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Forschungsprojekt der MHH mit 20.000 Euro gefördert

15.02.2013 - (idw) Der herzkranke Diabetiker - Stiftung in der Deutschen Diabetes-Stiftung

Das DHD-Stipendium für innovative Forschungsideen hat Dr. rer. nat. Seema Dangwal aus Hannover erhalten. Die Pharmakologin untersucht die parakrine Rolle von microRNAs auf den vaskulären crosstalk unter erhöhten Glukosespiegeln. Im vierten Verleihungsjahr geht das Forschungsstipendium der Stiftung DHD zum zweiten Mal an die Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Das Stipendium wurde kürzlich an Dr. rer. nat. Seema Dangwal vom Institute of Molecular and Translational Therapeutics Strategies (IMTTS) der MHH verliehen. Mit der Summe von 20.000 Euro fördert die Stiftung DHD innovative Ideen von Nachwuchsforschern, deren Projekte einen vielversprechenden wissenschaftlichen Ansatz zur Klärung der Zusammenhänge von Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen aufweisen.

Die Projektidee von Seema Dangwal konnte die Jury überzeugen, betonte Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe bei der Ehrung im Januar in Berlin. Dass es im vierten Jahr erneut eine Laureatin ist, die das Stipendium erhält, liege nicht daran, dass Frauen die besseren Forscher sind, sondern daran, dass mehr Arbeiten von weiblichen Wissenschaftlern eingereicht wurden, ergänzte Tschöpe. Die gebürtige Inderin sei ein exzellentes Beispiel dafür, dass sich Motivation gepaart mit Ehrgeiz und wissenschaftlichem Interesse wirklich lohnt, so der Vorsitzende der Stiftung DHD. Schon in der Vergangenheit erhielt die 31-Jährige Auszeichnungen mit Renommee, u.a. den Best Oral Presentation award in Basic Sciences (Surat, India) und den Children´s Hospital postdoctoral fellowship" (Harvard Medical School, Boston). Zudem wurde die Promotionsarbeit der Laureatin mit dem Preis der Anna-Wunderlich-Ernst-Jühling-Stiftung gewürdigt.

Die Pharmakologin Seema Dangwal ist Wissenschaftlerin am IMTTS in Hannover, unter der Leitung von Prof. Dr. med. Thomas Thum. Zu ihren Schwerpunkten gehört die Forschung zu Thrombozytenfunktion, regulatorischen Prozessen erhöhter Glukosespiegel und damit assoziierten vaskulären Komplikationen. Das geplante Projekt von Dangwal, welches mit 20.000 Euro Anschubfinanzierung über die Stiftung DHD gefördert wird, trägt den Titel der Role of platelet microRNAs in diabetic vascular crosstalk.
Ausgangspunkt des Forschungsansatzes ist die Funktion der Thrombozyten, die der Aufrechterhaltung der allgemeinen Hämostase dienen, die Integrität der Gefäßwand schützen und eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Thrombosen, Arteriosklerose und vaskulärem Remodeling spielen. Blutplättchen tragen keine eigene DNA (deoxyribonucleic acid), sondern erben genetische Information in Form von RNA (ribonucleic acid) mit begrenzter Translationsmaschinerie von ihren Vorläuferzellen, den Megakaryozyten, zur Translation von mRNA (messenger RNA) in Protein. Durch Thrombin aktivierte Blutplättchen sezernieren den Inhalt ihrer Granula zur schnellen Thrombozytenaggregation und Einbettung in Fibrinplaques am Ort der Gefäßwandverletzung.
Die Aktivierung der Thrombozyten führt zu einer parakrinen Rekrutierung von Nachbarzellen zur Induktion des vaskulären Remodelings und der Entwicklung der Arteriosklerose. Thrombozyten sind Träger von microRNAs (small non-coding RNA) und assoziierten Proteinen. Ihre Funktionen sind aber weitgehend unbekannt, erläutert die Stipendiatin. Aufgrund der kurzen Lebensdauer und der begrenzten translatorischen Kapazität von Thrombozyten sei es wahrscheinlich, dass aktivierte Blutplättchen ihren microRNA-Gehalt in die lokale Umgebung sezernieren und damit Empfängerzellen durch eine Veränderung der post-transkriptionellen Genregulation beeinflussen, so Dr. rer. nat. Seema Dangwal. Ziel des Forschungsprojektes ist es, die parakrine Rolle von microRNAs aus durch Thrombin aktivierten Thrombozyten auf den vaskulären crosstalk unter erhöhten Glukosespiegeln zu untersuchen, führt die Wissenschaftlerin vom IMTTS aus Hannover weiter aus. Notwendige erste Schritte sind die hochreine Isolierung von Thrombozyten aus Patienten mit Diabetes mellitus und die Analyse ihres microRNA-Spektrums. Unter Kulturbedingungen werden die Blutplättchen unterschiedlichen Stimuli ausgesetzt und ihre Funktionalität überprüft. Aktivierte Thrombozyten sezernieren verschiedene Proteine und Botenstoffe, deren Wirkung an Gefäßzellen bestimmt werden soll. Bei Diabetes ist dieser Prozess verändert. Die Stipendiatin versucht zu klären, inwieweit Veränderungen des thrombozytären microRNA-Profils zu einer gestörten vaskulären Hämostase beitragen können.

Auch in diesem Jahr wird das DHD-Stipendium in Höhe von 20.000 Euro ausgeschrieben. Die Förderung junger Wissenschaftler, die ein Forschungsprojekt zum Problemfeld Diabetes und Herz auf den Weg bringen möchten, wird durch Astra Zeneca/ Bristol-Myers Squibb unterstützt. Die eingereichten Projektskizzen werden von einer unabhängigen Jury der Stiftung DHD begutachtet. Die Verleihung findet im ersten Halbjahr 2014 statt.
Bis zum 01. September 2013 können Forschungsideen eingereicht werden. Die Bewerber sollten nicht älter als 35 Jahre sein.
Details zur Ausschreibung und zu den bisherigen Stipendiaten unter http://www.stiftung-dhd.de
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