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Absolventin der TU Kaiserslautern erhält den Deutschen Zukunftspreis 2003

20.11.2003 - (idw) Technische Universität Kaiserslautern


Dr. Melanie Klasen-Memmer Bundespräsident Johannes Rau zeichnete Dr. Kazuaki Tarumi (Sprecher), Dr. Melanie Klasen-Memmer und Dr. Matthias Bremer, Merck KGaA, Darmstadt für ihr Projekt "Leichter, heller, schneller: Flüssigkristalle für Fernsehbildschirme" mit dem Deutschen Zukunftspreis 2003 aus.

Dr. Melanie Klasen-Memmer studierte von 1986 bis 1992 Chemie an der TU Kaiserslautern. Sie war Stipendiatin der Graduiertenförderung des Landes Rheinland-Pfalz (1992 bis 1995) und von 1995 bis 1997 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, mit Promotion in 1996, im Fachbereich Chemie der TU Kaiserslautern. Seit 1999 ist Melanie Klasen-Memmer Laborleiterin in der Flüssigkristallforschung / Physik der Merck KGaA, Darmstadt.

Der Deutsche Zukunftspreis, der mit 250.000 Euro dotiert ist, zeichnet einen Einzelnen oder ein Team für eine hervorragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovation aus. Die Anwendungsmöglichkeit der Entwicklung, ihre Marktfähigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen sind wichtige Kriterien für eine Prämierung der Forschungsleistung.

Ein Fernsehbild verlangt im Gegensatz zum Computermonitor besondere Qualitäten: Das Bild muss sehr hell und der Kontrast hoch sein, und rasche Bewegungen müssen natürlich wirken. Diese Anforderungen erfüllten bisher nur die klassischen Bildröhren-Fernsehgeräte. Seit kurzem sind die ersten großformatigen Fernseher auf Flüssigkristall-Basis auf dem Markt.Das Team um Dr. Kazuaki Tarumi hat an dieser Entwicklung entscheidenden Anteil: Es hat seit Mitte der 90er Jahre systematisch zahlreiche flüssigkristalline Substanzen synthetisiert, verbessert und in immer wieder neuen Mischungen getestet, bis Flüssigkristall-Mischungen gefunden waren, die es ermöglichten, die neuen großen LCD-Fernseh-bildschirme zu realisieren. Im Gegensatz zur Bildröhre benötigt der LCD-Fernseher nur rund 50 Prozent der Energie und hat eine doppelt so lange Lebensdauer.Flüssigkristalle sind stäbchenförmige Moleküle, die sich in Schichten parallel zueinander orientieren. Unter dem Einfluss einer elektrischen Spannung lässt sich diese Ausrichtung verändern. 1971 entdeckten die Schweizer Schadt und Helfrich, dass sich dieses Prinzip für die Herstellung von Displays nutzen lässt. In einer transparenten Zelle verändert eine Schicht aus Flüssigkristallen durch Anlegen elektrischer Spannung ihre Orientierung derart, dass kein Licht mehr durchgelassen wird. Liegt keine Spannung an, nehmen die Flüssigkristalle ihre ursprüngliche Anordnung wieder ein. Ein schaltbares Lichtventil war erfunden.Bundespräsident Johannes Rau möchte mit dem Preis die besondere Bedeutung von Spitzenleistungen in Wissenschaft und Technik für die Weiterentwicklung des Landes aufzeigen und in der breiten Öffentlichkeit ein Bewusstsein für diese Werte schaffen. "Denn", so der Bundespräsident, "der Erfolg von Produkten "made in Germany" ist gewiss zu einem guten Teil dem technischen Know-how zu verdanken, das in ihnen steckt. Nicht alles, was in unserem Land hergestellt wird, hat etwas mit Technik zu tun, oft aber sind es die technischen Dinge, die den Unterschied ausmachen und darum besonders wichtig sind für den weltweiten Erfolg deutscher Unternehmen."

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