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Social Business Professorin warnt vor unseriösen Bettelbriefen

22.11.2013 - (idw) EBS Universität für Wirtschaft und Recht

Wer in der Vorweihnachtszeit Geld für Taifun-Opfer auf den Philippinen oder einen anderen guten Zweck spenden will, sollte sich über den Empfänger in Ruhe informieren: Manche der Bettelbriefe, die derzeit in den Briefkästen liegen, setzen ihre Empfänger mit unlauteren Mitteln unter Druck, sagt Dr. Karin Kreutzer, Professorin für Social Business an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, und emotionale Erpressung ist kein Zeichen einer seriösen Spendenorganisation. Fakten und Emotionen müssten ausgewogen sein, sagt Professorin Kreutzer: Alle seriösen Hilfsorganisationen haben sich verpflichtet, keine übertrieben emotionalisierenden Bilder von verletzten oder leidenden Menschen oder auch Tieren zu zeigen. Menschen, insbesondere Kinder, müssen so dargestellt werden, dass ihre Würde nicht verletzt wird. Bei stark mitleiderregender Spendenwerbung sei daher Vorsicht angebracht.

Bei großen Katastrophen wie zum Beispiel dem Tsunami an Weihnachten 2004 oder aktuell den Folgen des Taifuns auf den Philippinen erhöhen dramatische Fernsehbilder die Spendenbereitschaft. Langfristig angelegten Entwicklungsprojekten fällt es oft schwerer, finanzielle Unterstützung zu finden. Professorin Kreutzer rät daher dazu, auch über eine nicht zweckgebundene Spende nachzudenken.

Viele der großen Spendenorganisationen setzen sogenannte Dialoger ein, die in der Stadt für Mitgliedschaften oder Spenden werben. Sie sind zwar oft nicht direkt bei der Hilfsorganisation, sondern bei externen Dienstleistern angestellt, aber laut Kreutzer in der Regel vertrauenswürdig. Das ist eine gute Quelle, um sich direkt und persönlich über eine Organisation zu informieren, sagt die Professorin. Mehr aber auch nicht: Ich würde immer davon abraten, direkt auf der Straße zu spenden oder zu unterschreiben. Nehmen Sie das Informationsmaterial mit nach Hause, lesen Sie sich alles in Ruhe durch und entscheiden Sie dann.

Seriöse Spendenorganisationen haben selbst ein Interesse daran, langfristige Spender zu gewinnen, nicht den schnellen Euro zu kassieren. Deshalb gilt besondere Vorsicht bei Haustürbesuchen: Unterschreiben Sie keine Mitgliedschaften an der Haustür. Wenn jemand Druck auf Sie ausübt und Sie sofort zu einer Spende oder Unterschrift nötigen will, sollten Sie misstrauisch werden und die Organisation oder auch gleich die Polizei informieren.

Weitere Tipps:
Informieren Sie sich gezielt über die Organisation: Ist diese als gemeinnützig anerkannt? Veröffentlicht sie aussagekräftige Informationen über ihre Projekte? Legt sie in einem Jahresbericht Rechenschaft über die Mittelverwendung ab?
Das Spendensiegel des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen) überwacht die Verwaltungskosten der Organisationen und kann Aussagen darüber treffen, welcher Teil einer Spende am Ziel ankommt. Eine Organisation sollte außerdem Mitglied beim deutschen Spendenrat sein.
Spenden Sie lieber bei einigen wenigen Organisationen, über deren Arbeit Sie sich gezielt informieren können, ohne in zu vielen Projektberichten zu ersticken.
Große Organisationen haben einen stärkeren Hebel und ein professionelles Qualitätsmanagement. Sie prüfen Projekte streng auf ihre langfristige Wirkung.
Folgen Sie Ihren persönlichen Präferenzen. Religiöse Menschen möchten vielleicht eher für kirchliche Organisationen spenden, die UN-Organisationen sind für international denkende Menschen attraktiv.
Wer unternehmerisch denkt und Start-ups im sozialen Bereich fördern möchte, kann sich die Fellows von Ashoka, iqconsult oder seif anschauen. Social Impact Investing eröffnet die Möglichkeit, Kapital in soziale Unternehmen zu investieren, z.B. über BonVenture oder die Triodos Bank.

Über die EBS Universität für Wirtschaft und Recht
Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht ist eine führende private Wirtschaftsuniversität in Deutschland mit Standorten in Wiesbaden und Oestrich-Winkel. Die Universität bildet Studenten in Bachelor- und Masterstudiengängen in Betriebswirtschaftslehre und für die Erste juristische Prüfung (Staatsexamen) in Jura aus. Aktuell zählt die EBS Universität 1650 Studenten. Hinzu kommen 154 Doktoranden und 220 Austauschstudenten. In ihrer Forschung legt die Universität einen Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Anwendungsbezug. Außerdem unterstützt die EBS Universität mit ihrem Weiterbildungsangebot Fach- und Führungskräfte aus der Wirtschaft.
Die EBS Universität gliedert sich in zwei Fakultäten, die EBS Business School und die EBS Law School. Die EBS Business School, ein Pionier der deutschen Business Schools, bildet seit 1971 künftige Führungspersönlichkeiten mit internationaler Perspektive aus und zählt zu den renommiertesten betriebswirtschaftlichen Fakultäten Deutschlands. Seit April 2012 ist die EBS Business School mit dem internationalen Gütesiegel EQUIS zertifiziert. Die EBS Law School ist die jüngste juristische Fakultät in Deutschland. Seit 2011 bietet die Law School der EBS Universität als einzige Universität in Deutschland ein vollwertiges, klassisches Jura-Studium mit dem Abschlussziel Staatsexamen und wirtschaftsrechtlichen Schwerpunktbereichen sowie einem integrierten Master in Business (MA) an.

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