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Kognitionspsychologe Gigerenzer zu Gast an der LMU - Vorlesungsreihe: Wie funktioniert unser Denken?

16.04.2004 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

München, 15. April 2004 - Wie trifft der Mensch Entscheidungen? Welche Ursachen haben Denkfehler und Fehlurteile? Diese Fragen stehen im Zentrum der Forschung von Professor Gerd Gigerenzer. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin wird dazu an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München eine Vorlesungsreihe unter dem Titel "Intuition, Illusion und Rationalität: Wie funktioniert unser Denken?" halten. Gigerenzer ist im Sommersemester 2004 Gastprofessor an der LMU und setzt damit die von der Münchener Universitätsgesellschaft finanzierte Reihe renommierter, internationaler Wissenschaftler fort, die jeweils aus ihrer aktuellen Forschungstätigkeit berichten.

Professor Gigerenzer leitet am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung den Forschungsbereich "Adaptives Verhalten und Kognition". Dabei beschäftigt ihn insbesondere die Frage, wie Menschen unter realistischen Bedingungen wie Zeitdruck und unvollständigem Wissen Entscheidungen treffen. Seine Forschungsarbeit ist interdisziplinär angelegt und berührt die Fachrichtungen Ökonomie, Informatik, Psychologie, Mathematik, Anthropologie und Biologie.

Das klassische Rationalitätsverständnis der Kognitionswissenschaft beruft sich bei der Frage, wie Menschen Entscheidungen treffen, auf Logik und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Professor Gigerenzers Forschungsansatz geht hingegen von der Ausformung einer "Strategie ökologischer Rationalität" aus, die auch emotionale und soziale Komponenten im Blick hat: Entscheidungen müssen an konkrete Umweltsituationen und spezifische Problemlagen angepasst sein und können nicht einfach auf neue Situationen übertragen werden. Gigerenzer und sein Forschungsteam arbeiten in diesem Zusammenhang sowohl an Grundlagenfragen als auch an angewandten Problemen. So hat sich beispielsweise im Bereich Arzt-Patient-Kommunikation gezeigt, dass die übliche Darstellung von Behandlungsrisiken in Form von Wahrscheinlichkeiten oft zu schwerwiegenden Missverständnissen führte. Gigerenzers Forschung will dazu beitragen, solche Fehleinschätzungen zu vermeiden.


Professor Gigerenzer ist in München nicht unbekannt: 1977 promovierte er an der LMU im Fach Psychologie. Die Habilitation folgte 1982 ebenfalls an der Universität München.

Die Vorlesungen im Rahmen der Gastprofessur der Münchener Universitätsgesellschaft finden jeweils freitags um 17 Uhr c.t. im Hörsaal 209 des Universitätshauptgebäudes am Geschwister-Scholl-Platz 1 statt. Im Anschluss an die Vorlesungen besteht jeweils die Möglichkeit zur Diskussion. Die Termine im Einzelnen:

Professor Dr. Gerd Gigerenzer
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin:

"Intuition, Illusion und Rationalität:
Wie funktioniert unser Denken?"

Jeweils freitags um 17 Uhr c.t. in Hörsaal 209, Hauptgebäude der LMU

14. Mai:
Die Illusion der Gewissheit: Lernen mit Unsicherheit zu leben.

04. Juni:
Der unmündige Patient und der zahlenblinde Arzt.

25. Juni:
Wie funktioniert Intuition?

02. Juli:
Begrenzte Rationalität: Eine adaptive Intelligenz des Unbewussten?
(Achtung: Diese Vorlesung findet ausnahmsweise im Raum E05, Schellingstraße 3 statt!)

09. Juli:
Das Irrationalitäts-Paradox: Die Rationalitäts-Debatte in den Sozialwissenschaften.

23. Juli:
Optimalität, Komplexität und Universalität: Drei verführerische Ideale in Ökonomie, Philosophie und Psychologie.
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