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Vorbeugen ist besser als heilen

24.02.2004 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

"Vorbeugen ist besser als Heilen". Dass diese alte Volksweisheit mehr ist als ein flotter Werbeslogan für dieses oder jenes Mittelchen aus Apotheke oder Reformhaus, zeigt ein nachdenklich stimmendes Ergebnis der weltweit größten Herz-Kreislaufstudie, die je durchgeführt wurde: So konnten die beteiligten Wissenschaftler im Rahmen dieses Großprojektes der WHO nachweisen, dass die im Untersuchungszeitraum von insgesamt 30 Jahren beobachtete Zurückdrängung koronarer Herzerkrankungen zu zwei Dritteln mit einer gezielten Prävention und nur zu einem Drittel mit Verbesserungen der Therapie zu erklären ist.

Diese wichtige Erkenntnis bestätigt Prof. Dr. Ulrich Keil, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM), in seinem steten Bemühen, immer wieder nachdrücklich die Werbetrommel in Sachen Vorbeugung zu rühren. Sein Schluss aus der MONICA-Studie (Monitoring Trends and Determinants of Cardiovascular Disease), deren Abschlussbericht seit kurzem in Form einer 244 Seiten starken Broschüre und zwei CD-ROMs vorliegt, kann daher auch nur lauten: "Wir müssen die Prävention verstärken". Nachdrücklich verweist er darauf, dass mindestens 65 Prozent der koronaren Herzerkrankungen allein durch die Kontrolle der drei klassischen Risiskofaktoren - Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Rauchen - zu verhindern sind. Die wissenschaftlichen Aktivitäten Keils auf diesem Gebiet sind mit Abschluss der Untersuchung, an der er maßgeblich mitgewirkt hat, keinesfalls beendet. Vielmehr werden die Daten aus der MONICA-Studie für weitere Studien zur Krankheitsursachenforschung genutzt und weiter ausgewertet. Dabei spielt auch die genetische Epidemiologie eine wichtige Rolle. Keil verweist in diesem Zusammenhag darauf, dass eine der ersten genetisch-epidemiologischen Arbeiten, und zwar zum Zusammenhang zwischen einer bestimmten Genveränderung (ACE-Gen-Polymorphismus) und vergrößerter linker Herzkammer, aus dem von ihm geleiteten MONICA-Projekt in Augsburg hervorgegangen ist.

Anlass für die zwischen 1976 und 2002 durchgeführte weltweite Herz-Kreislaufstudie war ein in der westlichen Welt beobachteter Rückgang der altersspezifischen Mortalitätsraten bei koronarer Herzerkrankung. Auf die 1978 bei einem Symposium am Symposium am National Institut of Health, der amerikanischen Gesundheitsbehörde, aufgeworfene Frage nach einer Erklärung
dieser Entwicklung hatten die Wissenschaftler seinerzeit keine Antwort. Diese Veranstaltung sollte damit sozusagen die Geburtsstunde für MONICA einläuten. 37 Zentren in 21 Ländern haben sich an der Studie beteiligt, die laut Keil weltweit, besonders aber in West- und Osteuropa, zum Aufbau von Datenbasen für die Präventionsforschung beigetragen und weltweit großen Einfluss auf die enorm erfolgreiche Entwicklung der Herz-Kreislaufforschung gehabt habe.

Die großen Erfolge bei der Zurückdrängung der koronaren Herzerkrankung spiegeln sich auch in der von 1970 bis 2000 erfolgten Zunahme der Lebenserwartung in den USA um sechs Jahre wider. Denn diese erfreuliche Entwicklung ist, wie Keil betont, "vor allem den Erfolgen bei der Prävention und Therapie der Herzkreislauf-Erkrankungen, allen voran koronare Herzerkrankung und Schlaganfall, zu verdanken".

Die WHO-Publikation über die MONICA-Studie ("MONICA - Monograph and Multimedia Sourcebook") ist zu beziehen über die WHO in Genf, E-Mail: bookorders@who.int
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