Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 3. August 2020 

"Innovationsfähigkeit lässt sich nicht dekretieren!"

15.04.2004 - (idw) bdvb - Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.

bdvb-Präsident Prof. Dr. Franz Peter Lang plädiert für unternehmerisch handelnde Wissenschaftler

Bereits T. A. Edison wusste, dass Inspiration und noch mehr Transpiration wichtige Stoffe sind, aus denen Innovationen entstehen. Dass dabei auch Finanzmittel eine Rolle spielen, war für ihn ohnehin selbstverständlich. War er doch Erfinder und Unternehmer zugleich. Letzteres war er nach seinem Bekunden sogar in erster Linie und zwar sehr erfolgreich, wie die General Electric Company bis heute beweist.

Wissenschaftler müssen jedoch nicht notwendigerweise immer auch geborene Unternehmer sein. Monika Henzinger, die Leiterin der Forschungsabteilung der US-Internetfirma Google, hat sich hierzu direkt und klar geäußert: "Das größte Problem der deutschen Innovationspolitik ist, dass aus guten Ideen an deutschen Universitäten keine verkaufsfähigen Produkte entwickelt werden. Einmal fehlt den Professoren schlicht die Lust an der gezielten Vermarktung von Ideen; zweitens fehlt den meisten deutschen Universitäten ein ausreichend guter Kontakt zu Unternehmen, die aus Ideen innovative Produkte entwickeln können."

Frau Henzinger hat recht. Denn in unseren Universitäten gibt es tatsächlich bei einer großen Zahl der beamteten Forscher eine traditionelle Abneigung gegen eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Diese ist bei vielen Ökonomen gepaart mit einem geradezu kindlich-naiven Vertrauen darauf, dass Vater Staat wieder irgendwie an Geld kommen und die Forschung in Unabhängigkeit von der Wirtschaft stärker fördern werde. Liegt diese Freude an der absoluten Abhängigkeit von staatlichen Finanzierungstöpfen daran, dass der universitäre Forscher doch eben in erster Linie Beamter ist?

Wir haben es noch selbst in der Hand, ob wir auf eigene Leistung bauend auch künftig an der Spitze der Entwicklung moderner Technologien und des wirtschaftlichen Erfolges mitmischen. Natürlich müssen hierzu die Rahmenbedingungen dramatisch und vor allem schnell verbessert werden! Es geht nicht um zusätzliche staatliche Mittel, welche großzügige Ministerinnen und Minister an dankbare Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verteilen. Erfolgreiche Produkte müssen für entwicklungsfähige Markte geschaffen werden. Und diese erkennt eben nur der international orientierte und unternehmerisch handelnde Wissenschaftler, der sich als Akteur in einem Netzwerk von technisch, naturwissenschaftlich und ökonomisch handelnden Menschen sieht.
Es muss also eine enge Verknüpfung zwischen Forschung und Markt, zwischen Forscher, Forschungseinrichtungen und Unternehmern existieren, damit aus der Interaktion unternehmerischer und wissenschaftlicher Talente auf der Grundlage der gewachsener Traditionen in vielen Bereichen deutscher Universitäten neue Produkte gedeihen. Deren Entwicklung, Produktion und weltweiter Vertrieb können uns unter den Bedingungen einer globalen Weltwirtschaft dauerhaft wirtschaftlichen Wohlstand sichern.


Weitere Infos unter http://www.bdvb.de

Kontakt:
Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. (bdvb)
Dr. Arno Bothe
Tel. 0211-372332
Email: info@bdvb.de
uniprotokolle > Nachrichten > "Innovationsfähigkeit lässt sich nicht dekretieren!"

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/32455/">"Innovationsfähigkeit lässt sich nicht dekretieren!" </a>