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Forschung kann nur im Verbund erfolgreich sein: DGIM-Präsident Fölsch für vernetzte Konzepte

24.02.2004 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Wer erfolgreich forschen will, muss sich überregional, europaweit oder global ausrichten. "Kleingarten-Forschung ist nicht mehr konkurrenzfähig", erklärt der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Professor Dr. med. Ulrich R. Fölsch.

Der Direktor der Klinik für Allgemeine Innere Medizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, macht deshalb während der 110. DGIM- Jahrestagung vom 17. bis 21. April 2004 in Wiesbaden neue Konzepte für Klinische Forschung zum Thema.

Um bei einer klinischen Studie brauchbare Ergebnisse erzielen zu können, müssen je nach Krankheitsbild hunderte Patienten beteiligt sein. Häufig ist es schwierig, eine ausreichend große Kohorte Patienten zu gewinnen. Immer wichtiger wird es deshalb, institutsübergreifend Studien durchzuführen und Patientendaten zu nutzen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, eine elektronische Zusammenführung von Patientendaten zu gewährleisten, ohne die berechtigten Interessen der Patienten aus den Augen zu verlieren, dass mit deren Daten kein Missbruach betrieben wird. Dazu wurden unter der Federführung der Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (www.tmf-ev.de) generische Lösungen zum Datenschutz für die Forschungsnetze der Medizin geschaffen. Dadurch ist sichergestellt, dass Patientendaten anonym bleiben. Den Forschenden stehen dennoch wichtige Informationen zur Verfügung.

Neben der horizontalen Vernetzung, die den Austausch unter den wissenschaftlichen Instituten fördert, sei es aber auch wichtig, die vertikale Vernetzung zu verbessern, so Fölsch. Dadurch müsse erreicht werden, dass Erkenntnisse aus den Forschungslaboratorien schneller in die angewandte Patientenversorgung transferiert würden, um darauf aufbauend neue Therapien zu entwickeln und umgekehrt. "Nur wenn das

"Outcome" einer medizinischen Leistung konsequent kontrolliert wird, kann Forschung effizient zum Patientennutzen beitragen", betont der DGIM-Präsident. Als beispielhaftes Modell für horizontale und vertikale Vernetzung nennt Professor Fölsch die Kompetenznetze, die es in Deutschland zu knapp 20 Krankheitsbildern gibt, und deren Sprecher er ist. Ihr Ziel ist es, medizinische Forschung zu koordinieren und die Zusammenarbeit von Klinikern, Grundlagenforschern, niedergelassenen Ärzten und Patienten zu fördern.

Initiativen für vernetzte Forschung dürfen jedoch nicht an den deutschen Grenzen halt machen. In einem weiteren Schritt müssen ähnliche Konzepte auch europaweit umgesetzt werden. "In Amerika und Asien stehen uns riesige Forschungsverbünde gegenüber. Wir haben erstklassige Institute. Doch das vorhandene Know-how muss noch besser genutzt werden, wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen", fordert Professor Fölsch.

Mit zahlreichen Einzel-Veranstaltungen bietet die 110. Jahrestagung der DGIM eine Plattform, neue Konzepte, Chancen und Vorteile der Klinischen Forschung in Deutschland und Europa zu diskutieren. In einem Symposium werden beispielsweise verschiedene Kompetenznetze ihre Arbeit sowie Forschungsergebnisse vorstellen.

Terminhinweis:

Dienstag, 20. April 2004

Standortvorteil Deutschland?
Neue Trends in der Klinischen Forschung
Symposium, 8.15 - 12.00 Uhr, Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden, Saal 6/2

Dienstag, 20. April 2004
Kompetenznetze in der Inneren Medizin
Symposium, 14.30 - 16.00 Uhr, Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden, Saal 6/1

Mittwoch, 21. April 2004
Defizite der klinischen Forschung in Deutschland
Plenarvortrag, 12.15 - 13.00 Uhr, Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden, Halle 1


Kontakt für Rückfragen:
Pressestelle der DGIM
Postfach 30 11 20
D-70451 Stuttgart
Tel: 0711 89 31 115
Fax: 0711 89 31 566
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