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Europäische Solidarität ja aber nicht um jeden Preis

25.02.2013 - (idw) Universität Bremen

Studie von Bremer Sozialwissenschaftler belegt: Bremer sind für die EU, wenn es sie nichts kostet. Eine Mehrheit der bremischen Bevölkerung ist der Meinung, Deutschland profitiere von der Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Nur die Wenigsten wären jedoch für einen dauerhaften Finanzausgleich zwischen EU-Ländern zu persönlichen Nachteilen bereit. Das ergab eine Umfrage des Instituts für empirische und angewandte Soziologie (EMPAS) im Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Bremen, vom Dezember 2012.

Die Europäische Union gilt auch über die europäischen Grenzen hinaus als Symbol für Solidarität und Zusammenhalt. In der gegenwärtigen Schuldenkrise beginnt dieses Image jedoch Schaden zu nehmen. Die Staaten der Europäischen Union sind sich uneinig, mit welchen Maßnahmen die Krise am besten abgewendet werden kann. Dabei wird Deutschland häufig der Vorwurf gemacht, dominant und eigensinnig zu agieren. Doch welche Rolle spielt die Europäische Union für Deutschland in den Augen der Bürgerinnen und Bürger Bremens? Unter anderem diesem Thema widmet sich derzeit ein wissenschaftliches Projekt der Universität Bremen unter dem Titel Deutschland im Trend der Zeit. Gestützt auf eine Zufallsauswahl (Einwohnermeldeamtsstichprobe), wurden 290 Personen der wahlberechtigten Bevölkerung Bremens dafür befragt.

Deutschland in der Europäischen Union

Die Meinung der Bevölkerung zur Europäischen Union ist positiv: Mehr als zwei Drittel der Befragten sehen vor allem Vorteile in der EU-Mitgliedschaft Deutschlands. Ebenso ist ein Großteil der Befragten trotz der jetzigen Krise der Meinung, die Einführung des Euros hätte sich positiv für Deutschland ausgewirkt.

Die Ablehnung von wirtschaftlichen Hilfen für finanzschwache Staaten der EU ist hingegen groß. Was wäre, wenn nach dem Vorbild des Länderfinanzausgleichs, wie es ihn in Deutschland gibt, ein dauerhafter EU-Finanzausgleich eingeführt würde? Persönliche finanzielle Nachteile, die dadurch entstehen könnten, würde eine Mehrheit der Bremischen Bevölkerung nicht hinnehmen wollen. So lehnt es ein Großteil der Befragten ab später in Rente zu gehen (62%), allgemeine finanzielle Nachteile, zum Beispiel durch Inflation, auf sich zu nehmen (70%), höhere Steuern zu bezahlen (66%) oder ein Prozent ihres Bruttolohnes für einen Solidaritätszuschlag auf EU-Ebene abzugeben (62%). Einen EU-Finanzausgleich selbst würden 51 Prozent ablehnen.

In Ihrer Aktualität wirft die Eurokrise ständig neue Fragen auf, denen die Universität Bremen mit weiteren wissenschaftlichen Studien nachgehen möchte. Derzeit wird eine offene Umfrage zur Krise unter www.deutschlandweit-gefragt.de durchgeführt. An dieser Initiative können Personen ab 18 Jahren teilnehmen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Sozialwissenschaften
Institut für empirische und angewandte Soziologie (EMPAS)
Prof. Dr. Uwe Engel
Björn Oliver Schmidt
Telefon: (0421) 218 67323
E-Mail: bschmidt@empas.uni-bremen.de function fbs_click() {u=location.href;t=document.title;window.open('http://www.facebook.com/sharer.php?u='+encodeURIComponent(u)+'&t='+encodeURIComponent(t),'sharer','toolbar=0,status=0,width=626,height=436');return false;} html .fb_share_link { padding:2px 0 0 20px; height:16px; background:url(http://static.ak.facebook.com/images/share/facebook_share_icon.gif?6:26981) no-repeat top left; } Share on Facebook


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