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Der ''psychologische Vertrag''

15.04.2004 - (idw) Universität Leipzig

Internationales Forschungsprojekt zur Wahrnehmung der Arbeitgeber-Arbeitnehmerbeziehungen in verschiedenen Beschäftigungsverhältnissen - Kooperationspartner in der Lebensmittelindustrie gesucht.

Die Entwicklung neuer Technologien sowie eine zunehmende Globalisierung fördert die Flexibilisierung von Zeit, Ort und Inhalt der Erwerbsarbeit. Das Interesse nach einer ''just-in-time'' Nutzung der menschlichen Arbeitskraft ist immens gestiegen. Seit 1991 hat der Anteil befristeter Arbeitsverträge in Deutschland um über 11 Prozent zugenommen. Auch Leiharbeit und Auftragsarbeit (Freelancers) haben an Bedeutung gewonnen. Sowohl für den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer sind durch diese zunehmende Flexibilisierung Chancen aber auch Risiken verbunden.

Neben den formellen Arbeitsverträgen bestehen auch sogenannte psychologische Verträge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Psychologische Verträge beschreiben die gegenseitigen Erwartungen, Versprechen und Verpflichtungen und diese bilden wiederum die Basis für eine gesunde Organisation. In einem internationalen Forschungsprojekt der Europäischen Union mit Partnern in Schweden, den Niederlanden, England, Belgien, Spanien und Israel wendet sich der Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig unter der Leitung von Frau Prof. Gisela Mohr der Bedeutung des ''psychologischen Vertrages'' zu, d.h. der ungeschriebenen Beziehung von Geben und Nehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern, deren Veränderungen im Zuge neuer Arbeitsverhältnisse und die Wirkung auf das Erleben der Beschäftigten.

Mit diesem Forschungsprojekt werden vorrangig folgende Ziele verfolgt:

(1) Die Untersuchung des psychologischen Vertrages, d.h. der ungeschriebenen Versprechen und Verpflichtungen als wichtiges Element einer Arbeitsbeziehung.
(2) Die Untersuchung der Folgen befristeter Arbeitsverträge auf das Arbeitsengagement der Beschäftigten.
(3) Die Untersuchung von Auswirkungen einer flexiblen Arbeitswelt auf Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensqualität von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in verschiedenen Arbeitsverträgen.
(4) Die Untersuchung nationaler Besonderheiten sowie internationaler Unterschiede in der Situation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in verschiedenen Arbeitsverträgen.

Die Universität Leipzig sucht für das Forschungsprojekt Kooperationspartner in der Lebensmittelindustrie. Es sollen Arbeitnehmer, die in der Lebensmittelproduktion tätig sind, mit Hilfe eines Fragebogens schriftlich befragt werden. Dabei ist lediglich wichtig, dass mindestens fünf der Teilnehmer/innen eines Betriebes keinen unbefristeten Arbeitsvertrag haben. Die Befragung ist selbstverständlich völlig anonym. Bis auf die Verteilung der Fragebogen ist mit der Befragung für das Unternehmen keinerlei Aufwand verbunden.

Den teilnehmenden Unternehmen können Ergebnisse zurückgemeldet werden. Der (anonyme) Vergleich mit Organisationen der selben Branche in Deutschland und sechs weiteren Ländern sowie detaillierte Auswertungen zu Wohlbefinden, Zufriedenheit und Leistungsverhalten der Belegschaft erlauben wertvolle Hinweise für die Praxis. Des weiteren können sozioökonomische Rahmenbedingungen und Arbeitsmarktregulierungen aus sieben Ländern berücksichtigt und miteinander verglichen werden.

Interessenten melden sich bitte bei Dr. Thomas Rigotti (s.u.)


weitere Informationen Dipl. psych. Thomas Rigotti
Telefon: 0341 / 9735928
E-Mail: rigotti@uni-leipzig.de[/
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