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Signalweg für Graft-versus-host Erkrankung nach allogener Stammzelltransplantation entdeckt

02.09.2013 - (idw) Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Eine Gruppe von Forschern aus Deutschland und der Schweiz konnte erstmalig im Tiermodell nachweisen, dass spezielle Rezeptoren des angeborenen Immunsystems die Entstehung und den Verlauf einer Graft-versus-host Erkrankung (GVHD) nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSCT) beeinflussen und welche molekularen Mechanismen dabei greifen. In der Fachzeitschrift The Journal of Experimental Medicine berichten die Wissenschaftler um PD Dr. Hendrik Poeck von der III. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar der TU München sowie Prof. Robert Zeiser, von der I. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Freiburg und Dr. Emmanuel Contassot, Abteilung Dermatologie am Universitätsklinikum Zürich, über ihre Ergebnisse.
Die Graft-versus-host Erkrankung ist eine gefürchtete Komplikation nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation und insbesondere bei Beteiligung des Darmes mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert. Neuesten Erkenntnissen zufolge spielen Dysregulationen im angeborenen wie auch erworbenen Immunsystem hierbei eine entscheidende Rolle. In enger Zusammenarbeit konnten die Forscher nun zeigen, dass die bakterielle Besiedlung im Gastrointestinaltrakt, sowie die bei Zellzerfall nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation frei werdende Harnsäure dem Immunsystem eine lokale Schädigung anzeigen. In der Folge kommt es (i) zur Aktivierung eines spezifischen Rezeptorkomplexes, der die Produktion eines zentralen Entzündungsbotenstoffs (Interleukin-1beta) reguliert, und (ii) zur Aktivierung des Immunsystems des Stammzellspenders im Patienten führt, wodurch die Graft-versus-host Erkrankung entsteht.

Diese Ergebnisse haben einen essentiellen Baustein für das Verständnis der Biologie der Graft-versus-host Erkrankung hinzugefügt und bilden somit die Basis, neue therapeutische Strategien für diese Erkrankung zu entwickeln.

Kontakt:
PD Dr. Hendrik Poeck
III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München
Tel: +49 89 4140-4111
e-mail: Hendrik.Poeck@lrz.tu-muenchen.de Weitere Informationen:http://jem.rupress.org/content/early/2013/08/20/jem.20130084.abstract
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