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Forschung zu Naturschutz, Klimawandel und Gesundheit Dank internationalem biologischem Datennetzwer

24.09.2013 - (idw) Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung

150 Biologen und Informatiker aus 38 Ländern und Organisationen werden vom 4. bis 10. Oktober 2013 in Berlin beim Delegiertentreffen des internationalen biologischen Datennetzwerks Global Biodiversity Information Facility (GBIF) erwartet. Gastgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Am Mi.,den 9.10.13 um 11 Uhr wird die neue GBIF-Webseite erstmalig vorgestellt. Im englischsprachigen Science Symposium ab 13.30 Uhr verdeutlichen hochkarätige Vorträge, dass aktuelle Forschung zu Naturschutz, Klimawandel, Artenvielfalt und Gesundheit nur mittels der Daten aus dem internationalen Netzwerk erfolgen kann. Die Organisatoren vor Ort sind das Museum für Naturkunde Berlin und der Botanische Garten und das Botanische Museum der Freien Universität Berlin.

Das GBIF Datenportal verwaltet und vernetzt Daten über lebende, gestorbene und ausgestorbene Lebewesen der Erde. Es ist die weltweit größte Datenbank über Tiere, Pflanzen, Pilze und Fossilien. Das Portal vereint eine unvorstellbare Wissensmenge, die die Kapazität eines menschlichen Gehirns und Buches um Potenzen übersteigt. Derzeit sind über 400 Millionen Biodiversitätsdaten über GBIF von nahezu 500 Institutionen weltweit verfügbar. Das GBIF Datenportal ist nachweislich das relevanteste Arbeitstool für alle Wissenschaftler, die zur Artenvielfalt regional oder global arbeiten.

Daten, die über GBIF zugänglich sind, finden in vielen Bereichen der Wissenschaft und bei Entscheidungsträgern Verwendung, um den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen. Beispielsweise lässt sich die potenzielle Verbreitung von eingewanderten Arten unter aktuellen und zukünftigen Umweltbedingungen modellieren. So konnten anhand der Daten der allergenen Pflanzenart Ambrosia artemisiifolia oder von Krankheitsüberträgern wichtige Forschungsfragen zur Verbindung zwischen Biodiversität und der Gesundheit der Menschheit geklärt werden. Bereits über 600 wissenschaftliche Studien basieren auf den von GBIF bereitgestellten Daten.

Im öffentlichen Science Symposium am 9.10.2013 ab 13.30 Uhr veranschaulichen Vorträge die Bedeutung der Datensammlung für unterschiedlichste Forschungsfragen. Der Vortrag des kolumbianischen Wissenschaftlers Julian Ramirez-Villegas stellt die Ergebnisse einer 2012 in Journal for Nature Conservation veröffentlichter Studie vor. Mehr als eine halbe Millionen Verbreitungsdaten von über 16.000 Pflanzenarten in Südamerika wurden über das GBIF Portal konzentriert und ausgewertet. Die Studie zeigt auf, dass der Lebensraum für etwa 30 % der seltenen und gefährdeten Pflanzenarten Südamerikas bisher noch nicht unter Schutz steht. Konkrete Empfehlungen werden gegeben, welche Gebiete als Schutzgebiet neu ausgewiesen werden sollten. Der Vortrag des US-amerikanischen Wissenschaftlers Kenneth J. Feeley modelliert dagegen, ob tropische Regenwälder ihre Verbreitung verändern, um vor der zunehmenden Hitze bedingt durch den Klimawandel davon zu rennen. Die Konsequenzen des Klimawandels für die Vielfalt von der einzelnen Art bis hin zu globalen Auswirkungen lassen sich dank der Datensammlung über GBIF vorhersagen.

Die Global Biodiversity Information Facility (GBIF) ist ein internationales, biologisches Datennetzwerk. Die internationale Initiative wurde 2001 von mehreren Staaten gegründet und über Mitgliedsbeiträge finanziert. GBIF besteht derzeit aus 57 Mitgliedsstaaten und 47 internationalen Organisationen.
GBIF hat sich zum Ziel gesetzt, wissenschaftliche Daten und Informationen zur weltweiten Artenvielfalt in digitaler Form über das Internet frei und dauerhaft verfügbar zu machen. GBIF hat die Entwicklung von Biodiversitätsinformatik-Standards, von Protokollen und Infrastruktur angeregt und unterstützt. Diese bieten mittels der GBIF-IT-Infrastruktur Zugang zu weltweit über 400 Millionen primären Biodiversitätsdaten. Die Aktivitäten von GBIF werden von einem unabhängigen Sekretariat mit Sitz in Kopenhagen koordiniert. Deutschland gehört zu den Gründungsmitgliedern der Global Biodiversity Information Facility (GBIF). Den deutschen Beitrag finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Die deutsche Gesamtkoordination erfolgt am Botanischen Garten und Botanischen Museum der Freien Universität Berlin.

Weitere Informationen:

http://gb20.gbif.org/GB20 zur Konferenzwebseite des GBIF-Delegiertentreffen

https://new.livestream.com/gbif/ - Portallaunch und Symposiums in Live-Übertragung

www.gbif.de zum deutschen Beitrag der GBIF-Initiative

Pressebilder:

http://species-id.net/specialmedia/Category:GBIF-D_Fotoarchiv

http://www.gbif.org/communications/press/images/

Pressekontakt und Vermittlung von Interviewpartnern:

Dr. Gesine Steiner, Museum für Naturkunde Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
Invalidenstraße 43, 10115 Berlin
Tel.: +49 (0)30 2093 8917
E-Mail: gesine.steiner@mfn-berlin.de

Das Museum für Naturkunde Berlin (MfN) ist ein exzellentes und integriertes Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft mit internationaler Ausstrahlung und global vernetzter Forschungsinfrastruktur. Es ist auf drei eng miteinander verzahnten Feldern tätig: der sammlungsgestützten Forschung, der Sammlungsentwicklung und -erschließung und der forschungsbasierten Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Das MfN erforscht das Leben und die Erde im Dialog mit den Menschen. Die Themen reichen von der Entwicklung des Sonnensystems und der Erde über die Mechanismen der Evolution bis zur Vielfalt des Lebens. Darüber hinaus erforscht das MfN die wissenschaftshistorische, kulturelle und künstlerische Bedeutung seiner 30 Millionen Objekte umfassenden Sammlungen.

Gesche Hohlstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem
Tel. +49 (0)30 838 50 134, E-Mail: zebgbm@bgbm.org , www.botanischer-garten-berlin.de

Der Botanische Garten und das Botanische Museum Berlin-Dahlem der Freien Universität Berlin ist eine botanische Sammlungs- und Forschungseinrichtung mit Bildungsauftrag. Die 1679 gegründete Einrichtung ist eine der größten und bedeutendsten ihrer Art weltweit. 22.000 Pflanzenarten werden kultiviert und umfangreiche Sammlungen dokumentieren die globale Pflanzenvielfalt. Schutz und nachhaltige Nutzung der Pflanzen sind zentrale Themen sowohl in der Forschung als auch in der Bildungsarbeit dieser Einrichtung. Forschungsschwerpunkte betreffen die Evolution und Biodiversität von astern- und nelkenartigen Blütenpflanzen sowie von Kieselalgen (Asterales, Caryophyllales, Bacillariophyta) und die Flora von Europa und des mediterranen Raumes sowie der Insel Kuba. International führend ist die Einrichtung im Bereich der Biodiversitätsinformatik.

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