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Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald trauert um Prof. Dr. Berthold Beitz

02.08.2013 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Mit großer Trauer und tiefer Betroffenheit haben die Mitglieder der Universität die Nachricht vom Tod von Professor Dr. Berthold Beitz erfahren. Das Unternehmen ThyssenKrupp AG teilte mit, dass Berthold Beitz am 30. Juli 2013 im Alter von 99 Jahren gestorben ist. Berthold Beitz hat sich über Jahrzehnte hinweg in einzigartiger Weise um die Universität Greifswald verdient gemacht. Die Rektorin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Professorin Dr. Johanna Eleonore Weber, zeigte sich zutiefst betroffen: Wir trauern um Professor Dr. Berthold Beitz, einen großen Freund und Förderer der Universität Greifswald und eine großartige Persönlichkeit. Unsere Trauer verbindet sich mit tiefer Dankbarkeit für die herausragende Hilfe und Unterstützung, die Berthold Beitz der Universität hat zukommen lassen.

Im Jahre 1913 in der Nähe von Greifswald geboren, fühlte sich Berthold Beitz der Region und ganz besonders der Universität zeitlebens engstens verbunden. Die Entwicklung Greifswalds als Standort wissenschaftlichen Lebens hat Berthold Beitz nachhaltig geprägt. In einzigartiger Weise setzte er sich für die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Kultur in seiner früheren Heimat ein, insbesondere in seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstandes und des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Noch vor der politischen Wende und dem Fall der Mauer baute Berthold Beitz Brücken über die Systemgrenzen hinweg. In den Jahren 1989 und 1990 beschloss die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung die dringend notwendige Soforthilfe für Krankenhäuser in der DDR, um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Die Stiftung sicherte die medizinische Grundversorgung, ermöglichte die Anschaffung neuer Geräte und garantierte so die medizinische Versorgung in den Zeiten des Umbruchs. Weitere Förderprogramme für den medizinischen Bereich der Universität folgten in der Nachwendezeit, hier insbesondere für den Bau einer Klinik für Hämatologie und Onkologie, das Stipendienprogramm Community Medicine sowie die Errichtung eines Hospizes und des Neurologischen Rehabilitationszentrums.

Im historischen Herzen der Stadt Greifswald hat Berthold Beitz mit der Einrichtung des Alfried Krupp Wissenschaftskollegs ein besonderes Zeichen für Greifswald als einem weltoffenen Zentrum für Begegnungen im Ostseeraum gesetzt. Das Alfried Krupp Wissenschaftskolleg ist zu einer hoch geachteten Stätte wissenschaftlicher Begegnungen und der Förderung von Forschung geworden, die das Profil der Universität nachhaltig schärft und sie in ein weitgespanntes Netzwerk des internationalen Austausches einbindet.

Eine nicht minder große Rolle spielte für Berthold Beitz die Förderung der Kultur in Greifswald. So unterstützt die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung die jährlich stattfindenden Ereignisse der Bachwoche und des Nordischen Klangs, beteiligte sich an der Finanzierung des Erwerbs eines Gemäldes von Caspar David Friedrich und unterstützte auch das Caspar-David-Friedrich-Zentrum.

Die Universität Greifswald ehrte Berthold Beitz für seine großartigen Verdienste in vielfacher Weise: Berthold Beitz ist Ehrensenator der Universität sowie Ehrendoktor der Universitätsmedizin. Der Platz zwischen der neuen Universitätsbibliothek und dem Universitätsklinikum trägt seinen Namen, die Restaurierung des zentralen Hörsaalgebäudes der Universität wurde ihm gewidmet. Anlässlich des 550-jährigen Jubiläums der Universität Greifswald würdigte die Universität ihn als eine große Stifterpersönlichkeit, in einer Reihe mit den beiden anderen bedeutenden Stiftern der Universität, Heinrich Rubenow, der Gründer und erste Rektor der Universität Greifswald, und Herzog Bogislaw der Vierzehnte, aus dessen Schenkungen an Landbesitz bis heute das Körperschaftsvermögen der Universität resultiert. Im Rahmen der Jubiläumsfeier im Dom St. Nikolai wurde Berthold Beitz als Stifterpersönlichkeit mit einer Goldmedaille geehrt, die Heinrich Rubenow auf der Vorderseite und das Universitätshauptgebäude auf der Rückseite zeigen. Diese Medaille kann nur ein einziges Mal vergeben werden und unterstreicht damit das einzigartige Engagement von Berthold Beitz für die Universität Greifswald.


Dennoch können all diese Ehrungen nur einen kleinen Teil dessen würdigen, was Berthold Beitz zeitlebens für die Universität Greifswald bewirkt hat. Der Tod von Berthold Beitz ist ein unermesslicher Verlust. Er wird uns immer unvergessen bleiben.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Presse- und Informationsstelle
Domstraße 11, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86-1150
Mobil 0170 5669683
pressestelle@uni-greifswald.de
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