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Neuer Heisenbergstipendiat Thorsten Maier

15.01.2013 - (idw) Goethe-Universität Frankfurt am Main

Der Biochemiker und angehende Mediziner erforscht anti-entzündliche Wirkstoffe, die den Krebs hemmen. Einer ist bereits zum Patent angemeldet. FRANKFURT. Entzündungen treten im Körper nicht nur auf, wenn die weißen Blutkörperchen Krankheitserreger bekämpfen, sondern auch bei zahlreichen Erkrankungen der inneren Organe, die nicht durch Infektionen zustande gekommen sind. Betroffen sind die Atemwege, so beim Asthma bronchiale, sowie das Herz- und Gefäßsystem. Aber auch bei Tumoren, Multipler Sklerose oder Alzheimer lassen sich entzündliche Prozesse nachweisen. Könnte man diese spezifisch hemmen, ließen sich wirksame und nebenwirkungsärmere Therapien entwickeln. Das ist das Ziel des neuen Heisenberg-Stipendiaten Dr. Thorsten Jürgen Maier. Die begehrte Auszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft bereitet herausragende Nachwuchswissenschaftler auf eine Professur vor.

Als Biochemiker und angehender Mediziner hat Maier den Anwendungsbezug seiner Forschung immer im Blick. Mit seiner Forschung schlägt er die Brücke von der Untersuchung der molekularen Bausteine im Labor zu den größeren Zusammenhängen, bis er beim Krankheitsgeschehen im Patienten angelangt ist. Phantasie ist dabei wichtig; bei der Suche nach neuen Strukturen hilft es oft, wenn er sie sich erst einmal vorstellt. Aber das ist nur möglich, weil er die Zielstruktur, auf die er sich spezialisiert hat, mit schlafwandlerischer Sicherheit kennt. Sie heißt 5-Lipoxygenase (5-LO) und spielt bei Entzündungsreaktionen eine zentrale Rolle.

Bisher gibt es leider keine zugelassenen Wirkstoffe, mit denen man dieses Enzym in Patienten effektiv und nebenwirkungsarm hemmen kann, obwohl das ein bedeutender neuer Therapieansatz bei zahlreichen Erkrankungen sein könnte, erklärt der 37jährige, aber es war klar, dass es in der Natur wahrscheinlich einen körpereigenen Hemmstoff geben muss, der Entzündungen örtlich und zeitlich begrenzt . In Zusammenarbeit mit dem Vascular Research Centre um Prof. Ingrid Fleming hat Maier einen solchen körpereigenen anti-entzündlichen Mechanismus mit seiner Arbeitsgruppe entschlüsselt. Eine pharmakologisch verwertbare Verbindung zur Hemmung der 5-LO hat er daraus bereits ableiten können. Sie hat sich im Mausmodell bei der Sepsis, einer generalisierten und lebensbedrohlichen Entzündung, als hoch wirksam erwiesen und ist bereits zum Patent angemeldet. Nun will Maier den Wirkstoff noch durch chemische Modifikation verbessern und ihn auch in Tiermodellen für Tumore und Asthma bronchiale testen.

Ein zweiter Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Entwicklung neuer Therapiekonzepte zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie. Kürzlich entdeckte seine Gruppe, dass die 5-LO auch bei der ausufernden Vermehrung unreifer weißer Blutkörperchen eine bedeutende Rolle spielt. Hier arbeitet Maier eng mit Privatdozent Dr. Martin Ruthardt in der Universitätsklinik Frankfurt zusammen, um den Einfluss des Enzyms in leukämischen Blutstammzellen näher zu erforschen und dann Wirkstoffe zu entwickeln, die die 5-LO in Leukämie-Patienten hemmen. Eine solche relativ nebenwirkungsarme Therapie könnte eingesetzt werden, um den häufigen und oft tödlichen Rückfällen vorzubeugen.

Informationen: Dr. Thorsten Jürgen Maier, Institut für Pharmazeutische Chemie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29341; Maier@pharmchem.uni-frankfurt.de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die Science City auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

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Weitere Informationen: http://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/36050805/fofra_3-11_15.pdf
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