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Frieden durch Sprache?

13.06.2012 - (idw) Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz

Neuerscheinung der Reihe Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte

Der soeben erschienene, von Martin Espenhorst herausgegebene Band mit dem Titel »Frieden durch Sprache? Studien zum kommunikativen Umgang mit Konflikten und Konfliktlösungen« behandelt komplexen Fragestellung der kommunikative Dimension von Friedensverhandlungen in der frühen Neuzeit. Dass weitreichende historische Effekte durch Sprache und Übersetzungen entstehen können, ist durch die Bibelübersetzung Martin Luthers gut bekannt. Politische Prozesse sogar komplexer moderner Gesellschaften werden durch Translationen hierzu gehören auch Defizite wie kommunikative Missverständnisse gesteuert.
Wie wurde Frieden zwischen den Dynastien und Gemeinwesen sprachlich vermittelt? Welche politische und kulturelle Funktion besaß Sprache bei Friedenswahrung und Friedensstiftung? Diesen Fragen geht der vorliegende Band nach.
Ziel vormoderner Friedensverhandlungen war es in der Regel, einen Konsens in einem hochgradig verdichteten Feld aus politischen, konfessionellen, rechtlichen, zeremoniellen und nationalen Interessen zu schaffen. Die Gesprächsinhalte und -ziele, die regional sehr unterschiedlich aufgeladen waren, die Art der Kommunikationsorganisation, die unmittelbar oder über Zwischeninstanzen und Gremien erfolgen konnte, oder auch der Einsatz von Geschenken, zeremoniellen Standards sowie symbolischen Handlungsketten konnten heterogener nicht sein. Daher galt es, Missverständnisse zu antizipieren, zu durchschauen, zu überbrücken oder gezielt zu schaffen.
Das »Macht-Spiel« mit der Sprache, die kommunikativen Leistungen in Diplomatie, Literatur und Medien, die kommunikativen Hintergründe der Friedensprozesse, aber auch der Diskurs unterschiedlicher Friedensordnungen sind Thema des BMBF-geförderten Verbundprojektes »Übersetzungsleistungen von Diplomatie und Medien im vormodernen Friedensprozess«, an dem sich das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz, das Institut für Europäische Kulturgeschichte in Augsburg sowie die Staatsgalerie Stuttgart beteiligen. Der Band »Frieden durch Sprache?« dokumentiert Forschungsergebnisse dieses Vorhabens.
Der Band versammelt Beiträge von Johannes Burkhardt (Augsburg), Matthias Schnettger (Mainz), Ralf-Peter Fuchs (München), Daniel Hildebrand (Mainz), Anuschka Tischer (Marburg), Dennis Dierks (Jena), Martin Espenhorst (Mainz), Thomas Haye (Göttingen).

Anfragen zu Rezensionsexemplaren senden Sie bitte direkt an den Verlag Vandenhoeck & Ruprecht (Ansprechpartnerin Frau Karen Saure, k.saure@v-r.de).

Kontakt
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG)
Öffentlichkeitsarbeit / Veranstaltungen
Alte Universitätsstraße 19 | 55116 Mainz
Tel.: 06131-39 393 50 | E-Mail: ieg4@ieg-mainz.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.ieg-mainz.de
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