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Prämierte Projekte stärken Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung

17.12.2013 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Abschluss und UN-Auszeichnung für BIBB-Modellversuche Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung und Ressourcenschonung sind zentrale Zukunftsthemen auch in der beruflichen Bildung. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat daher sechs Modellversuche in die UN-Dekade Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (2005 2014) eingebracht. Zum Abschluss dieser Projekte stehen nun innovative Ergebnisse für verschiedene Ebenen des Berufsbildungssystems zur Verfügung. Unter anderem konnten neue Qualifikationsanforderungen identifiziert und analysiert werden. Richtungsweisende Curricula und Lernmodule für den Ausbildungsprozess wurden formuliert sowie konkrete Handreichungen für die Ausbildungspraxis entwickelt. BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser betont: Die Umgestaltung der Arbeits- und Lebenswelt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erfordert ein neues Verständnis von Ökonomie. Der beruflichen Aus- und Weiterbildung kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu sie fördert Kompetenzen für nachhaltiges Arbeiten und Wirtschaften.

Die Jury des Nationalkomitees der UN-Dekade hat den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten BIBB-Förderschwerpunkt Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung unterdessen als deutsche Dekade-Maßnahme ausgezeichnet. Die offizielle Preisverleihung findet auf der Bildungsmesse didacta Ende März in Stuttgart statt.

Die mit drei Millionen Euro geförderten Einzel- und Verbundprojekte aus den vier Branchen Metall/Elektro mit Schwerpunkt erneuerbare Energien , Bauen/Wohnen, Chemie sowie Ernährung erzielten unter anderem folgende Ergebnisse:

Im Modellversuch Offshore-Kompetenz des ITB der Universität Bremen wurden Kernarbeitsprozesse erforscht und definiert. Neben der Verwertung innerhalb von Weiterbildungsmaßnahmen empfiehlt das Projektteam die Neuordnung eines Berufsprofils Mechatroniker/-in Windenergieanlagen. 60 % der befragten Unternehmen sehen Qualifizierungsbedarf für eine Fachexpertise bei Montage, Inbetriebnahme und Service von Windenergieanlagen.

Im Bereich der Elektromobilität und erneuerbaren Energien stellt die Informationsplattform http://energiebildung.info, die das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim und die MetropolSolar Rhein-Neckar e. V. entwickelt haben, Aus- und Weiterbildungsangebote dar und schafft so Transparenz, Zugang und Orientierung für die Nutzer und deren Qualifizierungswünsche.

Die Universität Oldenburg und das Bundestechnologiezentrum für Elektrotechnik in Oldenburg (BFE) haben eine kammerzertifizierte Fortbildung Fachwirt/-in Erneuerbare Energie und Energieeffizienz entwickelt, die Kompetenzen für Kundenberatung, energietechnisches Know-how und neue Geschäftsfelder vermittelt und sehr gut von Teilnehmenden aus unterschiedlichen Berufen angenommen wird.

Im Berufsfeld Ernährung wurde von der Fachhochschule Münster/Institut für berufliche Lehrerbildung anhand von Kriterien einer nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung ein Rahmencurriculum für Ernährungs- und Hauswirtschaftsberufe entwickelt, das diese Berufe inhaltlich modernisiert. Das Projekt liefert wichtige Impulse für die angestrebte Aktualisierung des Berufs Hauswirtschafter/-in.

Im Bereich Chemie sind von der Rhein-Erft Akademie (REA) Hürth Handreichungen für den Aus- und Weiterbildungsprozess entwickelt worden. Sie bieten insbesondere dem Aus- und Weiterbildungspersonal Anregungen für die Umsetzung in der Praxis. Ferner konnte ein Leitbild für Berufsbildungseinrichtungen in Chemieberufen entwickelt werden ein übertragbarer Ansatz für die Verankerung von nachhaltiger Ent-wicklung in der Berufsbildung.

Im Bereich Bauen und Wohnen wurde die Schnittstellenkompetenz zur Verzahnung der Gewerke beim energieeffizienten Bauen neu herausgearbeitet. Das Netzwerk KOMZET Bau und Energie ein bundesweiter Zusammenschluss der Kompetenzzentren in der Bauwirtschaft entwickelte neue Lernmodule, die Aspekte der nachhaltigen Entwicklung thematisieren und insbesondere auf eine Verbesserung der Qualität der Bauausführung zielen.

Im letzten Jahr der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung wird 2014 eine Vielzahl von Veranstaltungen stattfinden, bei denen die BIBB-Ergebnisse Verbreitung finden. Damit wird ein umfassender Transfer der Modellversuchsresultate gewährleistet. Einen Überblick über die Ergebnisse der sechs Modellversuche enthält die Broschüre Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, die im Internetangebot des BIBB unter http://www.bibb.de/dokumente/pdf/Infoblatt_BBnE_Web.pdf heruntergeladen werden kann.

Zum Hintergrund:
Eine der zentralen Forderungen der UN-Dekade ist die Verankerung des Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung in die nationalen Bildungssysteme. Ziel des Förderschwerpunkts Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung war es daher, Qualifizierungsbedarfe und Aufgabenstellungen zur nachhaltigen Entwicklung in der beruflichen Bildung zu analysieren und einzuschätzen sowie Konzepte zur Gestaltung und Weiterentwicklung der Berufsbildung zu entwerfen und umzusetzen. Dabei sollten möglichst alle Ebenen des Berufsbildungssystems einbezogen und besser verzahnt werden. Informationen zur UN-Dekade unter http://www.bne-portal.de


Weitere Informationen zum Förderschwerpunkt Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung und den einzelnen Projekten unter http://www.bibb.de/de/56741.htm

Ansprechpartnerin im BIBB: Andrea Mohoric; E-Mail: mohoric@bibb.de

Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.
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