die Friedrich-Schiller-Universität weiter ausüben wird.

Thomas Stöhlker, Jahrgang 1959, hat in Gießen Physik studiert und wurde an der dortigen Universität 1991 auch promoviert. Bereits in dieser Zeit hat er sich mit dem Thema Schwerionenphysik befasst und enge Kontakte zur GSI und zum Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien geknüpft, wohin er regelmäßig zu Forschungszwecken reiste. 1993 wechselte Thomas Stöhlker an die Universität Frankfurt/M. und schloss dort 1999 seine Habilitation ab. 2004 wurde er zum Professor an der Universität Frankfurt/M. berufen und folgte 2007 einem Ruf an die Universität Heidelberg.

Doch auch Jena ist dem in Frankfurt/M. geborenen Forscher und Vater zweier erwachsener Kinder nicht neu: Seit 2009 leitet er das neu gegründete Helmholtz-Institut Jena. Dieses Institut bündelt die Kompetenzen der Universität Jena auf dem Gebiet der Hochleistungslaserphysik und die Expertise der GSI im Bereich der Beschleunigertechnologie, betont der neue Jenaer Lehrstuhlinhaber. Den wissenschaftlichen Austausch mit seinen Fachkollegen an der Universität, insbesondere mit den Experten für Lasertechnologie, schätze er sehr.

Von den Ergebnissen dieser Zusammenarbeit können nun auch die Jenaer Studierenden und Nachwuchsforscher profitieren. Nicht nur, dass Prof. Stöhlker ab dem kommendem Semester Lehrveranstaltungen für angehende Physiker anbieten wird. Doktoranden an seinem Lehrstuhl können zudem künftig auch selbst bei der GSI und später bei FAIR experimentieren.


Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Stöhlker
Physikalisch-Astronomische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Helmholtz-Institut Jena
Fröbelstieg 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947600
E-Mail: t.stoehlker[at]gsi.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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