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Der Universität Koblenz-Landau ist das Zertifikat "Familiengerechte Hochschule" verliehen worden

28.01.2004 - (idw) Universität Koblenz-Landau

Der Universität Koblenz-Landau ist das "Grundzertifikat zum Audit familiengerechte Hochschule" von der gemeinnützigen Beruf und Familie GmbH, einer Initiative der Hertie Stiftung in Frankfurt, verliehen worden. Zuvor hatte sich die Universität in einer vom Senat beschlossenen Zielvereinbarung zu zahlreichen Maßnahmen verpflichtet, die Frauen und Männern an der Universität die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit, Studium und wissenschaftlicher Karriere mit der Erziehung von Kindern oder der Betreuung von Angehörigen erleichtern sollen. Universitätspräsident Prof. Dr. Josef Klein betonte, dass diese familienfreundliche Maßnahme im gemeinsamen Interesse von Universität, Studierenden und Beschäftigten liegen würde. Um diese Ziele zu erreichen, bedürfe es allerdings erheblicher Anstrengungen. Deshalb rief er alle Verantwortlichen an der Universität dazu auf, sich aktiv und kreativ an der Umsetzung der Ziele und Maßnahmen zu beteiligen.

Der Auditrat habe vor allem zwei Kriterien bei der Vergabe des Zertifikats zu berücksichtigen, erklärte Stefan Becker, Geschäftsführer der gemeinnützigen Beruf- und Familie GmbH. Die angestrebten Ziele müssten in etwa drei Jahren zu verwirklichen sein, und sie sollten verschiedene Bereiche erfassen. Eine Beschränkung auf familienfreundliche Arbeitszeitregelungen oder verbesserte Kinderbetreuungsangebote reiche nicht aus. Die Universität Koblenz-Landau habe diese Anforderungen uneingeschränkt erfüllt.

An der Universität Koblenz-Landau hatte der Senatsauschuss für Frauenfragen die Teilnahme am Audit "Familiengerechte Hochschule" vorgeschlagen und war mit dieser Initiative auf positive Resonanz bei der Hochschulleitung gestoßen. Zunächst wurde eine Projektgruppe ins Leben gerufen, an der Beschäftigte, Studierenden, Personalräte und Frauenvertreterinnen beteiligt waren. Sie entwickelten die Grundlage für die vom Senat der Universität beschlossenen Zielvereinbarung zur familiengerechten Hochschule.

Die Universität will künftig in ausgewählten Bereichen flexiblere Arbeitszeitregelungen erproben, da sich häufig die Anforderungen bei der Betreuung von Kindern oder Angehörigen mit starren Arbeitszeitregelungen nicht in Einklang bringen lassen. Familiäre Belange sollen künftig bei der Terminplanung für Gremiensitzungen oder Dienstbesprechungen berücksichtigt werden. Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit soll erleichtert werden, zum Beispiel durch kontinuierliche Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen. Das Angebot der bereits am Campus Landau wie am Campus Koblenz bestehenden Kindertagesstätten soll erweitert, ihre Öffnungszeiten sollen ausgedehnt werden. In den Universitätsgebäuden sollen Kinderspielbereiche eingerichtet werden. Die Universität wird auch versuchen, das Semesterticket für Studierende so weiter zu entwickeln, dass studierende Väter und Mütter ihre Kinder kostenlos mitnehmen können.

Gerade für studierende Eltern dürfte es interessant sein, dass die Universität bei der Organisation des Studiumsbetriebs familiäre Verpflichtungen stärker als bisher berücksichtigen will. Zwar gäbe es an der Universität viele Teilzeitjobs, jetzt müsse daran gegangen werden, das Teilzeitstudium im Hauptstudium zu ermöglichen, erklärte Universitätspräsident Prof. Dr. Josef Klein. Probleme gäbe es auch häufig für Väter und Mütter bei der Teilnahme an längeren Exkursionen oder Praktika. Hier könne er sich durchaus Ausnahmeregelungen vorstellen. Mit solchen Maßnahmen wolle die Universität dazu beitragen, die Zahl der Studienabbrüche aus familiären Gründen zu verringern und die Studiendauer von studierenden Vätern und Müttern zu verkürzen.

"Wenn wir die selbst gesteckten Ziele zügig realisieren", so Klein, wird die Universität einen Vorteil gegenüber anderen Hochschulen im Wettbewerb um qualifiziertes und motiviertes Personal sowie Studierende mit familiären Verpflichtungen haben." Als langfristiges Ziel sieht er eine Veränderung der Unternehmenskultur an der Universität, die sich künftig durch das Gleichgewicht zwischen Beruf oder Studium und anderen Lebensbereichen, die sogenannte work-life-balance, auszeichnen würde.

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