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TV-Duell Angela Merkel gegen Peer Steinbrück

07.08.2013 - (idw) Universität Hohenheim

Live-Bewertung und Blitz-Analyse an der Universität Hohenheim

Einladung an Journalisten/innen, die Studie live zu beobachten
Sonntag, 1. September 2013, 19:00 Uhr, Universität Hohenheim, Hörsaal 10 (Lageplan anbei): Vorbesprechung mit Hintergrundinformationen über Ziele und Methoden der Live-Studie
Sonntag, 1. September 2013, 20:3022.00 Uhr, Universität Hohenheim, Hörsaal 11: Live-Bewertung TV-Duell Noch schneller ist unmöglich: Live und in Echtzeit werten Kommunikationswissen¬schaftler der Universität Hohenheim am 1. September aus, wer beim TV-Duell von Angela Merkel und Peer Steinbrück wann und mit welchen Themen bei den Zuschauern punkten kann. Gemessen wird die Zustimmung mit Hilfe von 220 Testzuschauern. Sie bewerten die Politiker zeitgleich zur Debatte mit einem Drehregler. Journalisten/innen sind eingeladen, die Live-Studie vor Ort zu begleiten. Eine erste Auswertung erhalten Sie direkt im Anschluss an das Duell.

Das Fachgebiet Kommunikationswissenschaft der Universität Hohenheim lädt Journalisten/innen herzlich ein, die Live-Studie zu beobachten. Da die Zahl der Teilnehmer begrenzt ist, möchten wir Sie bitten, sich unter folgender E-Mail-Adresse anzumelden:

frank.brettschneider@uni-hohenheim.de

Für interessierte Medienvertreter findet eine Vorbesprechung mit Hintergrundinformationen über Ziele und Methoden der Live-Studie statt am Sonntag, 1. September 2013 um 19 Uhr, Universität Hohenheim, Hörsaal 10. Das TV-Duell selbst sowie die Live-Bewertungen können an der Universität Hohen¬heim verfolgt werden. Im Anschluss steht Prof. Dr. Frank Brettschneider für erste Analysen zur Verfügung.
Zum TV-Duell beantwortet Prof. Dr. Frank Brettschneider, Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim, die folgenden Fragen. Danach folgt eine kurze Darstellung von Untersuchungsgegenstand und Methode.

Was ist das Besondere an TV-Duellen?
TV-Duelle sind eines der wichtigsten Ereignisse in modernen Medien¬¬¬wahl¬kämpfen. In Bundestagswahlkämpfen haben sich TV-Duelle zwischen den Spitzenkandidaten fest etabliert. Sie erreichen eine bedeutende Anzahl an Wäh¬le¬rinnen und Wählern und wirken sich auf deren Wissen, Einstellungen und unter Umständen auch auf die Wahlabsicht aus.

Und was ist das Besondere am TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück?
Das TV-Duell zur Bundestagswahl ist aus mehreren Gründen besonders interessant. Erstens: Das Kopf-an-Kopf-Rennen der politischen Lager in Umfragen lässt den Wahlausgang offen. Zweitens: Der SPD-Herausforderer Peer Steinbrück ist redegewandter als sein Vorgänger bei der Bundestagswahl 2009. Er wird versuchen, mit dem TV-Duell anzugreifen und eigene Anhänger zu mobilisieren. Das TV-Duell dürfte mithin spannender werden als 2009.

Wie wichtig sind TV-Duelle im Wahlkampf?
In TV-Duellen findet der Wahlkampf wie unter einem Brennglas statt. Kein anderes einzelnes Ereignis im Wahlkampf erreicht so viele Menschen wie das TV-Duell zwischen den Spitzenkandidaten um die Position des Regierungschefs. Keine andere Plattform bietet den Spitzenkandidaten eine solch herausragende Kommunikationschance. Sie können auf diesem Weg Anhänger mobilisieren und Unentschiedene von sich überzeugen.

Wer schaut TV-Duelle?
Neben den politisch Interessierten und den Parteianhängern werden TV-Duelle auch von denjenigen Wählerinnen und Wählern wahrgenommen, die über geringeres politisches Interesse und Wissen verfügen und die sich seltener aus anderen Quellen über Politik informieren. Oft setzen sie sich durch das TV-Duell zum ersten Mal intensiv mit den unterschiedlichen Positionen der Parteien auseinander.

