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Seda Tunç erhält Integrationsforschungspreis Baden-Württemberg

17.12.2013 - (idw) Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) hat zwei Wissenschaftlerinnen mit dem erstmalig ausgelobten Integrationsforschungspreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Dr. Seda Tunç bekam den Preis in der Kategorie Forschungsarbeit (10.000 Euro). In der Kategorie Abschlussarbeit (2.500 Euro) wurde Daniela Gress für eine Masterarbeit zur Entstehung und den ersten öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma geehrt. Gerade weil in Integrationsfragen meist emotional agiert und reagiert wird, braucht es den nüchternen Blick der Forscher auf die Fakten, erklärte Öney bei der Verleihung an der Universität Heidelberg. Die Laudatio hielt Professor Stefan Immerfall von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd als Sprecher der Jury.

Tunç untersuchte den Einfluss der Erstsprache auf den Erwerb der Zweitsprache. Es sei umfänglich belegt, von welch zentraler Bedeutung effizienter Spracherwerb für den weiteren Bildungsweg und darüber hinaus für die Übergänge in Ausbildung und Beruf ist, so Immerfall. Ein analytisches Wissen um die Faktoren, die den Erwerb der deutschen Sprache als Zweitsprache (DaZ) erleichtern oder erschweren, sei daher von zentraler Bedeutung. Immerfall weiter: Die Arbeit von Frau Dr. Tunç beinhaltet eine ausgesprochen komplexe und aufwändige Vorgehensweise, für die nicht nur fachwissenschaftliche Kompetenzen im Bereich der Migrationslinguistik nötig waren, sondern auch sprachdidaktische Expertise und die Verzahnung von Forschung und Schulalltag, das Wissen um die Stolpersteine im DaZ-Erwerb und der kompromisslose Fokus auf genau die Gruppe, um die es hier geht, Kinder und Jugendliche beim Prozess des Zweitspracherwerbs.

Seda Tunç war langjährige Akademische Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Sie hat dabei mehrere Sprachförderprojekte eingeworben und wissenschaftlich begleitet und auch die sprachwissenschaftliche Module im Masterstudiengang Interkulturalität und Integration mit geprägt. Ihre ausgezeichnet Dissertation wurde von Professorin Maria Brunner von der PH Schwäbisch Gmünd mit betreut. Die Analysen von Tunç zeigen zum einen, so Brunner, dass die Strukturmerkmale der Erstsprache Einfluss auf die Art der beobachtbaren Fehler der Zweitsprache also des Deutschen haben. Zum anderen ist der Zusammenhang der Beherrschung von Erst- und Zweitsprache auch abhängig vom Kontext der Lernumwelt. Diese Befunde halten wichtige Folgerungen für die Bildungspolitik bereit, führte Brunner weiter aus. So sollten Lehrerinnen und Lehrern, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten, zentrale Strukturmuster der gängigen Herkunftssprachen kennen, um Förderpläne zielgenauer erstellen zu können.
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