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Warum kriegt Europa die Eurokrise nicht in den Griff?

19.07.2012 - (idw) Frankfurt School of Finance & Management

Das aktuelle Krisenmanagement der Eurozone kann nicht wirken! Dieses Fazit zieht Adalbert Winkler in seinem Beitrag Warum kriegt Europa die Eurokrise nicht in den Griff?, erschienen im Wirtschaftsdienst Zeitschrift für Wirtschaftspolitik.

Für Winkler, Professor für International and Development Finance an der Frankfurt School of Finance & Management, ist die Dauerkrise des Euros eine Folge des Vertrauens¬verlusts der Märkte in die Zahlungs¬fähigkeit einzelner Länder. Die Lösung muss also lauten, Vertrauen wiederherzustellen. In der Finanzkrise 2008 wurde demonstriert, welche Instrumente verhindern können, dass sich der Vertrauensverlust in einzelne Banken zu einer Systemkrise ausweitet: eine Vergemeinschaftung der Haftung, damals in Form der Staatsgarantie für alle Einlagen, eine Bestandsgarantie für systemrelevante Banken sowie Liquiditätshilfen der Zentralbank. Genau diese Instrumente werden in der Eurokrise jedoch als unwirksam und schädlich erklärt. Zudem werden alle Bemühungen, die institutionellen Voraussetzungen für einen solchen Einsatz in Europa zu schaffen, z.B. eine Bankenunion, scharf bekämpft. Der jüngste, von ca. 250 Ökonomen unterzeichnete Aufruf ist dafür nur ein Beispiel. So hangelt man sich von Krisengipfel zu Krisengipfel, ohne die Krise tatsächlich zu bekämpfen. Folglich steigt das Misstrauen in die Währungsunion nicht nur in Europa sondern überall auf der Welt. Staaten, die zunächst nur illiquide sind, werden insolvent, weil hohe Zinssätze und Rezession die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen untergraben. Dies wirkt sich wiederum negativ auf den Bankensektor in diesen Ländern aus, was die Rezession weiter beschleunigt. Ein Teufelskreis entsteht. Winkler befürchtet, dass diese rezessiven Kräfte auf die gesamte Eurozone übergreifen werden, was nicht nur zu einer weiteren Verschärfung der Eurokrise, sondern auch zu einem globalen Abschwung führen würde.

Lesen Sie den Beitrag von Adalbert Winkler im Wirtschaftsdienst Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Heft Nummer 7, 2012. Gerne erläutert Adalbert Winkler seine Thesen im persönlichen Hintergrundgespräch. Kontakt: Angelika Werner, Leiterin Unternehmenskommunikation Frankfurt School, Telefon 069 154 008 708, 0173 7250905, Mail a.werner@fs.de.

Informationen zu Professor Dr. Adalbert Winkler, seinen Interessen in Forschung und Lehre finden Sie auf unserer Website. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.wirtschaftsdienst.eu/index.php http://www.frankfurt-school.de/content/de/who_we_are/staff/winkler_a.html
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