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Leibniz-Institute in Kiel, Berlin, Hannover und Bonn positiv evaluiert

18.07.2012 - (idw) Leibniz-Gemeinschaft

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat heute nach Abschluss der wissenschaftlichen Evaluierung von fünf Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft Bund und Ländern empfohlen, diese Einrichtungen weiterhin gemeinsam zu fördern.
Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (Bonn) soll allerdings bereits in vier Jahren erneut evaluiert werden. Das Leibniz-Institut für Kristallzüchtung und das Deutsche Rheuma-Forschungs¬zentrum in Berlin, das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover und das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel werden wie auch sonst in der Leibniz-Gemeinschaft üblich in sieben Jahren erneut beurteilt. Jede Leibniz-Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. International ausgewiesene Sachverständige, die durch schriftliche Unterlagen und bei einem Evaluierungsbesuch informiert werden, bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Die Ergebnisse der Begutachtung werden in einem Bewertungsbericht festgehalten, zu dem die evaluierte Leibniz-Einrichtung Stellung nehmen kann. Auf dieser Grundlage verabschiedet der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme, die Empfehlungen zur weiteren Förderung enthält. Diese Senatsstellungnahme dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen einer Leibniz-Einrichtung. Zusammen mit den Anlagen A (Darstellung bzw. Zusammenfassung der schriftlichen Evaluierungsunterlage), B (Bewertungsbericht) und C (Stellungnahme der Einrichtung zum Bewertungsbericht) wird die Senatsstellungnahme auf der Internet-Seite der Leibniz-Gemeinschaft veröffentlicht. Alle beteiligten Gremien sind ausschließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz-Einrichtungen tätig sind.
Zu den Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft im Einzelnen:
Das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW) beurteilt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft als eine sehr erfolgreiche Einrichtung der internationalen Wirtschaftsforschung. Unter dem 2004 berufenen Präsidenten habe sich das Institut beeindruckend entwickelt. Insbesondere seine wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und internationale Sichtbarkeit verbesserte das IfW, so der Senat. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten erarbeite das Institut wichtige forschungsbasierte Dienstleistungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das IfW müsse sein Arbeitsprogramm in den kommenden Jahren noch konsequenter als bisher auf zentrale Zukunftsfragen der Weltwirtschaft fokussieren, die sich angesichts der aktuellen ökonomischen Herausforderungen stellen. Mit dem Global Economic Symposium (GES) habe das Institut einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung getan und ein herausragendes Treffen führender Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zur Lösung aktueller weltwirtschaftlicher bzw. gesellschaftlicher Probleme etabliert. Soweit es dem Institut gelingt, die hier gewonnenen Erkenntnisse auf seine Forschungs- und Beratungstätigkeit rückwirken zu lassen, sieht der Senat eine gute Ausgangslage für einen weiteren Bedeutungszuwachs des IfW auf internationaler Ebene. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Instituts fortzusetzen.
Dem Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ) in Berlin bescheinigt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine europaweit einzigartige Fachkompetenz, auf deren Grundlage das Institut wissenschaftliche Dienstleistungen im Bereich der Züchtung und Charakterisierung von Kristallen und kristallinen Festkörperen bereitstellt. Damit leistet es einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung innovativer Materialien und Technologien in den Bereichen der Mikro-, Opto-, Akusto- und Leistungselektronik, der Photovoltaik sowie der Lasertechnologie. Einer Empfehlung der letzten Evaluierung folgend verbesserte das IKZ insbesondere seine Zusammenarbeit mit den Berliner Universitäten, so der