Und was bewirken TV-Duelle?
Die Wirkung hängt vom Verlauf des Duells und von den Voreinstellungen der Zuschauer ab. Diejenigen Zuschauer, die parteipolitisch weitgehend festgelegt sind, ändern ihre Meinung aufgrund des TV-Duells in der Regel nicht. Im Gegenteil: Sie nehmen das Geschehen durch ihre parteipolitische Brille wahr und werden in ihren Auffassungen sogar noch bestärkt.
Die unentschiedenen Wählerinnen und Wähler hingegen können durch TV-Duelle leichter beeinflusst werden. Sie orientieren sich dann in erster Linie an der wahrgenommenen Problemlösekompetenz der Kandidaten sowie an deren Führungsstärke und an ihrer Vertrauenswürdigkeit.

Die Wirkungen auf die Bewertung der Kandidaten sind also am größten?
Ja. Den Spitzenkandidaten kommt als Gesicht und Stimme ihrer Parteien eine besondere Bedeutung bei der Vermittlung von Themen und politischen Positionen zu. Die stärksten Effekte des TV-Duells zeigen sich bei den Kandidatenimages und bei der Bewertung der Kandidaten.
Die Partei-Bewertungen werden hingegen vom Debattenverlauf weniger beeinflusst. Aber auch die Wahlabsicht kann beeinflusst werden: Bei einem knappen Wahlausgang kann ein TV-Duell durchaus die Wahl entscheiden wie vielen andere Faktoren auch.

Welche Debatten-Aussagen wirken am besten?
Allgemeine, wertbezogene Aussagen sowie emotionale Appelle der Debatten-Teilnehmer scheinen bei den Zuschauern über die Parteigrenzen hinweg die größte Zustimmung auszulösen. Angriffe auf den politischen Gegner polarisieren hingegen meistens. Die Angriffsstrategie kann sich aber auch gegen den Angreifenden selbst wenden wenn er überzieht.

Hintergrund: TV-Duell Untersuchungsgegenstand und -methode

Was wird erforscht?
Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen:
- Debattenwahrnehmung: Wie werden die in der Debatte diskutierten Inhalte vom Publikum wahrgenommen? Wie werden die Debattenbeiträge von Merkel und Steinbrück bewertet?
- Debattenstrategien: Wie reagiert das Publikum auf die Debattenstrategien von Merkel und Steinbrück? Werden z.B. Angriffe anders wahrgenommen als Selbst¬darstellungen?
- Debatteneffekte: Welchen Einfluss hat das TV-Duell auf Einstellung zu Par¬tei¬en und Kandidaten und auf die Wahlabsicht bei der Bundestagswahl?

Wie wird geforscht?
Die Wahrnehmung und Wirkung der Debatte wird in einer quasi-experimentellen Rezeptionsstudie mit 220 Teilnehmern an zwei Standorten untersucht. 140 Zu¬schau¬er aller Alters- und Bildungsgruppen sowie mit unterschiedlichen Parteineigungen werden das TV-Duell an der Universität Hohenheim live verfolgen, 80 Zuschauer an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg.
Das Kernstück der Untersuchung bildet die Live-Messung mittels Drehreglern. So wird sekundengenau erfasst, welcher Diskutant von welchen Personengruppen wie bewertet wird. Hinzu kommt eine Befragung der Zuschauer direkt vor und direkt nach dem TV-Duell. Durch die Verknüpfung mit der Live-Messung lässt sich feststellen, wie sich die Wahrnehmung des TV-Duells unmittelbar auf die Bewertung der Kandidaten und auf die Wahlabsicht auswirkt.

Gefördert wird die unabhängige Studie durch die Fritz Thyssen-Stiftung.

Kontakt für Medien:

Prof. Dr. Frank Brettschneider, Universität Hohenheim, Fachgebiet Kommunikationswissenschaft insb. Kommunikationstheorie Tel.: 0711 459-24030, E-Mail: frank.brettschneider@uni-hohenheim.de
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