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Integrationsministerin Öney im Dialog mit Sozialforschern des MZES

17.07.2012 - (idw) Universität Mannheim

Baden-württembergische Integrationsministerin informierte sich am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung der Universität Mannheim zu Migrationsthemen / Ministerin Öney: Politik tut gut daran, sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu orientieren und pragmatische Lösungsansätze zu suchen. Bilkay Öney, Ministerin für Integration des Landes Baden-Württemberg, hat am Montag, 16. Juli 2012, das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung der Universität Mannheim besucht. Die Ministerin tauschte sich mit dem Vorstand und Forscherinnen und Forschern des Instituts insbesondere über aktuelle Ansätze und Erkenntnisse der Migrations- und Integrationsforschung aus.

Offenes Ohr der Ministerin bedeutet uns sehr viel

Dass die Ministerin ein offenes Ohr für unsere Forschung hat, bedeutet uns sehr viel, betonte MZES-Direktor Professor Rüdiger Schmitt-Beck. Denn wir haben den Anspruch, unsere Ergebnisse nicht nur in der internationalen Fachwelt zu publizieren, sondern sie auch für die Allgemeinheit nutzbar zu machen. Von uns erhobene Daten werden daher als öffentliches Gut behandelt und stehen für weitere Analysen zur Verfügung. Mit Migration und Integration befasst sich das MZES schon seit den 1990er-Jahren. Aktuelle Forschungsprojekte zu diesen Themen sind langfristig angelegt und international vernetzt. Ziel dieses für die Mannheimer Sozialwissenschaften charakteristischen Ansatzes ist es, Integration im Zeitverlauf zu beobachten und im Ländervergleich zu analysieren. So wollen die Forscher herausfinden, was Integration erleichtert oder behindert und wie diese Faktoren beeinflusst werden können.

Die Tatsache, dass in Mannheim zu etlichen Grundfragen der Integration geforscht wird, begrüßte Ministerin Bilkay Öney. Politik tut gut daran, sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu orientieren und pragmatische Lösungsansätze frei von politischen Ideologien zu suchen. Deshalb ist für das Integrationsministerium der enge Kontakt zur Wissenschaft wichtig, sagte die Ministerin. Mit dem Netzwerk Integrationsforschung wurde auf Landesebene eine Plattform geschaffen, die den Informationsfluss zwischen Politik und Wissenschaft intensivieren soll und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Land ermuntert, stärker als bisher über Forschungsergebnisse zu berichten. Die Projekte am MZES behandeln wichtige Aspekte der Integrationspolitik, wie Sprache, Bildung und Diskriminierung. Als Integrationsministerin freue ich mich über das große Gewicht, das dem Forschungsfeld Migration am MZES zukommt.

Ethnische Vielfalt in Schulklassen behindert nicht den Zusammenhalt

Die Ministerin und die Sozialwissenschaftler sind sich einig darin, dass auf dem Gebiet der Integration von allen Beteiligten noch viel geleistet werden muss. So sind die Bildung und damit auch die Berufschancen von Menschen mit Migrationshintergrund nach wie vor unterdurchschnittlich.

Ergebnisse aus der MZES-Forschung zeigen aber auch positive Entwicklungen: So wechseln Kinder aus Migrantenfamilien bei vergleichbaren Leistungen und einem ähnlichen sozialen Hintergrund sogar häufiger auf eine höhere Schule, als Kinder ohne Migrationshintergrund. Entscheidend ist nach Überzeugung der Migrationsforscher, dass bestehenden Nachteilen schon vor dem Schuleintritt entgegengewirkt wird. Auch ist ethnische Vielfalt nicht zwangsläufig ein Konfliktfeld. Das MZES Projekt Children of Immigrants Longitudinal Survey in Four European Countries (CILS4EU) belegt, dass ethnisch gemischte Schulklassen einen ebenso starken sozialen Zusammenhalt aufweisen wie Klassen, deren Schüler alle deutschstämmig sind.

Das MZES ist mit rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern heute das größte universitäre Forschungsinstitut der deutschen Sozialwissenschaften. Seit seiner Gründung 1989 widmet es sich der Erforschung der gesellschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung in Europa. Schwerpunkte liegen in der vergleichenden Europaforschung und der Untersuchung des europäischen Integrationsprozesses. Neben Migration, Bildung und Institutionen sind weitere wichtige Forschungsthemen die Wahl- und Wählerforschung sowie das Regieren in Mehrebenensystemen.

Ein Foto finden Sie unter http://www.uni-mannheim.de/pressefotos

Kontakt und weitere Informationen:

Prof. Dr. Rüdiger Schmitt-Beck
Direktor des MZES
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim

Telefon: +49-621-181-2868
direktor@mzes.uni-mannheim.de
http://www.mzes.uni-mannheim.de

Nikolaus Hollermeier
Direktorat / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Telefon: +49-621-181-2839
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