Leibniz-Senat. Es wurden Wissenschaftler gemeinsam mit Hochschulen in Berlin berufen, weitere gemeinsame Professuren sind in Planung. Um die positive Entwicklung des Instituts fortzuführen, gelte es nun, das Forschungsprofil zu schärfen und die Publikationsleistung weiter zu verbessern. Dies soll, so der Leibniz-Senat, u. a. durch eine weitere Erhöhung der Zahl der Promovierenden und der Post-docs am Institut erreicht werden. Weitere Empfehlungen beziehen sich auf stärkere Beteiligungen des IKZ an DFG-geförderten Projekten, die Entwicklung einer Gesamtstrategie zur Verwertung von Arbeitsergebnissen sowie die Erhöhung der Frauenquote im wissenschaftlichen Bereich. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung der Einrichtung fortzusetzen.
Das Leibniz-Institut für angewandte Geophysik (LIAG) in Hannover widmet sich erfolgreich der anwendungsbezogenen geowissenschaftlichen Forschung und Methodenentwicklung. Zudem stellt es weltweit beachtete geophysikalische Informationssysteme bereit und entwickelt innovative Geräte und Instrumente. Damit bearbeitet es Themen und Probleme von ausgesprochen großer gesellschaftlicher Relevanz. Insgesamt sind die Arbeitsergebnisse des Instituts von hoher Qualität. Um eine stärkere Sichtbarkeit auch auf internationaler Ebene zu erreichen, empfiehlt der Senat, die Aktivitäten auf die Kernkompetenzen des Instituts zu fokussieren und die Forschungsergebnisse prominenter zu publizieren. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Instituts fortzusetzen.
Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) in Bonn stellt forschungsbasierte Dienstleistungen für die Weiterbildungspraxis bereit und führt darüber hinaus eigenständige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu Themen des lebenslangen Lernens durch. Den Wissenstransfer von Forschungsergebnissen in die Weiterbildungspraxis bewertet der Senat als sehr gut. Außerdem begrüßt er, dass sich die Nachwuchsförderung des Instituts verbessert hat. Defizite sieht der Senat allerdings hinsichtlich der forschungsstrategischen Entwicklung des Instituts. Dies schlage sich nieder in einer international nicht hinreichend sichtbaren Publikationsleistung, einer geringen Quote von Fördermitteln der DFG und der Nichtberücksichtigung des DIE bei zentralen nationalen und internationalen Studien zu allgemeinen Bildungsfragen. Derzeit befinde sich das Institut im Umbruch. Nach der Emeritierung des bisherigen Leiters sei die wissenschaftliche Leitung derzeit unbesetzt. Unter der neu zu berufenden Leitung sollen, so der Senat, die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Rahmen eines Strategieprozesses deutlich gestärkt werden. Zudem empfiehlt er die Einrichtung einer zweiten wissenschaftlichen Leitungsposition und eine Intensivierung der Kooperationsbeziehungen mit den benachbarten Universitäten sowie mit anderen Leibniz-Einrichtungen, um stärker von der Profilbildung der Leibniz-Gemeinschaft in der Bildungsforschung zu profitieren. Die empfohlenen Maßnahmen müssen nun zügig und konsequent umgesetzt werden. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Instituts fortzusetzen, die nächste Überprüfung der Fördervoraussetzungen allerdings bereits 2016 vorzunehmen.
Die Arbeiten des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums (DRFZ) in Berlin werden vom Senat der Leibniz-Gemeinschaft als volkswirtschaftlich und gesundheitspolitisch hoch relevant eingeschätzt. Er hebt besonders die gelungene Verbindung von Grundlagenforschung mit der klinischen Anwendung hervor, die das DRFZ vor allem aufgrund der hervorragend strukturierten Zusammenarbeit mit der Charité Universitätsmedizin Berlin erreiche. Außerdem leiste das Institut wichtige Beiträge zur Erfassung des medizinischen Versorgungsstands und in der Beratung der Gesundheitspolitik. Unter dem 1997 berufenen Wissenschaftlichen Direktor habe das DRFZ eine beeindruckende Entwicklung vollzogen und sei nun in der Rheumaforschung die deutschlandweit führende Forschungseinrichtung. Um die wissenschaftlichen Erfolge nachhaltig zu sichern, ist es nach Auffassung des Leibniz-Senats no

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