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Franziska Jundt: Neue Professorin in der Medizin

03.09.2013 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Zukünftige Strategien im Kampf gegen den Krebs stehen im Zentrum der Forschung von Franziska Jundt. Die Medizinerin ist neue Professorin für Hämatologie und Internistische Onkologie an der Uni Würzburg. Sie ist eine von drei Frauen, die bislang in Deutschland eine Professur in diesem Fach erhielten. Welche Mechanismen laufen auf molekularer Ebene ab, wenn Menschen an speziellen Formen von Lymphdrüsenkrebs und am Multiplen Myelomen erkranken? Mit dieser Frage beschäftigt sich Franziska Jundt in ihrer Forschung schon seit Langem. Jundt war zuletzt als außerplanmäßige Professorin an der Medizinischen Fakultät der Charité in Berlin tätig; seit Kurzem forscht und lehrt sie an der Universität Würzburg.

Signalwege als Ansatzpunkte für neue Therapien

Im Fokus ihrer Arbeit liegt ein spezieller Signalweg, der sogenannte Notch-Signalweg. Dieser Signalweg ist in Lymphdrüsenkrebszellen besonders aktiviert und steuert das Wachstum und Überleben der Tumorzellen, sagt Jundt. In ihren Forschungsprojekten will die Wissenschaftlerin weitere mit Notch zusammenwirkende Signalwege identifizieren, um diese möglicherweise als Ansatzpunkt für neue zielgerichtete Therapiestrategien zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs zu nutzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert diese Arbeiten.

Darüber hinaus will sie in einem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt gemeinsam mit dem Berliner Biotechnologieunternehmen RiNA spezielle Wirkstoffe entwickeln, die gegen die auf den Lymphomzellen fälschlich exprimierten Notch-Proteine gerichtet sind. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Stoffe in Zukunft wirksame Tumortherapien ermöglichen könnten, sagt die Wissenschaftlerin. Dockt der Wirkstoff an das Notch-Protein an, soll er die bösartigen Lymphomzellen zum Absterben bringen.

Wie Myelomzellen mit ihrer Umgebung interagieren

In einem weiteren Forschungsprojekt untersucht Franziska Jundt gemeinsam mit ihrer Arbeitsgruppe das Wechselspiel von normalen Plasmazellen und Myelomzellen mit den sie umgebenden Nischen im Knochenmark. Wir gehen davon aus, dass dieses Wechselspiel maßgeblich an der Entstehung von Multiplen Myelomen und ihrer Resistenz gegenüber der Behandlung mit Chemotherapie beteiligt ist, sagt sie. Allerdings sei über die molekularen und zellulären Mechanismen dieser Wechselwirkung bislang wenig bekannt. Ziel dieser Arbeiten, die bislang von der Deutschen Krebshilfe unterstützt wurden, ist ebenfalls die Entwicklung noch wirksamerer Therapien gegen das Multiple Myelom.

Auf dem Gebiet des Multiplen Myeloms verfügen Universität und Universitätsklinikum Würzburg über vielfältige Expertise. Forschung und Behandlung von Patienten bilden hier seit vielen Jahren einen Schwerpunkt der Arbeit. So ist beispielsweise an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II die Deutsche Studiengruppe Multiples Myelom unter der Leitung von Hermann Einsele angesiedelt. Aus dem ganzen Bundesgebiet kommen deshalb Patienten nach Würzburg, um sich hier behandeln zu lassen. Darüber hinaus existiert an der Universität Würzburg seit vier Jahren die Klinische Forschergruppe Multiples Myelom.

Neues Angebot in der Lehre

Was die Lehre an der Universität Würzburg betrifft, hat die Medizinerin klare Vorstellungen: Sie plant, gemeinsam mit ihren Kollegen im Master-Studiengang Experimentelle Medizin und im Rahmen des Lehrbereichs Interdisziplinäre Onkologie ein Seminar für Studierende sowohl der Humanmedizin als auch der Experimentellen Medizin ab dem fünften Semester anzubieten.

Zur Person

Franziska Jundt stammt aus Heidelberg; an der dortigen Universität hat die ehemalige Studienstiftlerin Humanmedizin studiert. Es folgten Stationen in Birmingham, Catania, Boston und San Francisco, bevor sie 1995/96 den ersten und zweiten Abschnitt des United States Medical Licensing Examination sowie 1996 das Staatsexamen ablegte. Ebenfalls 1996 wurde sie bei dem Nobelpreisträger Harald zur Hausen am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg mit einer Arbeit über die transkriptionelle Regulation des humanen Papillomvirus Typ 18 promoviert.

Ihre weitere Karriere führte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin am Standort der Charité in Berlin-Buch sowie als klinisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe zur Untersuchung der molekularen Pathogenese von Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen an die Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie der Charité. 2005 habilitierte sie sich im Fach Innere Medizin bei Bernd Dörken mit dem Thema Molekulare Defekte in der Pathogenese maligner Lymphome und neue therapeutische Ansätze. Franziska Jundt ist verheiratet und hat drei Kinder.


Kontakt

Prof. Dr. Franziska Jundt, T: (0931) 201-40983
E-Mail: Jundt_F@ukw.de
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