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Kooperative Promotion als Modell für die Weiterentwicklung des Hochschulsystems

16.01.2013 - (idw) Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

HRK-Fachtagung Kooperative Promotionskollegs an der HWR Berlin

Über 80 Rektorinnen und Rektoren sowie Bildungspolitiker/innen aus ganz Deutschland waren der Einladung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu einer Fachtagung über kooperative Promotionskollegs am 15. Januar 2013 in Berlin gefolgt, was das große Interesse der Hochschulen und vor allem der Fachhochschulen an diesem Thema unterstreicht. Bislang können Hochschulabsolvent/innen ihren Doktortitel nur dann an einer Fachhochschule machen, wenn diese in Sachen Promotion mit einer Universität kooperiert. Die Expert/innen und Hochschulvertreter/innen verlangen nun nach institutionalisierte Formen dafür. Mit den Pilotprojekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sei ein Anfang in dieser Richtung gemacht, die Rahmenbedingungen bedürften allerdings noch der Verbesserung.

Die eingeladenen Expert/innen betonten in der Podiumsdiskussion, Ziel müsse es sein, kooperative Promotionen weiter zu entwickeln. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt, sagte, dass in der bildungspolitischen Diskussion weniger auf Hochschultypen fokussiert werden solle, als vielmehr ein Umdenken in der Organisation und Strukturierung von Bildung stattfinden müsse, lange vor dem Eintritt in die Hochschule: Wir brauchen ein gesamtsystemisches Herangehen. Entscheidend sei, wie das Innovationspotential des wissenschaftlichen Nachwuchses am besten ausgeschöpft werden könne.

Vertrauen sei eine zwar notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für gute Promotionsbedingungen und -ergebnisse, betonte Prof. Dr. Micha Teuscher, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Sprecher der Fachhochschulen. Von der freiwilligen Zusammenarbeit aufgrund guter persönlicher Kontakte und von den Kann-Bestimmungen in den Promotionsordnungen der Universitäten müsse der Weg hin gehen zu einem Anspruch der Fachhochschulen auf kooperative Promotion mit den Universitäten und zu einem Anspruch auf Promotion für Fachhochschulabsolvent/innen. Durch belastbare Kooperationsstrukturen, transparente Entscheidungskriterien und verlässliche Verfahren könnten die Rahmenbedingungen entscheidend verbessert werden.

Alle auf der Tagung vorgestellten Modelle kooperativer Promotion von Fachhochschulen und Universitäten sind gekennzeichnet durch umsichtige Strukturveränderungen und innovative Qualifizierungskonzepte, bei denen die Qualitätssicherung im Vordergrund steht. Dennoch werden auch den von Bund und Ländern geförderten kooperativen Promotionen weiterhin durch das Hochschulrecht Grenzen gesetzt. Staatssekretär Thomas Rachel mahnte die Universitäten, sie müssten bei Promotionen ihrer Pflicht zur Kooperation mit den Fachhochschulen in jedem Fall nachkommen. 13,8 Millionen Euro hat der Bund in den vergangenen Jahren in die Erprobung der kooperativen Promotionen investiert und insgesamt sieben Projekte gefördert, die auf der Tagung an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin vorgestellt wurden handfeste Erfolgsbeispiele wie die gemeinsamen Forschungsprojekte der HAWK Hildesheim Holzminden Göttingen und der Universität Göttingen PlaNaWood Funktionalisierung von Holz und Holzwerkstoffen und LUMEN Kreislauf und Gefäße, Luebeck Medical Engineering der Fachhochschule und der Universität Lübeck.

Auch Universitäten könnten von den Kooperationsmodellen lernen, stellte Dr. Wilhelm Krull fest, Generalsekretär der Volkswagenstiftung und Vorsitzender der Expertenjury zur Auswahl der BMBF-Förderprojekte Kooperative Promotion. Tutor/innen als direkte Ansprechpartner/innen wie an englischen Hochschulen, Mentoring und eine durchgängige intensive Betreuung von der Auswahl der Promovend/innen über die Promotionskollegs und Investitionen in die Qualitätssicherung von Promotionen sieht er als Schlüssel für ein verbessertes Promotionssystem in Deutschland.

Ansprechpartnerin zur HRK-Fachtagung Kooperative Promotionskollegs
Prof. Dr. Micha Teuscher
Sprecher der Fachhochschulen in der HRK und
Rektor der Hochschule Neubrandenburg
Tel.: +49 (0)395 5693-1001
E-Mail: rektor@hs-nb.de

Ansprechpartnerin für Journalist/innen
Sylke Schumann
Pressesprecherin
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Tel.: +49 (0)30 30877-1220
E-Mail: presse@hwr-berlin.de function fbs_click() {u=location.href;t=document.title;window.open('http://www.facebook.com/sharer.php?u='+encodeURIComponent(u)+'&t='+encodeURIComponent(t),'sharer','toolbar=0,status=0,width=626,height=436');return false;} html .fb_share_link { padding:2px 0 0 20px; height:16px; background:url(http://static.ak.facebook.com/images/share/facebook_share_icon.gif?6:26981) no-repeat top left; } Share on Facebook


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