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Neue Spezialsprechstunden für Rheumatiker an der Charité

22.11.2003 - (idw) Kompetenznetz Rheuma am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ)

An der Klinik für Rheumatologie auf dem Campus Mitte der Charité in Berlin, wurde im November 2003 eine besondere Sprechstunde für Früharthritis im Rahmen des Kompetenznetzes Rheuma als Pilotprojekt eingerichtet. Hier können Patienten, bei denen seit maximal einem Jahr eine Gelenkentzündungen besteht, Hilfe finden. In Anfangsstadien rheumatischer Erkrankungen ist es oft schwierig, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Typische Symptome sind Gelenkschwellungen- und schmerzen an unterschiedlichen Gelenkregionen, die ohne ein vorangegangenes Trauma auftreten und eine Morgensteifigkeit der Gelenke.
Allerdings müssen gerade beim älteren Menschen Folgen von Gelenkverschleiß bzw. Arthrose unterschieden werden. Es kann jedoch auch ein immunologisch ausgelöstes Entzündungsgeschehen die Gelenk- oder Rückenbeschwerden auslösen, das gilt umso mehr für jüngere Patienten. Knapp ein Prozent aller erwachsenen Deutschen leidet an einer rheumatoiden Arthritis (chronische Polyarthritis).

Die rheumatoide Arthritis, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung der Gelenke, verläuft chronisch und führt zu einer Zerstörung von Knorpel und gelenknahem Knochen. Ständige Schmerzen, sowie zunehmender Verlust der Gelenkfunktion sind die Folgen für die Betroffenen. Innerhalb von wenigen Jahren wird die Mehrheit der Patienten vorzeitig erwerbsunfähig, wobei der Berentung zuvor oft lange Phasen der Arbeitsunfähigkeit vorausgehen.
Eine Heilung der rheumatoiden Arthritis ist gegenwärtig nicht möglich, allerdings steht eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die den Krankheitsprozess kontrollieren und erheblich verlangsamen können. Nach neueren Erkenntnissen spielt der Zeitpunkt ihres therapeutischen Einsatzes im Krankheitsverlauf eine entscheidende Rolle. Je früher eine rheumatoide Arthritis mit immunologisch wirksamen Präparaten behandelt wird, umso erfolgreicher ist die Therapie und umso geringer scheint die Gefahr langfristiger Gelenkschäden.
Die besondere Schwierigkeit liegt darin, eine rheumatoide Arthritis rechtzeitig zu erkennen. Die Erkrankung beginnt oft nicht mit den typischen Zeichen des späteren voll ausgeprägten Krankheitsbildes. Andererseits entwickelt sich nicht jede neue Gelenkentzündung zu einer rheumatoiden Arthritis. Da immunologisch wirksame Rheumamittel zugleich mit Nebenwirkungen verbunden sein können, werden sie nur bei entsprechendem Krankheitsbild verordnet. Die Abschätzung des Risikos für den einzelnen Patienten und der Therapienotwendigkeit erfordert daher eine fachkompetente rheumatologische Kenntnis.
Wie Erfahrungen aus mehreren europäischen Ländern zeigen, haben sich eigens für Früherkrankungsphasen eingerichtete Spezialsprechstunden hervorragend bewährt, um den richtigen Zeitpunkt für eine gezielte antirheumatische Therapie zu treffen. Anhand von besonderen Krankheitszeichen und Blutwerten kann der Rheumatologe schon nach kurzer Erkrankungszeit solche Patienten erkennen, die dringend eine immunologisch wirksame antirheumatische Behandlung erhalten sollten.
An der Charité (Mitte) können Patienten, bei denen eine entzündliche Gelenkerkrankung neu aufgetreten ist, sowohl weitere Informationen als auch einen Termin unter der Telefonnummer 030-450-513 052 bei Frau Dettmer erhalten. Bei der ersten Untersuchung füllt der Patient einen Fragebogen zu seinen Beschwerden aus, und es wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Je nach Ergebnis kommt der Patient danach zu einem zweiten Untersuchungstermin an die Charité. Wenn sich keine Hinweise auf eine rheumatoide Arthritis zeigten, erhält der Patient einen abschließenden Brief für seinen Hausarzt mit Empfehlungen zu weiteren Behandlung.
Kontakt:
Prof. Burmester, Dr. Kary und Dr. Fritz
Universitätsklinikum Charité,
Medizinische Kliinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie
Schumannstr. 20/21, 10117 Berlin

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