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31. Vortrag der Erich-Regener-Vortragsreihe: Sternfreunde Braunschweig-Hondelage e.V.

21.11.2003 - (idw) Max-Planck-Institut für Aeronomie

Zum 31. "Erich-Regener-Vortrag" lädt das Max-Planck-Institut für Aeronomie (MPAE) in Katlenburg-Lindau alle interessierten Hörer in seinen Hörsaal ein (Ortsteil Lindau, Max-Planck-Strasse 2). Am Donnerstag, dem 27. November 2003, um 19.00 Uhr, wird Herr Hans Zimmermann einen ca. einstündigen Vortrag über das Thema "Die Sternfreunde Braunschweig-Hondelage e.V. - Amateure greifen nach den Sternen" halten. Hans Zimmermann interessierte sich schon während des Schulbesuchs in Bremen für Astronomie, absolvierte dann aber eine Lehre als Rundfunk- und Fernsehtechniker und bildete sich zum Techniker für Nachrichtentechnik fort. Seit 1967 lebt und arbeitet er in Braunschweig. Das Hobby Astronomie wurde dort allmählich zur Leidenschaft. Zimmermann war 1982 Mitgründer der "Hondelager Sternfreunde" und ist seit deren Eintragung ins Vereinsregister 1984 als "Sternfreunde Braunschweig-Hondelage e.V." ihr Vorsitzender. Der Verein hat heute ca. 80 Mitglieder.

Es gibt wohl nur wenige Wissenschaften, in denen Amateure so viel leisten können und so viel Anerkennung, aber auch so viel Befriedigung finden wie in der Astronomie. Unabhängig vom Beruf kann jedermann Himmelsobjekte mit blossem Auge oder mit preisgünstigen Teleskopen beobachten, Entdeckungen machen und sich an der Schönheit des Gesehenen erfreuen. Schon oft wurde darauf hingewiesen, dass sich zwar ein Chirurg als Amateur sehr erfolgreich mit der Beobachtung der Sterne beschäftigen könne, dass es aber wohl kaum einen Berufsastronomen gebe, der in seiner Freizeit erfolgreich operiere. Nachdem bereits vor zwei Jahrhunderten Amateurastronomen wie Olbers (Arzt), Herschel (Musiker) und Schroeter (Verwaltungsbeamter) das astronomische Wissen bereicherten, ist die Amateurastronomie heute in der ganzen Welt zu einem beliebten Hobby geworden - einem Hobby, dem die Berufsastronomie wichtige Erkenntnisse verdankt und das die Berufsastronomie in manchen Bereichen aktiv unterstützt: beispielsweise in der Sonnenforschung, bei der Asteroidensuche und der Entdeckung neuer Kometen. Insbesondere zeitintensive Aufgaben - wie die reine Durchmusterung des Himmels - sind ein sinnvolles Beschäftigungsfeld für Amateure, das die relativ wenigen Berufsastronomen wegen der teuren und knappen Beobachtungszeit ihrer Großteleskope und satellitengestützten Instrumente kaum bearbeiten. Auch in der Erwachsenenbildung arbeiten Amateure und "Profis" Hand in Hand.

Ursprünglich hat sich die Braunschweiger Gruppe aus reiner Freude an der Beobachtung des Sternenhimmels getroffen und Erfahrungen ausgetauscht. Hinzu kam später im Verein das Vergnügen am gemeinsamen Lernen und Feiern. Inzwischen werden auch grössere Ziele anvisiert: Schüler werden für die Naturwissenschaften begeistert, Braunschweiger Studenten der Fachrichtung Raumfahrt werden mit der Astronomie vertraut gemacht, und der Bau einer Volkssternwarte soll die Vereinsarbeit auf eine dauerhafte solide Grundlage stellen und eigene Forschungen ermöglichen. Über Vergangenheit und Gegenwart der Braunschweiger Amateurastronomen und über ihre Träume von der Zukunft wird Hans Zimmermann in Lindau berichten.

Erich Regener (http://www.physik.uni-stuttgart.de/Allgemein/geschichte/regener.html) (1881 - 1955), dessen Namen die Vortragsreihe trägt, war Physikprofessor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und an der Technischen Hochschule Stuttgart. Seit 1938 leitete er in Friedrichshafen am Bodensee die "Forschungsstelle für Physik der Stratosphäre in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft". Aus der Forschungsstelle entstand 1952 in Weissenau bei Ravensburg ein Max-Planck-Institut, das nach Regeners Tod nach Südniedersachsen verlagert wurde und eine der beiden Wurzeln des heutigen MPAE bildet. Regeners Interessen galten insbesondere der Kosmischen Strahlung und dem Ozon der Stratosphäre. Seit 1942 entwickelte er zur Erforschung der hohen Atmosphäre erstmals eine wissenschaftliche Nutzlast für eine Rakete, die zwar noch in Peenemünde in die Spitze einer A4-(V2-)Rakete eingebaut, in den Wirren des endenden Krieges aber nicht mehr gestartet wurde.

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