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Klartext-Initiative: Seit Juni sorgen 100 Klartext-Botschafter für mehr Verständlichkeit

12.06.2012 - (idw) Universität Hohenheim

Pilot-Projekt erreicht 100-Mitmacher-Marke / Botschafter unterstützen Initiative für mehr Verständlichkeit in Verwaltung, Web und Wissenschaft

Fachchinesisch, Bürokratendeutsch oder verschachtelte Bandwurmsätze: Die Klartext-Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, aufzuräumen mit Verständlichkeitshürden an der Universität. Dabei helfen spezielle Software, ein Klartext-Beauftragter und die Klartext-Botschafter in allen Hochschul-Bereichen. Seit dem Projekt-Start im Herbst 2011 hat sich die Zahl der Botschafter vervielfacht. Seit 1. Juni sind es 100. Anlass für den Klartext-Start war das Jahresthema 2011 "Stark durch Kommunikation". Mehr zum Klartext: www.uni-hohenheim.de/klartext.html Sie sind die Brückenköpfe in die einzelnen Bereiche der Universität: Die Klartext-Botschafter sind Ansprechpartner für alle Mitarbeiter, die an Websites, Rundschreiben, Formularen oder öffentlichen Projektberichten arbeiten.
Eine spezielle Klartext-Software erleichtert ihnen die Arbeit. Die Software TextLab analysiert die Verständlichkeit von Texten und weist auf Verständlichkeits-Hürden hin. In schwierigen Fällen hilft auch der Klartext-Beauftragte Jan Kercher am Lehrstuhl von Kommunikations-Wissenschaftler Prof. Dr. Frank Brettschneider.
Ergänzt wird die Botschafter-Ausbildung durch Schulung, Tipps und Klartext-Regeln. Außerdem gibt es im Internet eine Sammelstelle für Klartext-Verstöße: Hier kann jeder Texte melden, die ihm unverständlich erscheinen, auf dass sie überarbeitet werden.

Start im Themenjahr Stark durch Kommunikation
Eltern der Initiative sind Prof. Dr. Brettschneider und die Leiterin des Marketings, Johanna Lembens-Schiel. Anlass war das Jahresthema Stark durch Kommunikation im Jahr 2011.
Für Kommunikations-Wissenschaftler Prof. Dr. Brettschneider gehört Verständlichkeits-Forschung zu den traditionellen Arbeitsschwerpunkten. Oft schwelgen Organisationen in Kauderwelsch. Dabei ist Klartext sprechen gar nicht schwer. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Potenzial Unternehmen, Parteien und auch Hochschulen verschenken, indem sie für ihre Zielgruppen unverständlich formulieren, so der Kern seiner Erfahrungen.
Die Universität hat deshalb beschlossen, die eigenen Forschungsergebnisse auch selbst anzuwenden, ergänzt Lembens-Schiel. Eine klare Sprache ist sicher nicht nur gut für unsere interne und externe Verständigung sondern auch für das Image der Universität.

Klartext als freiwillige Mitmach-Aktion
Ein Kernprinzip der Initiative ist die Freiwilligkeit: Selbstverständlich können wir nicht mit einem Schlag in allen Bereichen Klartext garantieren, bekennt der Klartext-Beauftragte Jan Kercher. Aber wir haben einen Prozess gestartet. Wir setzen darauf, dass sich die Idee durch das gute Beispiel durchsetzt.
Die wachsende Zahl der Klartext-Botschafter gibt ihm Recht. Seit Monatsbeginn sind es 100 Mitarbeiter, die in ihrem Umfeld für mehr Klartext sorgen. Das entspricht einer Steigerung um mehr als 500 Prozent seit dem Start der Initiative im Herbst 2011, als man mit einem Kern-Team von 16 Klartext-Botschaftern loslegte.

Positive Stimmen zur Zwischenbilanz
Entsprechend positiv fällt die Zwischenbilanz der Beteiligten aus. Das zeigt auch eine Umfrage, die Jan Kercher anlässlich des aktuellen Erfolges startete.
Seit dem Klartext-Start haben wir die meistbesuchten Internetseiten alle überarbeitet. Die Software gibt uns gute Hinweise auf Schwachstellen. Und auch alle neuen Webseiten werden von uns zunächst Klartext-geprüft, berichtet etwa Webmaster Daniel Fehrle.
Die Klartext-Software unterstützt meine tägliche Arbeit. Ich lerne mit jedem Einsatz der Software, einen Text zu optimieren. Was noch wichtiger ist: Ich achte jetzt bereits im Vorfeld darauf, keine Verständlichkeits-Fehler zu begehen, urteilt etwa Andrea Linger. Als Mitarbeiterin im Dekanat der Fakultät Naturwissenschaften arbeitet sie in einem Feld, in dem Verständlichkeit besonders wichtig ist: der Betreuung von Studiengängen.
Die Software ist ein praktisches und sinnvolles Tool. Sie ist einfach zu bedienen und benötigt nur eine kurze Einarbeitungszeit, ergänzt Dr. Klaus-Peter Aiple vom Kommunikations-, Informations- und Medienzentrum (KIM) der Universität. In der Bibliothek des KIM leitet er die Abteilung Benutzungsdienste.
Ich war überrascht, so unkompliziert Hilfe für unsere Texte zu bekommen berichtet auch Inga Häuser. Die Agrarwissenschaftlerin bat Klartext-Botschafter Jan Kercher um Hilfe bei einem Bericht, der Außenstehenden die Inhalte eines BMBF-Projekts zum nachhaltigen Kautschukanbau in der Mekong-Region näher bringen soll.

Klartext-Botschafter wollen die Aktion fortführen
Entsprechend engagiert wollen die Klartext-Botschafter auch die Initiative weiterführen. Oder vielleicht sogar auszuweiten.
Ich würde es für sehr sinnvoll halten, auch Studierende einzubeziehen. Denn diese sind in der Regel noch empfänglich für Empfehlungen. Wenn man sich erstmal einen Schreibstil angewöhnt hat, dann ist es sicherlich mit etwas Arbeit verbunden, sich gewisse Dinge wieder abzugewöhnen, so das Fazit von Agrarwissenschaftlerin Inga Häuser.
Ich bin stark daran interessiert, dass wir die Software auch in Zukunft einsetzen, meint auch Dr. Aiple. Denn: Klartext hilft, die Texte für unsere Zielgruppen verständlicher zu machen. Und dieses Ziel endet nie.
Links:
Klartext-Initiative: http://www.uni-hohenheim.de/klartext
Text: Klebs

Kontakt für Medien:
Prof. Dr. Frank Brettschneider, Universität Hohenheim, Fg. Kommunikationswissenschaft insb. Kommunikationstheorie, Tel.: 0711/459-24030, E-Mail: frank.brettschneider@uni-hohenheim.de


Dipl. rer. com. Jan Kercher, Universität Hohenheim, Fg. Kommunikationswissenschaft insb. Kommunikationstheorie, Tel.: 0711/459-22287, E-Mail: jan.kercher@uni-hohenheim.de

Dipl.-Journ. Johanna Lembens-Schiel, Universität Hohenheim, Leitung Hochschulmarketing, Tel.: 0711/459-23880, E-Mail: werbung@uni-hohenheim.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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