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FH Jena:Zukunftswerkstatt erarbeitet Anregungen für Jenas Kommunalpolitiker

25.11.2003 - (idw) Fachhochschule Jena


Zukunftswerkstatt zum Thema Wohnen Am Wochenende hatten die Fachhochschule, die Stadt Jena und das Integrative Frühförderzentrum Schwabenhaus zur letzten Veranstaltung der Zukunftswerkstatt "Menschen mit Behinderungen planen ihre Stadt" eingeladen. Nachdem es in den vorhergehenden Runden um Barrierefreiheit, den "Sozialstaatsdschungel", Schulen und Arbeit gegangen war, widmeten sich die Teilnehmer diesmal dem Thema Wohnen. Ziel der anlässlich des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen stattfindenden Veranstaltungsreihe war die Zusammenstellung eines Katalogs von Anregungen und Vorschlägen, um die Lebensqualität der Betroffenen in Jena zu verbessern. Dieser "Wunschzettel" wird Anfang nächsten Jahres Verantwortlichen in der Kommunalpolitik, in der Stadtverwaltung und in anderen Ämtern und öffentlichen Einrichtungen übergeben und soll nach dem Willen der Veranstalter zukünftig möglichst viele Entscheidungen in Politik und Verwaltung beeinflussen.
Die Teilnehmer der Veranstaltungen bestätigten immer wieder, dass die Belange von Menschen mit Behinderungen in Jena bereits sehr ernst genommen werden. Professor Lakemann von der Fachhochschule erläutert deshalb: "Unsere Ergebnisdokumentation darf keinesfalls als Meckerliste missverstanden werden. Sie soll eine Grundlage für weitere Verbesserungen sein und kann dies nur, wenn sie auf offene Ohren bzw. Augen stößt."
Die Liste der angesprochenen Themen reicht von einer akustischen Fahrstuhl-Etagenansage im Intershop-Turm bis zum Aufnahmegespräch beim Arbeitsamt, von der Homepage der Stadt bis zu barrierefreien Wohnungen in Studentenwohnheimen und von schwer verständlichen Formularen bis zu Transparenz in der Schulnetzplanung. Es geht um kostenintensive Wünsche wie das Aufstellen einer Fußgängerampel aber auch um solche, deren Erfüllung viel Geld einsparen würde. Beispielsweise könnte die generelle Einbeziehung von Behindertenvertretern in Bauplanungen dazu beitragen, teure Nachbesserungen zu vermeiden. Die Vorschläge sind aus dem Expertenwissen der Betroffenen und Beteiligten entstanden. Ihnen liegen Erfahrungen zugrunde, die mitunter hart waren und bei dem einen oder der anderen durchaus auch zu Resignation geführt haben. Eine Teilnehmerin sagte nach Abschluss der letzten Runde dankbar, dass ihr diese Veranstaltungen nach einer langen Zeit, in der sie sich vorrangig um ihre Gesundheit kümmern musste, den Mut und die Zuversicht zum Einmischen in die eigenen Angelegenheiten wiedergegeben haben. Freilich setzte sie auch hinzu: "Man darf nicht zu viel erwarten. Aber wenn es ein bisschen nützt, will ich sehr froh sein."

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