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Musterwohnung für Ältere und Kranke

24.02.2004 - (idw) Hochschule Magdeburg-Stendal (FH)

Betroffene wissen oft nicht, was machbar ist. Daher haben die Pflegekasse bei der AOK Sachsen-Anhalt und die Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) mit ihrem Projekt "Prävention im Alter" Abhilfe geschaffen.

Magdeburg. Alt, krank, pflegebedürftig - nicht immer muss ein Umzug ins Senioren- oder Pflegeheim sofort ins Auge gefasst werden. Die meisten Betroffenen wünschen sich ohnehin, trotz Einschränkungen möglichst lange in ihrem vertrauten und geborgenem Wohnumfeld bleiben zu können. Und das ist in vielen Fällen auch möglich - mit individueller Beratung und Wohnraumanpassungsmaßnahmen. Ein solches Angebot gibt es seit fast vier Jahren von der Pflegekasse bei der AOK Sachsen-Anhalt und der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH).

Besonders anschaulich und praxisbezogen: eine barrierefreie Wohnung, die seit heute in den Räumlichkeiten der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), Brandenburger Str. 9 in Magdeburg, besichtigt werden kann. In der Konstellation der Zusammenarbeit von Hochschule und Krankenkasse ist ein solches Projekt bundesweit einmalig.

Staatssekretär Dr. Hans-Joachim Gottschalk wies bei der Eröffnung darauf hin, dass der Bedarf an Wohnraum, der den speziellen Bedürfnissen von älteren und behinderten Menschen gerecht würde, ständig zunehme. Die Musterwohnung sei ein anschauliches Hilfsmittel für die Betroffenen, um anzuschauen, zu testen und die eigenen Gestaltungsofferten auszuloten.

Seit Projektstart haben Studenten und Mitarbeiter des "Selbsthilfe-Kontaktbüros für Prävention im Alter (PiA)" 545 Beratungsgespräche geführt, 278 Förderanträge gestellt und 158 Baumaßnahmen in die Wege geleitet.

"Es existiert eine Fülle von Möglichkeiten, die eigenen vier Wände mit finanzieller Unterstützung aus verschiedenen Fördertöpfen den neuen Lebensumständen anzupassen. PiA begleitet diesen Prozess von der ersten Beratung bis hin zum letzten Handschlag der Handwerker. Hilfe bei Antragstellungen und beim Einholen von Kostenvoranschlägen inklusive", sagt Prof. Dr. Hansheinz Kreuter, Hochschule Magdeburg-Stendal (FH).
"Gerade ältere Menschen spüren Tag für Tag die dringende Notwendigkeit baulicher Veränderungen an ihrer Wohnung, scheuen aber den bürokratischen Aufwand und die Umstände, die damit verbunden sind. Solche Unannehmlichkeiten können wir weitestgehend von ihnen fern halten", macht Projekt-Leiterin Yvonne Jahn Betroffenen und Angehörigen Mut, sich an PiA zu wenden.

Wer noch unentschlossen ist oder sich ansehen möchte, was mit Fördermitteln alles möglich und machbar ist, kann nach vorheriger Terminabsprache die Musterwohnung besichtigen und alle technischen Hilfsmittel selbst ausprobieren. Die ersten Besucher jedenfalls waren des Lobes voll und sehen darin eine gute Möglichkeit, die eigenständige Lebensführung noch viele Jahre beibehalten zu können.

In Sachsen-Anhalt gibt es verschiedene Fördertöpfe für Wohnraumanpassungsmaßnahmen. Neben Sozialamt und Landesamt für Versorgung und Soziales gewähren auch Pflegekassen Zuschüsse. Letztere können aber laut Gesetz nur Versicherte mit einer Pflegestufe unterstützen.
Mit Leistungen der Pflegekasse bei der AOK Sachsen-Anhalt werden zur Zeit rund 52.000 Versicherte versorgt. Davon leben etwa 38.000 in ihrer eigenen Wohnung bzw. bei Familienangehörigen.

"Schätzungen haben ergeben, dass etwa 90 Prozent aller Senioren mehr als 20 Stunden am Tag in den eigenen vier Wänden verbringen. Da dürfen Schwellen, Treppen, der Schritt ins Duschbecken nicht zum unüberwindbaren Hindernis werden. Genau hier sind Wohnumbaumaßnahmen sinnvoll", erläutert Günter Kasten, Vorstandsvorsitzender der AOK Sachsen-Anhalt.

Pro Umbaumaßnahme stellt die Pflegekasse bis zu 2.557 Euro zur Verfügung. Das waren im vergangenen Jahr rund eine Million Euro.

Für Nachfragen:
Selbsthilfe-Kontaktbüro PiA
Tel.: 0391-886 46 15
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