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Vielfalt und Wärme in den Städten

22.11.2003 - (idw) Universität Dortmund

Vor hundert Jahren gab Georg Simmel mit einem Aufsatz über "Die Großstädte und das Geistesleben" wesentliche Denkanstöße für die Sozialwissenschaften und die Stadtforschung. Die Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund prüft jetzt mit einer Vortragswoche, welche Aktualität der in der Hochphase der Industrialisierung geschriebene Beitrag Simmels heute noch hat.

Angesichts der damaligen rapiden Siedlungsverdichtung entstanden - so die Raumplaner in ihrer Einladung - versachlichte Formen der zwischenmenschlichen Beziehungen. Heute werde in der Beschreibung und Bewertung der Globalisierungstendenzen eine dazu gegenläufige neue Intimität der Sozialbeziehungen und Siedlungsformen ausgemacht. An fünf Nachmittagen der ersten Dezemberwoche stehen von Simmel vermittelte tiefe Einsichten in die Bauweise des Sozialen wie des Urbanen im Hintergrund der Vorträge.

Alle Vorträge finden statt im neuen Foyergebäude an der Baroper Straße des Campus Süd. Als Blickfang und Anregung ist dort (täglich von 12 bis 18 Uhr, am Freitag auch in einer Nocturne von 19 bis 22 Uhr) erneut die Fotoausstellung "Rhythmen & Räume" zu sehen, die Gerd Held im Paris der Jahre 1985 bis 89 aufgenommen hat: Er spricht in der Beschreibung der Bilder ganz im Sinne Simmels von "Vielfalt und Wärme des Lebens ... in einer coolen Ordnung".

Die öffentliche Vortragsreihe im Einzelnen:

Montag, 1. Dezember 16 Uhr: "Die großstädtische Konstruktion des Sozialen - Eine Lektüre Georg Simmels" bietet Dr. Gerd Held.
Dienstag, 2.Dezember 16 Uhr: "Über die Grenzen der Ästhetisierung der Zwischenstadt - Georg Simmel und die Anästhetik als Problem des Städtebaus" - das ist das Thema von Gastredner Prof. Dr. Thomas Sieverts aus Bonn.
Mittwoch, 3. Dezember 16 Uhr: "Zur Sozialdimension der Raumentwicklung - Elemente eines 'Cultural Turn' in der raumwissenschaftlichen Forschung" spricht als Gast Prof. Dr. Dieter Keim aus Berlin.
Donnerstag, 4. Dezember 16 Uhr: "Europäische Bürgerstadt, moderne Großstadt und Dritte Welt-Stadt - Stadtkulturen im Vergleich" erläutern Prof. Dr. Volker Kreibich und Privatdozent Rainer Danielzyk.
Freitag, 5. Dezember 14 Uhr: "Zur Renaissance der Großstadt in der Wissensgesellschaft" referiert abschließend wieder als Gast Prof. Dr. Dieter Läpple aus Hamburg.

Weitere Auskunft: Dr. Gerd Held, Fakultät Raumplanung,
Ruf 0173-8249872, Mail: gheld@rp.uni-dortmund.de
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