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Recycling schützt Klima, Umwelt und macht Industrie unabhängiger

11.10.2013 - (idw) Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Industriestaaten brauchen Rohstoffe und zwar zuverlässig. Doch Primärrohstoffe werden knapp. Nachhaltiges Recycling überführt stoffliche Produktions- oder Konsumrückstände in Sekundärrohstoffe. Diese ersetzen endliche Ressourcen und verringern Emissionen, die bei deren Gewinnung, Aufbereitung und Transport entstehen. ALBA Group-Recycling sparte 2012 rund 7,1 Millionen Tonnen Treibhausgase und fast 41,1 Millionen Tonnen Primärrohstoffe durch das Recycling von über 7 Millionen Tonnen Wertstoffen. Dies zeigt eine Studie, die Fraunhofer UMSICHT im Auftrag des Recycling- und Umweltdienstleisters erstellte. Die Broschüre zur Studie ist online kostenfrei verfügbar. Die ALBA Group ist eine der zehn größten Unternehmensgruppen für Umweltdienstleistungen und Rohstoffversorgung weltweit. Fraunhofer UMSICHT untersucht seit mehreren Jahren, wie sich die Recyclingtätigkeiten der Gruppe auf die Treibhausgas-Emissionen auswirken. In diesem Jahr wurde erstmals auch die Menge an abiotischen Rohstoffen ermittelt, also der Ressourcen, die dank Recycling in der Umwelt verbleiben. Im Fokus stehen dabei die Stoffströme Metalle und Kunststoffe.

Rohstoff ist nicht gleich Rohstoff
Wer produziert, braucht Rohstoffe. Die Industrie unterscheidet zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen. Primärrohstoffe werden aus natürlichen Ressourcen gewonnen. Diese müssen beispielsweise als Aluminiumerz aus der Erde geschürft, aufbereitet und transportiert werden. Sekundärrohstoffe werden durch Recycling von Produktions- und Konsumabfällen erzeugt und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Auch wenn sich der Recyclingprozess mit Sammlung von Altmaterial, Sortierung, Aufbereitung, Transport und Schmelze aufwendig anhört, spart er im Fall von einer Tonne Aluminium 10,5 Tonnen Treibhausgase verglichen mit der Aufbereitung aus Primärmaterial.

Abiotischer Rohstoffaufwand
Abiotische Rohstoffe sind solche Primärrohstoffe, die der Natur unmittelbar entnommen werden, nicht erneuerbar sind und noch nicht bearbeitet wurden. Am Beispiel einer Tonne Aluminium müssen durch die Verarbeitung von Altmaterial rund 18 Tonnen weniger Ressourcen aus der Erde entnommen werden, verglichen mit der Herstellung aus Primärmaterial. Der abiotische Rohstoffaufwand liegt in diesem Fall bei 18 Tonnen und beschreibt, inwieweit die Natur bei der Rohstoffgewinnung unangetastet bleibt.

Recycling reduziert Eingriffe in die Natur
2012 konnte die Alba Group fast 41,1 Millionen abiotischer Rohstoffe allein durch Recycling von Stahl, Aluminium und Kupfer sowie durch Recycling von Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET) und gemischter Kunststoffe einsparen. Das hilft, die Industrie ein Stück unabhängiger von Rohstoffen zu machen und schont die Umwelt, da zudem rund 7,1 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase ausgestoßen wurden.

Cheops-Pyramide und Kölner Dom
Die immensen Einsparpotenziale, die dadurch erzielt werden konnten, werden durch Vergleiche besonders deutlich: So wurden durch die Verwertung von rund 2,5 Millionen Tonnen Metall (Aluminium, Kupfer, Stahl) im Jahr 2012 rund 38,6 Millionen Tonnen abiotische Rohstoffe eingespart. Das entspricht rund sechsmal der Masse der Cheops-Pyramide in Ägypten. Die Verwertung von rund 238 000 Tonnen Kunststoff (PP, PE, PET, gemischte Kunststoffe) sparte im Jahr 2012 rund 545 000 Tonnen abiotische Rohstoffe, was rund 3 mal der Masse des Kölner Doms entspricht.


Studienergebnisse als Broschüre
Die Ergebnisse der Studie sind in der Broschüre »Recycling für den Klimaschutz« auf der Internetseite der Alba Group zusammengefasst. Anhang
Klimaschutz-Broschüre
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