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Der Darwinismus-Streit

19.11.2003 - (idw) Universität Bielefeld

Die neuzeitlichen Naturwissenschaften standen von Beginn an in einem spannungsreichen und konfliktgeladenen Verhältnis zum traditionellen Weltbild, insbesondere zur etablierten christlichen Religion. Im 19. Jahrhundert spitzten sich diese Spannungen in mehrerer Hinsicht zu. Zum einen drangen naturwissenschaftliche Kenntnisse in einem bis dahin unbekannten Maße über die engen Kreise der akademisch Gebildeten hinaus ins allgemeine Publikum vor und begannen, Einfluss auf das Weltbild der Massen zu nehmen. Zum anderen traten in Gestalt des Positivismus und des naturwissenschaftlichen Materialismus geistige Bewegungen auf, die das überkommene religiöse und philosophische Denken direkt angriffen und grundsätzlich verwarfen. Die Denkweise und die Resultate der Naturwissenschaften wurden zunehmend als umfassende Weltanschauung und als geistiges Mittel der gesellschaftlicher Veränderung in Anspruch genommen.

Nachdem der "Materialismus-Streit" der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts diese Spannung ins allgemeine Bewusstsein gehoben hatte, spitzen sich die Auseinandersetzungen während der 60er Jahre noch einmal zu, als die Theorie Darwins in Deutschland bekannt wurde. In keinem anderen Land der Welt ist der "Darwinismus-Streit" auf so breiter Basis und so heftig ausgetragen worden: Zum einen als Streit um die wissenschaftliche Stichhaltigkeit der Darwinschen Theorie, zum anderen und vor allem als Streit um ihre weltanschaulichen und politischen Implikationen.

Mit diesen beiden Streitebenen befasst sich die Tagung "Der Darwinismus-Streit. Naturwissenschaft, Philosophie und Weltanschauung im 19. Jahrhundert, die vom 27. bis 29. November im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld stattfindet. Dabei wird die von Kurt Bayertz (Münster) und Walter Jaeschke (Bochum) geleitete Tagung auch berücksichtigen, dass an einigen der damaligen "Fronten" auch heute noch gekämpft wird.

Weitere Informationen: ZiF-Tagungsbüro, Telefon 0521/106 2769, Internet: www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/AG/2003/11-27-Bayertz.html.

Pressemitteilung Nr. 200/2003
Universität Bielefeld
Informations- und Pressestelle
Dr. Gerhard Trott
Telefon: 0521/106-4145/4146
Fax: 0521/106-2964
E-Mail: gerhard.trott@uni-bielefeld.de
Internet: www.uni-bielefeld.de
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