Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 21. Januar 2020 

Ergebnisse der Sommersitzungen des Wissenschaftsrates (Berlin, 11. - 13. Juli 2012)

16.07.2012 - (idw) Wissenschaftsrat

Auf seinen Sommersitzungen hat sich der Wissenschaftsrat für eine partielle Akademisierung der Gesundheitsfachberufe ausgesprochen. Künftig sollen zehn bis zwanzig Prozent eines Ausbildungsjahrgangs mit einem Bachelor-Abschluss zur unmittelbaren Tätigkeit am Patienten und zur eigenständigen Mitarbeit in multiprofessionellen Teams befähigt werden. Weiterhin hat sich der Wissenschaftsrat mit der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen (Archive, Bibliotheken, Sammlungen und Forschungsdaten) in Deutschland bis 2020 beschäftigt. Fachpersonal, das in komplexen Aufgabenbereichen der Pflege, der Therapieberufe (Physio-, Logo- und Ergotherapie) und der Geburtshilfe tätig ist, soll künftig an Hochschulen ausgebildet werden. In primärqualifizierenden patientenorientierten Studiengängen mit einem Bachelor-Abschluss sollen künftig zehn bis zwanzig Prozent eines Ausbildungsjahrgangs zur unmittelbaren Tätigkeit am Patienten befähigt werden. Die neu zu schaffenden Studienplätze sollten stärker als bisher an staatlichen Hochschulen und auch an Universitäten eingerichtet werden. Mit diesen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe trägt der Wissenschaftsrat künftigen Entwicklungen im Gesundheitssystem Rechnung. So wird vor allem der demographisch-epidemiologische Wandel eine wachsende Zahl multimorbider, chronisch erkrankter und pflegebedürftiger Patientinnen und Patienten zur Folge haben. Das heißt: Diese Menschen brauchen künftig nicht nur mehr, sondern auch qualitativ andere Versorgungsleistungen.

Der große Bedarf der Wissenschaft an digitalen und retrodigitalisierten Daten und Informationen, rasch anwachsende Sammlungen von Forschungsdaten in nahezu allen Disziplinen und die zunehmende Virtualisierung wissenschaftlicher Kommunikation stellen Wissenschaft und Informationsinfrastrukturen vor große Herausforderungen. Auch die weltweiten Kooperationen und der internationale Wettbewerb der Wissenschaftssysteme haben zu steigenden Anforderungen an die Informationsinfrastrukturen geführt. Der Wissenschaftsrat hat sich deshalb dafür ausgesprochen, das Gesamtsystem der wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen in Deutschland strategisch weiter zu entwickeln. Er ruft Bund und Länder dazu auf, eine ausreichende Grundfinanzierung der wissenschaftlich erforderlichen, öffentlichen Informationsinfrastruktureinrichtungen sicherzustellen und dabei enger zusammenzuarbeiten.

Auf seinen Sommersitzungen hat der Wissenschaftsrat zudem Verfahren der Institutionellen Akkreditierung bzw. Reakkreditierung beraten, die beide positiv entschieden wurden. In beiden Fällen wurde die Akkreditierung für fünf Jahre ausgesprochen.

Im Fall der design akademie berlin Hochschule für Kommunikation und Design würdigt der Wissenschaftsrat den Anwendungs- und Praxisbezug der Studienangebote, die gute Positionierung in der Berliner Hochschullandschaft sowie die gute Einbindung in die regionale Wirtschaft.

Positiv bewertet der Wissenschaftsrat, dass die Fachhochschule Ottersberg bei Bremen ihre Forschungsaktivitäten seit der Erstakkreditierung ausgeweitet hat und es ihr zwischenzeitlich gelungen ist, institutionalisierte Kooperationsbeziehungen zu anderen Hochschulen aufzubauen. Die Reakkreditierung ist mit verschiedenen Auflagen verbunden. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-ab-1980/
uniprotokolle > Nachrichten > Ergebnisse der Sommersitzungen des Wissenschaftsrates (Berlin, 11. - 13. Juli 2012)
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/241564/">Ergebnisse der Sommersitzungen des Wissenschaftsrates (Berlin, 11. - 13. Juli 2012) </a>