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Mehr als 100 Musils: Musil-Institut untersucht Schreibprozesse

09.07.2012 - (idw) Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Mehr als 100 Gäste versuchten sich bei der Langen Nacht der Forschung in der Ergänzung von Musil-Zitaten. Zu diesen Gedankenspaziergängen lud das Robert Musil-Institut der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Nun wurden unter den Gästen drei GewinnerInnen ermittelt. Die Station von Stefan Kutzenberger und Walter Fanta in der Langen Nacht der Forschung lockte die Besucherinnen und Besucher mit einem Musil-Roulette an. Die Kugel ermittelte die Nummer eines der 36 vorbereiteten Zitate aus dem Werk Robert Musils. Damit war der Gedankenspaziergang ausgelöst, der an Ort und Stelle zu einer sinnvollen, sinnigen Ergänzung des Musil-Zitats durch die Besucherin oder den Besucher führte, so Walter Fanta. Mehr als 200 BesucherInnen kamen zur Station, 108 Blätter mit Zitatergänzungen wurden ausgewählt und ca. 50 Personen beteiligten sich am Ermittlungsverfahren der besten Zitat-Ergänzungen.

Die GewinnerInnen erhielten jeweils eine Klagenfurter Ausgabe des Gesamtwerks von Robert Musil. Dieses mehrfach vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Projekt reicht in seinen Anfängen bis 1984 zurück. Ziel ist es, alle zu Lebzeiten gedruckten Veröffentlichungen Musils sowie alle seine nachgelassenen Schriften, Tagebücher und Briefe in elektronischer Form einschließlich der Faksimiles aller Manuskripte herauszugeben. Derzeit wird am Robert Musil-Institut am Update 2013 gearbeitet.

In der Klagenfurter Ausgabe kann man nicht nur alle Texte Musils und via Hyperlink die Kommentare dazu lesen, sondern durch die Beigabe der Manuskripte dient die Edition auch als Grundlage für Manuskriptforschung, also die Erforschung von Schreibprozessen an Hand von unterschiedlichsten Dokumenten und Zeugnissen. Den ForscherInnen geht es darum, die Zusammenhänge von Denken und Schreiben, von Bildung und Schreiben und den Einfluss von gesellschaftlichen, psychologischen und Gender-Faktoren auf den Arbeitsprozess von AutorInnen zu untersuchen. Das Forschungsteam unter der Leitung von Walter Fanta erwartet sich, dass die Auswirkungen der Erkenntnisse über den Schreibprozess auch vor der Schule und dem Schreibunterricht nicht Halt machen und neue Grundlagen für die Ausbildung von Autorinnen und Autoren geschaffen werden.

Die GewinnerInnen der Gedankenspaziergänge:
Das Leben ist voller Wunder. Bloß sind sie bezahlt und gehören immer schon irgendwem. (Robert Musil)
Hildegard Kopeinig hat ergänzt: Wunder sind nicht bezahlt. Sie geschehen einfach. Jeder Tag ist ein Wunder. Ein Kommen und ein Gehen, ein Halten und ein Festhalten, ein Loslaufen und ein Losrennen. Anthony Hall hat zum gleichen Zitat ergänzt: Wie wäre es, wenn wir, statt Wunder besitzen zu wollen, sie einfach kurz ausborgen könnten, um unser Leben zu bereichern?

Sie litten alle unter Angst, keine Zeit für alles zu haben, und wußten nicht, daß Zeit haben nichts anderes heißt, als keine Zeit für alles haben. (Robert Musil)
Annemarie Nagele hat ergänzt: Der gehetzte Mensch von damals ist der gleiche wie der heute. Etwas zu verpassen ist manchmal schlimmer als etwas erleben zu wollen! jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.aau.at
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