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Kinder- und Jugendpsychiatrie-Kongress diskutiert Zusammenhang von Sucht und psychischen Störungen

18.02.2013 - (idw) Universität Rostock

Suchtproblematiken waren von jeher eng mit psychischen Störungen verwoben. Seit Jahren ist es daher Tradition, auf den Kongressen der Kinder- und Jugendpsychiater auf die Suchtprobleme unserer Jugend einzugehen. Auf dem diesjährigen XXXIII. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), der vom 6. bis 9. März 2013 in der Rostocker Stadthalle stattfinden wird, geschieht dies in ganz besonderem Maße. Denn: das Thema Sucht in Verbindung mit psychischen Störungen wird uns bei Kindern und Jugendlichen künftig noch weitaus mehr beschäftigen als bisher, sagt Prof. Dr. med. Frank Häßler, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter an der Rostocker Universitätsmedizin.

Bei der Erarbeitung und Vorbereitung der Beiträge spielte die Suchtkommission der drei kinder- und jugendpsychiatrischen Fachgesellschaften (DGKJP, BAG, BKJPP) eine herausragende Rolle. In einem State-of-the-Art Vortrag wird Prof. Rainer Thomasius, Leiter des deutschen Zentrums für Suchtfragen im Kindes- und Jugendalter des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Leiter der Suchtkommission, einen Überblick über die jüngsten Forschungen zur Suchtproblemen der Jugend und ihrer Verflechtung mit kinder- und jugendpsychiatrischen Problemen geben. Zwei Workshops beschäftigen sich mit Behandlungsstrategien für Kinder und jugendliche mit Suchterkrankungen. Der von Kommissionsmitglied Dr. Peter Melchers (Chefarzt am Kreiskrankenhaus Gummersbach) organisierte Workshop behandelt Fragen der Akutbehandlung und des qualifizierten Entzugs. Kommissionsmitglied Dr. Edelhard Thoms, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Psychotherapie am Parkkrankenhaus Leipzig, leitet den zweiten Workshop zur Behandlung, in dem auf Metaphetamine, die Behandlung von Traumata und andere Fragen eingegangen wird. Der schwerer gewordenen Diagnostik substanzbezogener Störungen widmet sich ein Symposium unter der Leitung von Dr. Jakob Nützel (Klinikum Weissenau Ravensburg).

Das Thema der nichtstoffgebundenen Süchte erschien den Organisatoren so wichtig, dass ein zweiter State-of-Art-Vortrag das Thema Sucht in der Mediengesellschaft behandelt. Laut Schätzungen neuer epidemiologischen Studien sind etwa eine Viertelmillion 14-25jährige Deutsche netzabhängig, während über eine Million Jugendliche als Problemnutzer klassifiziert werden. Das Kommissionsmitglied Dr. Oliver Bilke-Hentsch, Ärztlicher Leiter der Modellstation Somosa Winterthur, geht in seinem Beitrag auf die Probleme der Definition dieser Süchte, ihren Platz in einer vernetzten Gesellschaft und mögliche Problemlösungen ein. Suchtprävention ist auch Prävention psychischer Störungen.

Neueste Ergebnisse zur Präventionsforschung stellt ein Symposium unter Leitung von Prof. Franz Resch (Heidelberg) vor. Im Symposium präsentieren unter anderen die Kommissionsmitglieder Professor Thomasius und Dr. Olaf Reis (Universität Rostock und wissenschaftlicher Sekretär des Kongresses) Ergebnisse zu den Problemfeldern Alkohol, Cannabis, Nikotin, Familie und pathologischer Internetgebrauch. Damit reagiert der Kongress auf die Herausforderungen an eine modernen Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zukünftige Kindheiten werden noch stärker durch Internet und psychotropische Substanzen geprägt, meint Olaf Reis, weshalb der XXXIII. Kongress der DGKJP den Stand der aktuellen Forschung und Praxis zu diesem Thema ausführlich dokumentieren wird.

Kontakt:
Universitätsmedizin Rostock
Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter
Dr. phil. Olaf Reis
Fon: +49 (0)381 494 9586
Mail: olaf.reis@uni-rostock.de

Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
Mail: ulrich.vetter@uni-rostock.de
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