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Mit Sicherheit mehr Sicherheit? Hamburger Akademievorlesungen im Winter 2013/2014

25.11.2013 - (idw) Akademie der Wissenschaften in Hamburg

Umfragedaten wie die vor wenigen Tagen erschienene Dunkelfeldstudie des Landeskriminalamtes Niedersachen zeigen, dass die Individuen sich von zahlreichen alten und neuen Bedrohungen umzingelt fühlen, obwohl das Leben statistisch gesehen nie sicherer und planbarer war als in der Gegenwart. Sicherheitsempfinden und Bedrohungswahrnehmung unterliegen dabei einem ständigen Wandel. Ab dem 28. November 2013 stellen vier Experten dazu grundsätzliche Fragen und nehmen zugleich ausgewählte Bedrohungsformen in den Blick, die in der öffentlichen Debatte gegenwärtig eine besondere Rolle spielen. http://www.awhamburg.de Ob es um staatliche Überwachung, Internetkriminalität, Gewaltbereitschaft von Jugendlichen oder den Einsatz von Drohnen in Krisengebieten geht: Fragen der Risikobewertung und der Abwägung zwischen der Ausweitung von Sicherheit und der Bewahrung individueller Freiheit, zwischen technologischer Neuerung und Einhegung möglicher Gefährdungen, müssen immer wieder neu beantwortet werden. Die vier Vortragenden in der Reihe "Mit Sicherheit mehr Sicherheit?" befassen sich mit ganz unterschiedlichen Bedrohungsformen und fragen jeweils nach den empfundenen wie den tatsächlichen Sicherheitsrisiken.

Zum Auftakt beschäftigt sich Ortwin Renn, Lehrstuhlinhaber für Technik- und Umweltsoziologie an der Universität Stuttgart und Direktor des gemeinnützigen Forschungsinstituts "Dialogik", mit dem individuellen wie gesellschaftlichen Verständnis von Möglichkeiten und Grenzen der Planbarkeit von Zukunft und ihren Risiken. Er fragt am 28. November 2013: "Riskante Zukunft? Was uns bedroht und wie wir es erkennen können".

Es gibt zahlreiche Anlässe, um über die Sicherheit im Internet und die Wahrung der informationellen Selbstbestimmung nachzudenken: Das globale Überwachungssystem der NSA, die systematische Erfassung aller Aktivitäten von Individuen im Internet durch Großunternehmen, die mit diesen Informationen gezielt Profile erstellen und Werbung passgenau platzieren können, sind nur zwei Beispiele. Gerät das Individuum bei diesen raschen technologischen Entwicklungen hoffnungslos in die Defensive? Wie können Individuen ihre informationelle Selbstbestimmung wahren, um nicht allumfassend ausgespäht, gespeichert und verwertet zu werden? Diesen Fragen geht Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt und Birlinghoven am 12. Dezember 2013 in seinem Vortrag "Sicher und privat im Cyberspace? Digitale Bedrohungen, digitaler Schutz und die Idee von Security and Privacy by Design" nach.

Die Meldungen über immer brutalere jugendliche Gewalttaten nehmen scheinbar zu. Führen veränderte Gewohnheiten beim Medienkonsum zu einer Zunahme von Gewalt und zu einer größeren Brutalität der Täter? Wie sollte das Jugendstrafrecht auf Jugendgewalt reagieren? Der Professor für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug in Hannover und Direktor des dortigen Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, hat Antworten auf diese und weitere Fragen in seiner Vorlesung "Unsichere Jugend? Gefährdungen für junge Menschen und Entwicklungen der Jugendkriminalität" am 9. Januar 2014.

Die Debatte über die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr wurde zuletzt kontrovers ausgetragen. Handelt es sich bei den Drohnen um die unaufhaltsame Weiterentwicklung zielgenauer Waffensysteme mit größtmöglichem Schutz für die kämpfende Truppe? Oder wird damit einer neuen Qualität der Kriegsführung Tür und Tor geöffnet? Der Vortrag "Neue Waffen altes Recht? Unbemannte Flugkörper (Drohnen) aus völkerrechtlicher Perspektive" von Thilo Marauhn, Professor für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht in Gießen, untersucht am 30. Januar 2014 die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen des Einsatzes von Drohnen, auch vor dem Hintergrund, dass diese bereits seit Jahren von den USA zur gezielten Tötung von Terrorverdächtigen in Pakistan, im Jemen und in Somalia eingesetzt werden.

Alle Veranstaltungen finden statt in den

Baseler Hof Sälen
Esplanade 15
20354 Hamburg.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter http://www.awhamburg.de/veranstaltungen.

Termine, Themen, Referenten

Donnerstag, 28. November 2013, 19.00 Uhr
Riskante Zukunft? Was uns bedroht und wie wir es erkennen können
Prof. Dr. Dr. h. c. Ortwin Renn, Stuttgart

Donnerstag, 12. Dezember 2013, 19.00 Uhr
Sicher und privat im Cyberspace? Digitale Bedrohungen, digitaler Schutz und die Idee von Security and Privacy by Design
Prof. Dr. Michael Waidner, Darmstadt

Donnerstag, 9. Januar 2014, 19.00 Uhr
Unsichere Jugend? Gefährdungen für junge Menschen und Entwicklungen der Jugendkriminalität
Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Hannover

Donnerstag, 30. Januar 2014, 19.00 Uhr
Neue Waffen altes Recht? Unbemannte Flugkörper (Drohnen) aus völkerrechtlicher Perspektive
Prof. Dr. Thilo Marauhn, Gießen

Pressekontakt:
Dr. Elke Senne
Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49/40/42 94 86 69 20
E-Mail elke.senne@awhamburg.de
http://www.awhamburg.de

Die Akademie

Der Akademie der Wissenschaften in Hamburg gehören herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen aus dem norddeutschen Raum an. Als Arbeitsakademie will sie dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zu intensivieren. Sie fördert Forschungen zu gesellschaftlich bedeutenden Zukunftsfragen und wissenschaftlichen Grundlagenproblemen und macht es sich zur besonderen Aufgabe, den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit anzuregen. Die Grundausstattung der Akademie wird finanziert von der Freien und Hansestadt Hamburg. Präsident der Akademie ist Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Edwin J. Kreuzer. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg ist Mitglied in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften. Weitere Informationen:http://www.awhamburg.de Anhang

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