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Fünf Achsen für die Lehre

04.07.2012 - (idw) Leibniz Universität Hannover

Am PZH ist das für den Ansturm des doppelten Abiturjahrgangs eingerichtete Labor für integrierte Fertigung und Engineering (LiFE) eingeweiht worden In einer kleinen Feierstunde im Produktionstechnischen Zentrum Hannover (PZH) der Leibniz Universität präsentierte der Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW), Professor Berend Denkena, jetzt gemeinsam mit seinem LiFE-Projekt-Team, welche Möglichkeiten das neue Labor bietet: Eine Fräsbearbeitung im neuen 5-Achs-Fräszentrum wird über ein Kamerasystem auf einem großen Monitor dargestellt, zeitgleich läuft sie als Simulation auf dem Bildschirm. So werden Prozesse sichtbar, die bisher durch umherspritzende Kühlschmiermittel komplett unsichtbar waren. Das ermöglicht ein Prozessverständnis, das bisher in der Lehre nicht vermittelbar war.

Die Fertigung wird immer komplexer wir müssen nicht nur unsere Vorlesungsinhalte, sondern auch die didaktischen Methoden entsprechend anpassen, betonte Denkena. Die offene Raumsituation des Labors in der Versuchshalle des IFW ermöglicht auch größeren Gruppen, eine entsprechende Präsentation zu verfolgen. Darüber hinaus wird das Labor Studierenden für individuelle Arbeiten zur Verfügung stehen. Die erste, die davon profitieren kann, ist Anne Klemm, eine Mechatronik-Studentin, die an einer Projektarbeit im Bereich CAD/CAM arbeitet (CAD/CAM steht für Computer Aided Design beziehungsweise Manufacturing). Sie stellte den Gästen am Beispiel eines vergrößerten gefrästen Zahnimplantats vor, welche Möglichkeiten LiFE bietet.

Beeindruckt von den neuen Möglichkeiten zeigen sich auch der Studiendekan der Fakultät für Maschinenbau, Professor Jörg Wallaschek, und die Projektkoordinatorin Doppelter Abitur-Jahrgang der Fakultät, die Ingenieurin Claudia Wonnemann.

Mit LiFE wird zudem aus einer in Deutschland bereits einzigartigen Lehrveranstaltung eine einzigartige Lehrveranstaltung mit echtem Praxisanteil: In der IFW-Vorlesung CAx-Anwendungen in der Produktion geht es um computergestützte Fertigungsprozesse, darum also, wie aus einer Konstruktion ein industriell gefertigtes Bauteil wird. Zunächst muss virtuell der Fräsprozess geplant und diese Planung an die zur Verfügung stehende Maschine angepasst werden. Dazu folgt die virtuelle Inbetriebnahme des Fertigungsprozesses. All das konnten die Studierenden im Rahmen der CAx-Übung am PZH mit entsprechender Simulationssoftware bereits lernen und ausprobieren. Dank des in LiFE integrierten Kamerasystems und der großen Monitore lässt sich jetzt auch gut sichtbar verfolgen und vergleichen, wie die Fertigung im realen Prozess tatsächlich abläuft. Das erweitert das Lehrangebot nicht nur qualitativ, sondern erhöht auch massiv die Lehrkapazitäten auf diesem Gebiet.

Denkena und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter, die das LiFE betreuen werden, freuen sich, dass die Realisierung mit Mitteln aus dem Hochschulpakt im Rahmen des doppelten Abiturjahrgangs möglich war. Der Wert allein des 5-Achs-Fräszentrums beläuft sich auf rund 250.000 Euro nach Listenpreis, der allerdings durch das Engagement der Industriepartner deutlich reduziert werden konnte: eine echte Investition in die Zukunft der Lehre.


Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen stehen Ihnen aus dem Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen die LiFE-Betreuer Dipl.-Ing. Justin Schmidt, Telefon +49 511 762 18312, schmidtj@ifw.uni-hannover.de, und Dipl.-Ing. (FH) Anna Samp, Telefon +49 511 762 19062, samp@ifw.uni-hannover.de, gern zur Verfügung. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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