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Ich gehe ungern ins Theater / Baustelle Theater: Bühnenwesen der Bundesrepublik im Fokus der Uni

24.10.2012 - (idw) Stiftung Universität Hildesheim

Ich gehe sehr ungern ins Theater. Ich habe Wichtigeres zu tun., schreibt der 17-jährige Mourad R. dem Forum Freies Theater Düsseldorf. Theater ist für ihn wie für viele andere Schüler eine nervende Pflichtveranstaltung. Unsere viel gerühmte Theaterlandschaft hat nicht angemessen auf Zuwanderung reagiert und kulturelle Vielfalt nicht auf der Agenda. Publikum, Personal und Produktionen sind ziemlich deutsch geblieben, sagt Prof. Dr. Wolfgang Schneider. Das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim lädt bis Februar 2013 ein zur öffentlichen Ringvorlesung Theater. Entwickeln. Planen. Kulturpolitische Konzeptionen zur Reform der Darstellenden Künste". Deutschlands Theaterlandschaft ist einmalig, freie Theaterszenen, Stadt- und Staatstheater, Landesbühnen. Theater mit Kindern, mit Jugendlichen, mit Senioren. Das alles lassen sich vor allem Kommunen und Länder jährlich fast drei Milliarden Euro kosten. Doch immer wieder ist kein Geld vorhanden, um die Preis- und Tarifsteigerungen der personalintensiven Apparate zu finanzieren. Theater fusionieren, Sparten werden abgewickelt. Ein Bürgerbegehren fordert die Schließung der Oper Bonn, dem Schweriner Staatstheater drohte die Insolvenz und das Theater Eisenach steht vor dem Aus, sollte es keine Unterstützung der Kommune erhalten. Die freien Gruppen hangeln sich von Projekt zu Projekt.

Kommunale Kulturförderung hat es versäumt, eine Verständigung herzustellen, welche Rolle Theater zukünftig in der Gesellschaft spielen soll, welche Maßnahmen zu ergreifen wären, um eine breite Partizipation der Bevölkerung zu ermöglichen, unterstreicht Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Uni Hildesheim.

Ich gehe sehr ungern ins Theater. Ich habe Wichtigeres zu tun., schreibt der 17-jährige Mourad R. dem Forum Freies Theater Düsseldorf. Theater ist für ihn wie für viele andere Schüler eine nervende Pflichtveranstaltung. Unsere viel gerühmte Theaterlandschaft hat nicht angemessen auf Zuwanderung reagiert und kulturelle Vielfalt nicht auf der Agenda. Publikum, Personal und Produktionen sind ziemlich deutsch geblieben, sagt Schneider. Zudem sei Theater mehr als dass, was feuilletonistisch verhandelt wird. Die verschiedenen Erscheinungsformen allein 2500 Vereine des Amateurtheaters und kleine Gruppen in der Provinz müssen mehr Anerkennung finden, so Schneider.

Die Ringvorlesung will die Debatte um das Bühnenwesen in der Bundesrepublik konkretisieren. Die renommierten Theaterwissenschaftler aus den Hochschulen Utrecht, Mainz, Frankfurt am Main, Bielefeld, Hildesheim, München, Leipzig und Köln tragen ihre Überlegungen zur Entwicklung von Theatern vor. Die Experten sprechen über die Zukunft der Theatervermittlung, die Auflösung des Stadttheaters, über kollektives Produzieren im Theater und über Strukturen im deutschen Theatersystem. Der Intendant der Berliner Festspiele, Dr. Thomas Oberender, referiert am 30. Januar über Theaterstrukturen zwischen Saison und Festival, Haus und Event".

Die Ringvorlesung ist öffentlich. Die Vorträge mit Diskussion finden an jedem Mittwoch von 12 bis 14 Uhr im Hörsaal 1 (Hauptcampus, Marienburger Platz 22) statt. Die Stiftung Niedersachsen fördert die Veranstaltungsreihe im Rahmen des Herder-Kollegs. Medienpartner ist das Online-Theaterfeuilleton nachtkritik.de. Aus den Vorträgen entsteht eine Publikation.

PROGRAMM DER RINGVORLESUNG:

24. Oktober 2012
Under Construction. Reformbedarfe auf der Baustelle Theater
Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Universität Hildesheim

31. Oktober 2012
Interkulturelles Audience Development. Eine Strategie für Reformprozesse öffentlicher Theater?
Prof. Dr. Birgit Mandel, Universität Hildesheim

7. November 2012
Mythos Stadttheater
Prof. Dr. Jens Roselt, Universität Hildesheim

14. November 2012
No Copyright? Laxheit in Fragen geistigen Eigentums
Prof. Dr. Joost Smiers, Universität Utrecht

21. November 2012
Kollektives Produzieren im Theater Proben, Kooperationen, Institutionen
Prof. Dr. Annemarie Matzke, Universität Hildesheim

28. November 2012
Die Transformation des deutschen Theatersystems Struktur, Herausforderungen und Modelle
Prof. Thomas Schmidt, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main

5. Dezember 2012
Un/doing differences ein Auftrag für zeitgenössische Theaterinstitutionen?
Prof. Dr. Friedemann Kreuder, Johannes Gutenberg Universität Mainz

12. Dezember 2012
Zwischen Lektion und Labor. Die Zukunft der Theatervermittlung
Prof. Dr. Geesche Wartemann, Universität Hildesheim

19. Dezember 2012
Laboratorien der Gegenwart Wie viel Theater braucht Europa?
Prof. Dr. Ingrid Hentschel. Fachhochschule Bielefeld

9. Januar 2013
Theater als Kulturindustrie: Globale Perspektiven
Prof. Dr. Christopher Balme, Ludwig-Maximilians-Universität München

16. Januar 2013
Die (Auf)Lösung des Stadttheaters
Prof. Dr. Günther Heeg, Universität Leipzig

23. Januar 2013
MusikTheater: Spielräume schaffen!
Prof. Dr. Matthias Rebstock, Universität Hildesheim

30. Januar 2013
Zeitgenössisch ist das, worüber man spricht. Theaterstrukturen zwischen Saison und Festival, Haus und Event
Dr. Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele

6. Februar 2013
Berlin hat kein Theaterpublikum! Überlegungen zum Theater zwischen Kulturkonsum und Subvention
Prof. Dr. Peter W. Marx, Universität Köln

KONTAKT:
Prof. Dr. Wolfgang Schneider
Institut für Kulturpolitik
Stiftung Universität Hildesheim
Tel.: 05121.883-621 (oder Pressestelle, Isa Lange, 883-102)
E-Mail: schneider[at]uni-hildesheim.de function fbs_click() {u=location.href;t=document.title;window.open('http://www.facebook.com/sharer.php?u='+encodeURIComponent(u)+'&t='+encodeURIComponent(t),'sharer','toolbar=0,status=0,width=626,height=436');return false;} html .fb_share_link { padding:2px 0 0 20px; height:16px; background:url(http://static.ak.facebook.com/images/share/facebook_share_icon.gif?6:26981) no-repeat top left; } Share on Facebook

Weitere Informationen: http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=kulturpolitik - Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=fb2 - Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim Anhang
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