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Wer die Musik bestellt, bezahlt noch lange nicht selbst: Neues Standardwerk zum Föderalismus

06.07.2012 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Ein soeben erschienenes interdisziplinäres Werk analysiert die grundlegenden Interessenkonflikte in Föderalismus und Bundesstaat. Die Föderalismuswelt ist deutlich komplexer geworden, die Spannungen nehmen zu aber das wiederum ist auch sehr spannend, sagt Prof. Dr. Ines Härtel von der Ruhr-Universität Bochum, Herausgeberin des vierbändigen Handbuch Föderalismus". Mit ihr haben weitere 112 Autoren aus Wissenschaft und politischer Praxis daran gearbeitet. Wer die Musik bestellt, bezahlt noch lange nicht selbst
Vierbändiges Standardwerk zum Föderalismus soeben erschienen
RUB-Juristin: Fundgrube an Ideen für Politik, Recht und Wirtschaft

Die Konflikte sind alltäglich: Der Bund beschließt, aber Länder und Kommunen müssen zahlen; auf höherer Ebene beschließt die EU und der Bund bittet Steuerzahler zur Kasse. Ein soeben erschienenes interdisziplinäres Werk analysiert die grundlegenden Interessenkonflikte in Föderalismus und Bundesstaat. Es nimmt das wachsende öffentliche Interesse daran auf, wie es sich in den Diskussionen um dramatische Rettungsversuche verschuldeter EU-Staaten und EURO zeigt. Die Föderalismuswelt ist deutlich komplexer geworden, die Spannungen nehmen zu aber das wiederum ist auch sehr spannend, sagt Prof. Dr. Ines Härtel von der Ruhr-Universität Bochum, Herausgeberin des vierbändigen Handbuch Föderalismus Föderalismus als demokratische Rechtsordnung und Rechtskultur in Deutschland, Europa und der Welt. Mit ihr haben weitere 112 Autoren aus Wissenschaft und politischer Praxis an diesem grundlegenden Werk gearbeitet. Die Gesamtschau und der interdisziplinäre Zugang ist für dieses Thema einzigartig. Entstanden ist eine Fundgrube an Ideen und Erkenntnissen, so Prof. Härtel.

Breite Zugänge, viele Themen

Föderalismus ist ein Prinzip räumlicher Ordnung, rechtlich gestufter Freiheitssicherung, innovationsfördernder Vielfalt und politischer Bürgernähe. Das vierbändige Handbuch Föderalismus zeichnet sich durch die Bandbreite der Zugänge aus: namhafte Experten aus Recht, Politik, Wirtschaft, Geschichte, Philosophie, Medien und Kulturwissenschaften sowie Vertretern des politischen Lebens haben daran mitgewirkt. Ihre fundierten Beiträge machen die Vielschichtigkeit, Kohärenz und Komplexität des Föderalismus deutlich und damit seine Leistungen, Prägekraft und aktuelle Dynamik. Vielfältig wie die Experten sind die Themen zu Föderalismus und Bundesstaat. Die Bände bieten Bestandsaufnahme und Analysen, Problemdarlegung und Lösungsmöglichkeiten sowie weiterführende Bewertungen und Reflexionen auf den Ebenen Deutschland (Bundesstaat), Europa (föderale Europäische Union) und der Welt (föderale Staaten, föderale Neuordnung in der Globalisierung).

Anregende tour dhorizont

Die vier Bände sind eine anregende tour d´horizont und bieten ein breites Panorama des modernen Föderalismus. Zu den einzelnen Bänden:

Band I: Grundlagen des Föderalismus und der deutsche Bundesstaat behandelt die historische Entwicklung und die politischen, philosophischen, rechtlichen Dimensionen einschließlich der ökonomischen Grammatik des Föderalismus. (http://www.springer.com/law/international/book/978-3-642-01572-4)

Band II: Probleme, Reformen, Perspektiven des deutschen Föderalismus geht Kontroversen nach wie: Können die Bundesländer im Standortwettbewerb bestehen? Scheitert der Bundesstaat an Politikblockaden? Kann der kooperative Föderalismus zur Schuldensenkung beitragen? Sind Länderneugliederungen eine Lösung? Was ist das Ergebnis der Föderalismusreformen? Ist der Verwaltungsföderalismus modernisierungsfähig? Steht die Entwicklung eines neuen nichthoheitlichen Föderalismus gegen den tradierten Bundesstaat?
(http://www.springer.com/law/international/book/978-3-642-15522-2)

Band III: Entfaltungsbereiche des Föderalismus zeigt in vielen föderalen Feldern Strukturen und Entwicklungen auf, so u.a. in Kultur, Medien, Bildung/Erziehung, Innere Sicherheit, Datenschutz, Katastrophenschutz, Umweltschutz, Sozialordnung, Raumordnung, Landwirtschaft, Verbraucherpolitik, Bürgergesellschaft und Engagementpolitik, Erinnerungs- und Geschichtspolitik, Demographie, Integration, Demoskopie. Theoretischer Anspruch und praktische Ausgestaltung, Wunsch und Wirklichkeit, sind nicht immer deckungsgleich. (http://www.springer.com/law/international/book/978-3-642-15524-6)

Band IV: Föderalismus in Europa und der Welt zeigt die dortigen Weiterentwicklungen auf. Die EU ist mit ihren Mitgliedstaaten ein einzigartiger föderaler Verbund und bisher eine Erfolgsgeschichte hinsichtlich der Sicherung von Frieden, Demokratie und Lebensstandard. Kann angesichts der aktuellen Turbulenzen sowie Wettbewerbsdruck, Integrations- und Kompetenzprobleme der supranationale Föderalismus bestehen? Führt die Globalisierung zu einem neuen föderalen Mehrebenesystem? Wie entwickeln sich auf Weltebene die anderen föderalen Staaten vom Russland bis USA, von Mexiko bis Südafrika, von der Schweiz bis zu Indien? (http://www.springer.com/law/international/book/978-3-642-16882-6).

Zur Person: Ines Härtel

Prof. Dr. Ines Härtel ist Inhaberin des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Verwaltungs-, Europa-, Agrar- und Umweltrecht an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Föderalismus, Klimarecht, Reform der Agrarpolitik, Rechtsetzungslehre in der EU. Prof. Härtel absolvierte Forschungsaufenthalte in den Niederlanden und in Belgien; sie war Gastdozentin in Ungarn und China und hatte eine Gastprofessur in Peking. An der RUB ist sie derzeit Mitglied des Direktoriums des Instituts für Berg- und Energierecht. Zu ihren zahlreichen Veröffentlichungen zählt u.a. das Handbuch Europäische Rechtsetzung.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ines Härtel, Juristische Fakultät der RUB, Tel. 0234/32-22265, E-Mail: LS-Haertel@rub.de

Angeklickt

http://www.springer.com/series/10001
http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/ls-haertel/index.html

Redaktion: Dr. Josef König jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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