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Bessere Behandlungsqualität für Krebspatienten in Hessen

18.02.2014 - (idw) Universitätsklinikum Frankfurt

Gute Nachrichten für Krebspatienten in Frankfurt und Offenbach: Das Hessische Onkologiekonzept geht an den Start. Koordiniert durch das Universitätsklinikum und das Krankenhaus Nordwest bilden 18 kooperierende Krankenhäuser einen neuen Verbund mit dem Ziel einer besser abgestimmten medizinischen Versorgung aller Tumorpatienten. Dies schafft beste Voraussetzungen für eine Qualitätsoffensive in Frankfurt, Offenbach, dem Main-Taunus-Kreis und Main-Kinzig-Kreis sowie in Rüsselsheim. Mit dem vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration erstellten Hessischen Onkologiekonzept soll in festgelegten Versorgungsgebieten und definierten onkologischen Kompetenzzentren die medizinische Versorgung strategisch gebündelt und weiterentwickelt werden. Durch die verbindlich geregelte Zusammenarbeit kleinerer und größerer Krankenhäuser soll die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung gestärkt werden. Hessen wird in sechs Versorgungsgebiete aufgeteilt, wobei Frankfurt-Offenbach mit rund zwei Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Versorgungsgebiet darstellt.

Für das Versorgungsgebiet Frankfurt-Offenbach hat das Hessische Ministerium für Soziales und Integration das Universitätsklinikum Frankfurt und das Krankenhaus Nordwest mit der Koordinierungsaufgabe betraut. Die beiden Häuser werden gemeinsam unter dem Dach des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt die Koordination wahrnehmen. Zusammen mit folgenden 18 kooperierenden Krankenhäusern wurden Kooperationsvereinbarungen geschlossen (in alphabetischer Reihenfolge):
Agaplesion (Bethanien und MarkusKrankenhaus)
Asklepios Kliniken Langen GmbH
Asklepios Kliniken Seligenstadt GmbH
Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt am Main
Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser e.V. (Klinik Maingau und Klinik Rotes Kreuz)
GPR Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim gGmbH
Hospital zum Heiligen Geist
Katharina Kasper gGmbH Frankfurt/Main (St. Elisabethen-Krankenhaus und St. Marienkrankenhaus)
Ketteler Krankenhaus gGmbH Offenbach
Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH
Klinikum Frankfurt Höchst GmbH
Klinikum Hanau GmbH
Krankenhaus Sachsenhausen
Main-Kinzig-Kliniken gGmbH
Sana Klinikum Offenbach GmbH
St. Josef Krankenhaus Königstein im Taunus
St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau gGmbH
Verein Frankfurter Stiftungskrankenhäuser e.V. (Bürgerhospital Frankfurt am Main und Clementine Kinderhospital)

Mit der Umsetzung des Hessischen Onkologiekonzeptes ist es uns erstmalig hier in der Region gelungen, dass 20 Krankenhäuser unterschiedlicher Trägerschaft gemeinsam an der optimalen Versorgung von Patienten arbeiten interdisziplinär, übergreifend und integrativ, so Jürgen Sprekelmeyer, Geschäftsführer des Krankenhauses Nordwest.

Übergeordnetes Ziel des Verbundes ist es, in allen teilnehmenden Häusern gleichermaßen die Voraussetzungen zur qualitätsgesicherten Versorgung aller schweren onkologischen Fälle zu schaffen. Dies erfordert eine fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Universitätsklinikum Frankfurt und dem Krankenhaus Nordwest als koordinierende Krankenhäuser, den kooperierenden Häusern und den beteiligten niedergelassenen Vertragsärzten mit entsprechender Schwerpunktbezeichnung für Onkologie. Eine Krebserkrankung ist komplex, umso wichtiger ist es die bestmögliche Therapie für den individuellen Patienten zu finden. Dies ist eine große Herausforderung und bedarf der Schaffung von neuen Strukturen der Zusammenarbeit. Das Hessische Onkologiekonzept ist hierzu ein guter Weg, erklärt Prof. Hubert Serve vom Universitätsklinikum Frankfurt.

Im Verbund sollen sämtliche Strukturen gestärkt werden, die zur verbesserten Versorgung von Krebspatienten erforderlich sind: Hierzu gehört die Etablierung von interdisziplinären onkologischen Schwerpunkten zur gemeinsamen Therapieabstimmung, die Verabschiedung von einheitlichen Behandlungsstandards nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Gewährleistung einer qualitätsgesicherten Behandlung und die Einrichtung eines Zweitmeinungsverfahrens. Neben der Einrichtung einer Tumorsprechstunde und der Wahrnehmung des onkologischen Konsiliardienstes gehört die verbesserte psychosoziale Betreuung von Krebspatienten sowie auch die palliative Therapie in anderen Einrichtungen zu den weiteren Aufgaben. Ferner sieht die Kooperationsvereinbarung eine Vereinheitlichung von Tumordokumentation und Qualitätsmanagementsystemen vor. Eine qualitätsgesicherte Therapie erfordert eine koordinierte fachübergreifende Zusammenarbeit aller Experten vom Chirurgen oder Strahlentherapeuten bis hin zum Internisten, stellt Prof. Elke Jäger vom Krankenhaus Nordwest fest.

Darüber hinaus wird der Verbund Kooperationen mit anderen Zentren in und außerhalb Hessens, insbesondere mit den Studienzentralen und Referenzlaboren der Therapieoptimierungsstudien anstreben. Zusätzlich sollen übergreifende Kooperationen und die Kontaktpflege mit anderen Leistungserbringern, mit Patientenvertretern, Kostenträgern und der Politik gefördert werden. Finanziert wird der Verbund von den Krankenkassen. Mit dem UCT verfügt das Versorgungsgebiet Frankfurt-Offenbach bereits über ein hochqualifiziertes und beispielgebendes onkologisches Kompetenzzentrum, das alle Voraussetzungen erfüllt, um zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung von Krebspatienten in dieser Region erfolgreich beizutragen, erläutert Prof. Jürgen Schölmerich, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben soll am UCT eine ärztlich geleitete Koordinationsstelle eingerichtet werden. Diese wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Zentrums unterstützen und eine darüber hinaus gehende regionale und überregionale Beteiligung von niedergelassenen Kliniken, Ärzten und anderen Beteiligten unterstützen.


Für den hessischen Gesundheitsminister Stefan Grüttner ist der Start des Onkologiekonzepts ein wesentlicher Schritt zur weiteren Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen. Ich freue mich, dass es uns im Rhein-Main-Gebiet gelungen ist, zu solch einer umfassenden Kooperation der Kliniken zu kommen. Das Konzept soll in diesem Jahr in allen sechs hessischen Versorgungsgebieten an den Start gehen. In einem nächsten Schritt muss dann die sektorenübergreifende Kooperation mit den niedergelassenen Spezialpraxen vertieft werden, um eine abgestimmte Behandlung aus einem Guss zu gewährleisten, so Grüttner.
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