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Landtags-Anhörung zur Pharmazie-Ausbildung an der Universität Leipzig

23.04.2012 - (idw) Universität Leipzig

Die Leitung der Universität Leipzig hat am Montag bei einer öffentlichen Anhörung im sächsischen Landtag die Pläne der Universitätsleitung zur Schließung des Institutes für Pharmazie verteidigt. Diesen Schritt, der eine Reaktion auf die Sparvorgaben der Landesregierung sei, gehe die Hochschulleitung "schweren Herzens", sagte Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking. Sie war gemeinsam mit dem Prorektor für Bildung und Transfer der Universität Leipzig, Prof. Dr.
Thomas Lenk, nach Dresden gefahren. Das Institut gehört Schücking zufolge mit seinen fünf Professuren zu den kleinsten Deutschlands. Nach einer kritischen Analyse aller Bereiche der Universität mit einem eigens entwickelten Indikatorenmodell und einem Blick über die Landesgrenze auf den mit 15 Professuren wesentlich größeren Pharmazie-Studiengang an der Martin-Luther-Universität in Halle sei die Hochschulleitung in Leipzig zu dem Schluss gekommen, das Pharmazie-Institut perspektivisch zu schließen.

Diese Entscheidung sei eine perspektivische, da noch in diesem Jahr Studierende immatrikuliert werden und in den kommenden fünf Jahren auch weiterhin etwa 45 Apotheker ihr Staatsexamen in Leipzig machen. Bundesweit gebe es 22 Pharmazie-Studiengänge. Die ähnlich große Berufsgruppe der Veterinärmediziner habe nur fünf. "Eine Zentrierung auf weniger, dafür größere und stärkere Standorte scheint mir für die Pharmazie anzustehen. Leipzig hat dafür derzeit leider keine Chance, dazu zu gehören", argumentierte Schücking. Die Entwicklung in Halle gebe aber Anlass zur Hoffnung, dass dieses Defizit sich nicht auf die Versorgung auswirken muss.

Die zur Streichung vorgeschlagenen 21 Stellen des Leipziger Instituts seien nur ein Teil des "leider großen Streichkonzerts, das noch längst nicht abgeschlossen ist", betonte Prof. Schücking. Bis 2015 sollen nach den Plänen des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) 72 Stellen allein an der Universität Leipzig gestrichen werden. Prof. Lenk sagte, dass im Wintersemester 2010/2011 bundesweit etwa 12.700 junge Menschen Pharmazie studierten, der Anteil der Universität Leipzig daran mit 235 Studierenden sehr gering war. "Das eigentliche Problem, das hinter dem Vorschlag zur Schließung der Pharmazie in Leipzig steht, ist die weit unterdurchschnittliche Finanzierung der sächsischen Universitäten pro Studierenden oder pro Professor. Sollte diese Entwicklung bei den Hochschulfinanzen sich fortsetzen, werden leider weitere Schnitte notwendig werden."

Die Anhörung im Landtag war von der SPD-Fraktion beantragt worden. Neben Schücking und Lenk kamen unter anderem auch die Prorektorin Struktur und Finanzen der Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Birgit Dräger, sowie Vertreter des Sächsischen Apothekerverbandes und der Sächsischen Landesapothekerkammer zu Wort.

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Weitere Informationen:
Prof. Dr. Thomas Lenk
Telefon: +49 341 97-30040
E-Mail: prorektor.entwicklung@uni-leipzig.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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