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Die Geschichte der Elbe, Krebse an Dino-Füßen und ausgezeichnete Kaulquappen

05.07.2012 - (idw) Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Dresden, den 05.07.2012. Am 10. Juli 2012 wird der mit einer Gesamthöhe von 5.000 Euro dotierte Hanns Bruno Geinitz-Preis der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden vergeben. Die Preisträger werden für ihre herausragenden geowissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet. Darüber hinaus wird das von Senckenberg unterstützte Projekt Welche Kaulquappe ist das? von der Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Was können uns Minerale über die Geschichte der Elbe verraten? Wurden winzige Krebstiere unter den Zehennägeln von Dinosauriern von einem Ort zum anderen transportiert? Und warum sind Zirkone bei der Altersbestimmung von Gesteinen so hilfreich?

Diese und viele Fragen mehr werden von den beiden diesjährigen Trägern des Hanns Bruno Geinitz-Preis, den Geowissenschaftlern Andreas Gärtner aus Dresden und Dr. Benjamin Sames von der Universität Wien während der Preisverleihung am

Dienstag, den 10.07.2012
um 17.30 Uhr im Blockhaus Dresden

beantwortet.

Diplom-Geograph Andreas Gärtner ist Volontär in der Sektion Geochronologie der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden. Er beschäftigt sich mit dem Mineral Zirkon und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten zur Rekonstruktion von Transportwegen, Landschaften und Umweltbedingungen in der Erdgeschichte. Einen Einblick bietet sein Vortrag Morphologische, geochronologische und isotopengeochemische Untersuchungen an Zirkonen aus rezenten Sedimenten der Elbe.

Unter den Zehennägeln von Giganten oder vom Winde verweht? Im Krebsgang durch die Unterkreide heißt der Vortrag von Dr. Benjamin Sames, Geologe an der Universität Wien. Schwerpunkt seiner Forschung sind fossile Ostrakoden etwa 0,5 bis 2 Millimeter große Kleinkrebse. In Süßwasser-Ablagerungen gehören die kalkschaligen Ostrakoden zu den häufigsten Fossilien seit dem Mittleren Jura vor 175 Millionen Jahren und können hervorragend für stratigraphische, das heißt relative zeitliche Einordnungen von Gesteinen genutzt werden.

Auch an anderer Stelle darf sich gefreut werden: Im Rahmen der Festveranstaltung wird dem Projekt Kaulquappen selbst bestimmen der Titel "Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt" verliehen. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.
Die Webseite Kaulquappe.de bietet vielfältige Informationen und Aktionen zur Erforschung und Erhaltung der heimischen Amphibien, so Dr. Natalie Bergholz, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Wir freuen uns, dass dadurch die Kenntnisse und die Wertschätzung einer weltweit besonders gefährdeten Tiergruppe in der Bevölkerung erhöht werden."

Von der Notfallanleitung zur kurzzeitigen Haltung von Kaulquappen im Haushalt über Online-Spiele und Unterrichtsmaterialien bis zu einem Theaterstück auf der ausgezeichneten Webseite www.kaulquappe.de stehen die kleinen Amphibien im Mittelpunkt.
Zentraler Aspekt ist aber natürlich die Bestimmungshilfe für Kaulquappen, erklärt Andreas Weck-Heimann von Senckenberg Dresden, der das Projekt ehrenamtlich betreut. Außerdem werden seit mehreren Jahren bundesweit Meldedaten von Amphibienbeobachtungen durch Privatpersonen gesammelt. Wir möchten in den nächsten Jahren die Verwertbarkeit dieser Meldungen prüfen und das Online-Angebot entsprechend optimieren."

Der Internetauftritt entstand auf Basis des vom NABU Niedersachsen herausgegebenen Amphibienführers "Welche Kaulquappe ist das?" und stellt seit beinah 15 Jahren Informationen rund um die Amphibienfauna zur Verfügung. So bleibt kein Frosch in Deutschland unerkannt!

Kontakt
Prof. Dr. Ulf Linnemann
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Abteilung: Museum für Mineralogie und Geologie
Tel. 0351 7958414 4402
Ulf.Linnemann@senckenberg.de

Andreas Weck-Heimann,
Naturhistorische Sammlungen Dresden
Tel. 0351 795841 4340
Andreas.Weck-Heimann@senckenberg.de

Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Judith Jördens
Tel. 069- 7542 1434
Fax 069- 75421517
judith.joerdens@senckenberg.de

Die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden vergeben den Hanns-Bruno-Geinitz-Preis in unregelmäßigen Abständen. Er ist mit einer Gesamthöhe von 5.000 Euro dotiert.
Der Preis wurde von Herrn Dr. Dedo Geinitz gestiftet. Entsprechend dem Wirken von Prof. Dr. H. B. Geinitz, ab 1857 als Direktor des Königlichen Mineralogisch-Geologischen Museums in Dresden, wird der Preis an junge Geowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für eine herausragende, vorzugsweise anwendungsorientierte wissenschaftliche Leistung in den Geowissenschaften , ein sehr erfolgreiches Projekt auf dem Sektor der angewandten Geowissenschaften oder eine außerordentliche allgemeinverständliche Darstellung geowissenschaftlicher Themen vergeben.

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. Der Begriff biologische Vielfalt bezeichnet das gesamte Spektrum des Lebens auf der Erde. Damit sind die Vielzahl aller Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen und Pilze sowie die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten gemeint. Aber auch ihre verschiedenen Lebensräume und die komplexen ökologischen Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Seit Jahrzehnten ist ein Rückgang dieser Vielfalt zu beobachten. Damit schwindet auch für uns Menschen die wertvolle Lebensgrundlage. Das Anliegen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ist es daher, mehr Menschen für die Natur zu begeistern und für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu motivieren. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte kann dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen. Weitere Infos zu dem Wettbewerb zur UN-Dekade unter:
http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });


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