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Ergonomie in der Produktion ProErgo als neue Forschungsgruppe wird mit 200.000 Euro gefördert

20.02.2014 - (idw) Hochschule Ostwestfalen-Lippe

ProErgo Ergonomische Gestaltung von Produktionsmaschinen im Kontext von Industrie 4.0 heißt die neue Forschungsgruppe der Hochschule OWL und des Fraunhofer-Anwendungszentrums Industrial Automation. Mit rund 200.000 Euro wird diese Gruppe im Rahmen des Förderprogramms FH-Struktur für zwei Jahre gefördert. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW unterstützt somit die Entwicklung von innovativen ergonomischen Standards für Produktionsmaschinen. Von der ergonomischen Gestaltung von Produktionsmaschinen profitieren alle Beteiligten, so Professor Sven Hinrichsen vom Fachbereich Produktion und Wirtschaft, Sprecher der neuen Forschungsgruppe. Für das Produktionsunternehmen als Betreiber einer Produktionsmaschine sei es beispielsweise wichtig, dass die Maschine möglichst intuitiv zu bedienen und einfach zu rüsten sei, um langwierige Anlernprozesse oder ineffiziente Rüstvorgänge zu vermeiden. Für den Maschinenbedienenden bedeute eine ergonomisch gestaltete Maschine zum Beispiel, dass ungünstige Körperhaltungen vermieden oder die Handhabung von Lasten unterstützt werde. Für den Maschinenhersteller stelle die ergonomische Gestaltung einen handfesten Wettbewerbsvorteil dar, der angesichts der zunehmenden Konkurrenz aus Schwellenländern eine Differenzierung im Wettbewerb erlaube, so Hinrichsen weiter.

Zu der Forschungsgruppe haben sich zehn Professorinnen und Professoren aus den Fachbereichen Produktion und Wirtschaft, Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur, Elektrotechnik und Technische Informatik sowie vom Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation zusammengeschlossen, um gemeinsam an diesem interdisziplinären Forschungsfeld zu arbeiten.

Ein Fokus des Fraunhofer Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation liegt dabei auf der Entwicklung von Assistenzsystemen, die den Menschen bei Tätigkeiten wie der Maschinenwartung oder der Störungsbeseitigung unterstützen sollen. Der Maschinenbedienende steht bei der Beseitigung von Störungen an der Maschine häufig unter hohem Zeitdruck. Wir entwickeln daher Systeme, die den Maschinenbedienenden bei der Fehlerdiagnose und -behebung unterstützen, erklärt Professor Jürgen Jasperneite vom Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation und dem Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule. Anders als bestehende Diagnosesysteme sollen künftige Systeme auch den individuellen Benutzer analysieren und das erlernte Benutzerprofil bei den Anweisungen berücksichtigen, ergänzt Professor Oliver Niggemann, ebenfalls vom Fraunhofer-Anwendungszentrum und dem inIT.

Die Professoren Uta Pottgiesser und Ulrich Nether von der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur erforschen die Wechselwirkung von Mensch, Raum und Maschine. Es geht um die Frage, wie die Arbeitsumgebung der Maschine gestaltet werden muss, damit eine positive räumliche Wirkung und ergonomische Optimierung erzeugt wird, so die beiden Forschenden. Beispielsweise solle das visuelle und akustische Umfeld in der Produktion im Hinblick auf die Wahrnehmung durch die Benutzer untersucht werden. Auch in der Produktion könne sich Lärm als negativ wahrgenommenes Geräusch oft nicht vermeiden lassen, vielmehr soll ein den Menschen unterstützendes Sound- und Lichtdesign entwickelt werden.

Als Kernpartner im Spitzencluster Intelligente Technische Systeme OWL its OWL forscht die Hochschule in der Nutzbarmachung von Informationstechnologien für die Automation, was heute unter dem Stichwort Industrie 4.0 als wesentliches Zukunftsthema für Deutschland und NRW anerkannt ist. Vor diesem Hintergrund füge sich die neue Forschungsgruppe sehr gut in die Forschungsstrategie der Hochschule OWL ein, da diese einen wichtigen Beitrag zur Profilbildung der Region OWL als Cluster des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Industrieelektronik leiste. Ergonomie von Produktionsmaschinen im Kontext von Industrie 4.0 trägt maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit produzierender Unternehmen bei, sind sich die beteiligten Forscher und Forscherinnen einig.

Beteiligte Professorinnen und Professoren: Sven Hinrichsen (Forschungsgruppensprecher), Elmar Hartweg (beide Fachbereich Produktion und Wirtschaft), Jürgen Jasperneite (Fraunhofer-Anwendungszentrum, inIT), Wilfried Jungkind (Fachbereich Produktion und Wirtschaft), Ulrich Nether (Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur), Oliver Niggemann (Fraunhofer-Anwendungszentrum, inIT), Volker Paelke (Fachbereich Elektrotechnik und Technische Informatik, inIT), Uta Pottgiesser (Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur), Adrian Riegel und Franz-Josef Villmer (beide Fachbereich Produktion und Wirtschaft).
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