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Uni Bremen organisiert Fahrt ins Kriegsgefangenen-Lager Sandbostel

16.04.2004 - (idw) Universität Bremen

Besichtigung der Dokumentationsstätte und des Lagerfriedhofs

Am 29. April ist der 59. Jahrestag der Befreiung des Stalag XB Sandbostel, eines der großen Kriegsgefangenenlager in Norddeutschland. Bei Kriegsende wurde es zum Auffanglager für "evakuierte" KZ-Häftlinge, insbesondere aus dem Bremer und Hamburger Raum. Unter den Insassen des Lagers stellten die Franzosen nach den sowjetischen Gefangenen die zweitstärkste Gruppe. Dies war Anlass für die Romanistin Dr. Helga Bories-Sawala von der Universität Bremen gemeinsam mit dem Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel das Schicksal der französischen Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge in diesem Jahr besonders zu würdigen und ihren Spuren auch in Bremen nachzugehen. Sie bietet mit dem International Office und der Erasmus-Sokrates-Koordination des Fachbereichs Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Bremen allen Interessierten aus Universität und Stadt am 29. April 2004 die Möglichkeit, an einer Fahrt ins ehemalige Lager Sandbostel teilzunehmen. Dort finden die Besichtigung der Dokumentationsstätte und des Lagerfriedhofs sowie eine Kundgebung vor der Evangelischen Lagerkirche statt.

Zu einer Reise in die eigenen bittere Vergangenheit wird die Gedenkveranstaltung für den Franzosen Bernard Le Godais. Er war als Kriegsgefangener im damaligen Stalag X B und reist nun eigens aus Laval an. Außerdem nehmen mit Colonel Monneveu und M. Jacques Mouly zwei hochrangige Delegierte des französischen Verteidigungsministeriums an der Gedenkfeier teil. Auch der französische Botschafter und der deutsche Verteidigungsminister sind eingeladen (eine verbindliche Antwort liegt zurzeit noch nicht vor). Eine Gruppe Geschichts-Studierender aus der französischen Partneruniversität Paris 13 ? die sich zu einem Studienbesuch an der Bremer Universität aufhält - sowie internationale Gaststudierende der Universität werden ebenfalls zum ehemaligen Kriegsgefangenenlager mitfahren. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Bremervörde gestalten die Gedenkfeier mit einer dokumentarischen Lesung. Es wird dabei auch die Forderung bekräftigt, auf dem historischen Lagergelände eine Gedenkstätte einzurichten, das gesamte Gelände gründlich archäologisch zu untersuchen und Überreste des Lagers zu bergen. Am Ende der Gedenkstunde werden in Erinnerung an die Ermordeten und Erniedrigten Blumen niedergelegt.

Eine gute Vorbereitung und Ergänzung des Besuchs im Lager stellt der Vortrag ?Sandbostel - Brême. Das Leben der französischen Kriegsgefangenen im Lager und in unserer Stadt? dar, den Dr. Helga Bories-Sawala (Universität Bremen) am 27. April 2004 um 20:00 Uhr im Staatsarchiv Bremen (Am Staatsarchiv 1) hält. An Ort und Stelle sind dabei auch vier einzigartige historische Dokumente zu sehen: restaurierte Fresken, die französische Kriegsgefangene in ihrem Schuppen im Holzhafen gemalt hatten und die Szenen aus ihrem Alltagsleben zeigen.

Die Busfahrt wird von der Universität Bremen organisiert und kostet 5;- Euro. Treffpunkt am 29. April 2004 ist um 13:30 Uhr das International Office im Verwaltungsgebäude (Haltestelle Straßenbahn 6, Universität, Zentralbereich), die Rückkehr gegen 20:00 Uhr. Anmeldung bis 27.April bei: Helga Bories-Sawala (Email: sawala@uni-bremen.de) Die Fahrkarten kann man vom 20. bis 28. April, Di-Mi-Do von 12:00 ? 13:00 Uhr in der Universität, GW 2, Raum B 3440 oder im Anschluss an den Vortrag am 27.4. abends im Staatsarchiv kaufen.
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