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Videogestützte Beratung für Angehörige demenzerkrankter Menschen

25.09.2013 - (idw) Hochschule Magdeburg-Stendal

Stendal/Berlin. In einem Kooperationsprojekt der Delphi Gesellschaft (Berlin) und der Hochschule Magdeburg-Stendal, Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften, haben Absolventen des Studiengangs Rehabilitationspsychologie die Leitung übernommen. Wenn demenzerkrankte Personen zu Hause versorgt werden, stellt dies die pflegenden Angehörigen oft vor große Herausforderungen. Da die Betreuung mitunter viel Zeit in Anspruch nimmt, bleibt zudem nur selten Gelegenheit für die Nutzung von Beratungs- und Hilfeangeboten. Um pflegenden Angehörigen einen leichten Zugang zu professioneller Unterstützung zu ermöglichen, gibt es daher nun das internetbasierte Programm Demenz anders sehen (Demas).

Im Rahmen des zehnwöchigen, kostenlosen Programms treffen Gruppen von bis zu sieben Angehörigen unter der Leitung einer Fachkraft im Gesprächsraum auf der Webseite www.demenz-anders-sehen.de zusammen. Das Bild- und Tonsignal der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird wie in einer Videokonferenz in den Gesprächsraum übertragen. Das hierfür erforderliche Zubehör (Webcam und Headset) wird ihnen bei Bedarf kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Leitung des Programms übernehmen speziell geschulte Absolventen des Studiengangs Rehabilitationspsychologie (B. Sc.) der Hochschule Magdeburg-Stendal.

In den zehn Gruppensitzungen werden Themen besprochen, die für pflegende Angehörige erfahrungsgemäß besonders wichtig sind: Neben diversen Tipps zur Gestaltung des Pflegealltags erhalten die Teilnehmer viele Hinweise, wie sie das Wohlbefinden und die Selbstständigkeit der erkrankten Person so lange wie möglich fördern können. Weiteres Thema ist die Gestaltung des Umgangs mit der erkrankten Person, um Missverständnissen vorzubeugen und einen Zugang zu ihr zu finden - so schwierig dieser Zugang auch manchmal erscheint. Um körperliche und psychische Belastungen besser abzufedern, werden zudem Möglichkeiten zur Stressbewältigung vorgestellt und eingeübt. Daneben bieten die Sitzungen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch.

Das Programm zielt darauf ab, die Bewältigungsmöglichkeiten von pflegenden Angehörigen zu stärken und sie bei dieser belastenden Aufgabe emotional zu unterstützen. Zu den Belastungen zählen der hohe Zeit- und Energieaufwand in der Pflege, die vielfältigen und fortschreitenden Krankheitssymptome, der Wandel der Beziehung zur erkrankten Person sowie die unterschiedlichen pflegebedingten Einschränkungen im eigenen Leben.

Um die Beratungsqualität des Programms zu sichern, wird es wissenschaftlich begleitet. Hierbei wird untersucht, wie gut seine Nutzerinnen und Nutzer von einer Teilnahme profitieren und wie sie das Programm bewerten. Die Studie wird von der Delphi Gesellschaft (Berlin) durchgeführt. Das Projekt wird vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) gefördert.

Informationen und Anmeldung:
E-Mail: info@demenz-anders-sehen.de
Demas-Hotline: 0800 - 72 36 779 (kostenfrei, Bürozeiten Mo bis Fr, 10 bis 18 Uhr)

Für Nachfragen der Medien:
Prof. Dr. Claudia Wendel, Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften der Hochschule Magdeburg-Stendal
Tel. 03931-2187 4817
claudia.wendel@hs-magdeburg.de Weitere Informationen:http://www.demenz-anders-sehen.de
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