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Das Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim wird 40 Jahre alt

17.04.2004 - (idw) Institut für Deutsche Sprache

Die bedeutendste Forschungseinrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache wurde am 19. April 1964 in Mannheim gegründet. Treffpunkt für Sprachwissenschaftler aus aller Welt

Wir können alles - außer Hochdeutsch, so lautet nicht ganz ohne Koketterie die Eigenwerbung des Landes Baden-Württemberg - doch die eigentliche "Hauptstadt" der deutschen Sprache befindet sich in Mannheim. Zu diesem Ruf trägt wesentlich das vor genau 40 Jahren am 19. April 1964 in Mannheim gegründete Institut für Deutsche Sprache (IDS) bei. Hier erforschen im Zentrum der Stadt 70 Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler den gegenwärtigen Gebrauch und die neuere Geschichte des Deutschen. Sie werden unterstützt von 30 nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitern. Das Institut wird durch den Bund sowie durch das Bundesland Baden Württemberg finanziert und gehört zur Leibniz-Gemeinschaft. "Das Institut ist in seiner Gesamtheit einzigartig nicht nur in der Forschungslandschaft Deutschlands, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum", so Prof. Dr. Ludwig M. Eichinger, Direktor des IDS. Jährlich nutzen viele internationale Gäste und DAAD-Stipendiaten die 80.000 Bücher und 300 Zeitschriften der Bibliothek für mehrmonatige Forschungsaufenthalte. Und auch für deutsche Studierende der umliegenden Universitäten bieten die wissenschaftliche Kompetenz am Haus und die gut ausgestattete Bibliothek ideale Arbeitsmöglichkeiten.
Die Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache im gegenwärtigen Gebrauch und in der jüngeren Geschichte erfolgt in drei Abteilungen.
Die Abteilung Grammatik entwickelt beispielsweise im Projekt GRAMMIS eine Multimedia-Grammatik, mit der die deutsche Grammatik im Internet leichter zugänglich gemacht werden soll. Außerdem befasst man sich mit der deutschen Grammatik im Vergleich mit anderen europäischen Sprachen. Die Abteilung Lexik nimmt die aktuellen Veränderungen des deutschen Wortschatzes genauer unter die Lupe. Neue Wörter der Neunzigerjahre wie z.B. Babyklappe, Dosenpfand oder Carsharing werden dokumentiert. Auch ein Internet-Wörterbuch (elexiko) entsteht, das den Wortschatz der deutschen Sprache umfassend beschreiben soll. In der Abteilung Pragmatik ist die gesprochene Sprache der zentrale Forschungsbereich: Das Gesprächsverhalten von älteren Menschen, von Führungskräften oder türkischen Migranten wird hier analysiert. Die Abteilung beherbergt mit dem "Deutschen Spracharchiv" auch die weltweit größte Sammlung von Tonaufnahmen deutscher Dialekte und Umgangssprachen. Außerdem stellt das IDS das weltweit größte Angebot an deutschsprachigen Textkorpra/ Textsammlungen geschriebener Sprache (umgerechnet fast fünf Millionen Buchseiten) zur Verfügung, das mehrere tausend registrierte Internet-Benutzer im In- und Ausland nutzen.
Es werden im IDS allerdings - im Gegensatz zu Frankreich oder Polen - keine Vorschriften erlassen, welche Wörter im öffentlichen Sprachgebrauch verwendet werden können und welche nicht. Das ist in der Satzung des Instituts nicht vorgesehen. Dennoch hat das IDS zusammen mit der Gesellschaft für deutsche Sprache und dem Goethe-Institut kürzlich den "Deutschen Sprachrat" gegründet, um das Sprachbewusstsein zu sensibilisieren und dadurch die Sprachkultur in Deutschland zu fördern sowie die Stellung der deutschen Sprache im Ausland zu festigen.


Weitere Informationen über das IDS: www.ids-mannheim.de.


Das Institut für Deutsche Sprache gehört zu den 80 außeruniversitären Forschungsinstituten und Serviceeinrichtungen für die Forschung der Leibniz-Gemeinschaft. Das Spektrum der Leibniz-Institute ist breit und reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften und Museen mit angeschlossener Forschungsabteilung. Die Institute beschäftigen rund 12.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und haben einen Gesamtetat von 950 Millionen Euro. Sie arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär und sind von überregionaler Bedeutung. Da sie Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse betreiben, werden sie von Bund und Ländern gemeinsam gefördert.

Näheres unter: www.leibniz-gemeinschaft.de


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